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24.01.2013

02:44 Uhr

Neues Startkapital

Kodak will sich bis Mitte 2013 neu erfinden

Der Finanzierungsplan für den insolventen Fotokonzern Kodak ist richterlich abgesegnet. Bereits Mitte des Jahres will das Unternehmen neu anfangen - in einem Geschäftsfeld, für das es bisher weniger bekannt war.

Nach dem Willen von Kodak soll die Insolvenz schon bald Schnee von gestern sein. Reuters

Nach dem Willen von Kodak soll die Insolvenz schon bald Schnee von gestern sein.

RochesterNachdem eine überlebenswichtige Finanzierung steht, erwartet der insolvente Fotokonzern Kodak einen baldigen Neuanfang als Druckspezialist. Das Traditionsunternehmen rechnet damit, Mitte des Jahres die Insolvenz hinter sich zu lassen.

Kodak mache große Fortschritte bei seinem Umbau, erklärte Firmenchef Antonio Perez am Mittwoch (Ortszeit) am Firmensitz in Rochester im US-Bundesstaat New York. Kodak hatte sich bereits im November Kredite im Umfang von mehr als 800 Millionen Dollar gesichert, um ausreichend Startkapital zu haben.

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Kodak winken 800 Millionen Dollar - wenn die Patente verkauft werden können.

Nun stimmte ein New Yorker Richter dem Finanzierungsplan zu. Zwischenzeitlich hatte Kodak wie von den Kreditinstituten gefordert seine Digitalfoto-Patente losgeschlagen, was mehr als eine halbe Milliarde Dollar in die Kasse spülen wird.

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Die Patente von Kodak sind von den IT-Schwergewichten gemeinsam gekauft worden.

Kodak hatte die klassische Fotografie entscheidend geprägt, kam aber nicht mit dem Wandel zu digitalen Bildern klar. Nach hohen Verlusten rutschte der Fotopionier vor einem Jahr in die Insolvenz.

Absteiger Kodak

Filmriss droht

Niedergang, Pennystock, Insolvenzgerüchte: Kodak geht es so schlecht wie noch nie. Wie konnte es dazu kommen: 130 Jahre Unternehmensgeschichte im Zeitraffer.

Die Gründung

1881 gründet der Amerikaner George Eastman zusammen mit Henry Strong die Eastman Dry Plate Company, aus der elf Jahre später Eastman Kodak hervorgeht. Zunächst stellt das Unternehmen trockene Fotoplatten her.

Die erste Kamera

1888 kommt die erste Kodak-Kamera auf den Markt. Dank der 1900 eingeführten „Kodak Brownie“ wird Fotografieren massentauglich, die Kamera zum Preis von einem US-Dollar ist für jeden Hobbyfotografen erschwinglich.

Der Farbfilm

1935 bringt Kodak den ersten für Hobbyfotografen geeigneten Farbfilm auf den Markt.

Die Digitalkamera

1975 entwickelt der Ingenieur Steven Sasson die erste Digitalkamera für Kodak.

Kampf gegen Polaroid

1986 verliert Kodak einen Rechtsstreit um die Sofortbildkamera gegen Konkurrent Polaroid. Das führt neben einer Strafe in Milliardenhöhe zu einem bedeutenden Imageverlust und gilt als Wendepunkt in der Geschichte des Foto-Riesen.

Rekordzahlen

1991 erzielt das Unternehmen einen Rekordumsatz von 19,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig bringt Kodak mit der „DC-100“ die erste Digitalkamera in den Handel. Massentauglich ist sie nicht – das Modell kostet 25 000 Mark.

Konzentration auf digitalen Markt

2004 stellt Kodak den Verkauf von Kleinbildkameras ein, um sich ganz auf den digitalen Markt zu konzentrieren.

Die Krise

2011 schreibt Kodak das vierte Jahr in Folge rote Zahlen.

Im Zuge der Sanierung wurden große Geschäftsbereiche abgestoßen; im einstigen Kerngeschäft Fotografie ist Kodak damit kaum noch vertreten. Stattdessen setzt das Unternehmen nun auf Drucklösungen für Geschäftskunden.

Von

dpa

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