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16.06.2014

14:06 Uhr

Neues Terrain

Vodafone mischt in der Autobranche mit

Das Auto wird immer häufiger zum multimedialen Wohnzimmer. Für IT-Unternehmen und Mobilfunkanbieter öffnen sich damit neue Geschäftsfelder. Davon will jetzt auch das Mobilfunk-Unternehmen Vodafone profitieren.

Vodafone geht neue Wege. Mit der Übernahme von Cobra Automotive Technologies will der britische Mobilfunkkonzern in der Autobranche mitmischen. dpa

Vodafone geht neue Wege. Mit der Übernahme von Cobra Automotive Technologies will der britische Mobilfunkkonzern in der Autobranche mitmischen.

LondonVodafone wagt sich in neues Terrain vor. Der britische Telekommunikationskonzern will im Automobilsektor Fuß fassen und sich dafür das italienische Unternehmen Cobra Automotive Technologies einverleiben. Für den Anbieter von elektronischen Diensten für die Autobranche zahle Vodafone 145 Millionen Euro, wie der Konzern am Montag mitteilte.

Mobile Dienste und die multimediale Vernetzung von Geräten halten zunehmend Einzug in Branchen wie dem Automobil-, dem Versicherungs-, dem Transport- oder dem Energiesektor. Vodafone und andere Netzbetreiber wollen sich von diesem sogenannten M2M-Geschäft (machine-to-machine) ein Stück sichern. Sie rechnen damit, dass der Markt rasant wachsen wird. Ein Beispiel für M2M-Anwendungen ist etwa der Einsatz von elektronischen Geräten für die Messung des Energieverbrauchs zu Hause.

Auch die Automobilbranche setzt auf neueste Entwicklungen, etwa um den Standort von Fahrzeugen nachzuverfolgen, und damit bei Unfällen oder im Falle des Diebstahls wertvolle Daten liefern zu können. In diesem Feld ist Cobra, das auch für die Versicherungsindustrie tätig ist, Spezialist. Das Unternehmen hat sich auf Telematik-Anwendungen fokussiert. Cobra bietet aber auch Sicherheitssysteme, wie Einparkhilfen, an. "Wir wollen in dieses Geschäft investieren, um unseren Automobil- und Versicherungskunden eine vollständige Palette an Telematik-Diensten anbieten zu können", erklärte Erik Brenneis, bei Vodafone für das M2M-Geschäft zuständig. Dafür zahlt Vodafone 1,49 Euro pro Cobra-Aktie.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Auch andere Unternehmen haben die Autoindustrie für sich entdeckt. So kündigte der US-Internet-Konzern Google jüngst an, in den kommenden Jahren ein selbstfahrendes Auto ohne Lenkrad und Gaspedal auf die Straße zu bringen. Apple konnte bereits einige Hersteller wie Daimler davon überzeugen, sein Betriebssystem iOS in den Bordcomputern zu installieren. Der Fahrer kann damit sein iPhone mit Funktionen wie Navigation oder Telefon mit identischer Darstellung über das Bediensystem seines Wagens nutzen.

Von

rtr

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