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05.02.2016

03:25 Uhr

News Corp

Starker Dollar setzt Murdochs Verlagsgeschäft

Schrumpfende Werbeeinnahmen, aber auch der starke Dollar machen dem Verlagsgeschäft von Medienmogul Rupert Murdoch zu schaffen. Die Erläse gehen zurück.

Sinkende Werbeeinnahmen und der starke Dollar setzen dem Verlagsgeschäft von Medienmogul Rupert Murdoch zu. AFP

Rupert Murdoch

Sinkende Werbeeinnahmen und der starke Dollar setzen dem Verlagsgeschäft von Medienmogul Rupert Murdoch zu.

New YorkDas Verlagsgeschäft von Medienmogul Rupert Murdoch mit Flaggschiffen wie dem „Wall Street Journal“ oder der „Times“ leidet unter schrumpfenden Werbeeinnahmen und dem starken Dollar. Im Geschäftsquartal bis Ende Dezember sanken die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um vier Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar (zwei Milliarden Euro), wie News Corp am Donnerstag mitteilte.

Besonders wurde die Bilanz durch den starken Dollar in Mitleidenschaft gezogen, der Auslandserlöse nach Umrechnung in US-Währung verringert. Ohne den Wechselkurseffekt wäre der Umsatz um zwei Prozent gestiegen. Wie viele Wettbewerber in der Medienbranche muss das Unternehmen aber auch ein schwächeres Anzeigengeschäft verkraften. Auflage und Abonnentenzahlen nahmen ebenfalls ab.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Der Gewinn unter dem Strich fiel im zweiten Geschäftsquartal von 142 auf 62 Millionen Dollar. Analysten hatten mehr erwartet. Vorstandschef Robert Thompson nannte den Wandel des Konzerns als Grund: „New Corp entwickelt sich rapide zu einem digitaleren und globaleren Unternehmen.“ Murdochs Unterhaltungskonzern 21st Century Fox, in dem das Film- und Fernsehgeschäft gebündelt ist, will seine Zahlen am Montag vorlegen.

Von

dpa

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