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10.07.2011

11:40 Uhr

News of the World

Britische Skandalzeitung sagt Goodbye

Nach einem der größten Skandale in der britischen Mediengeschichte ist die Boulevardzeitung "News of the World" zum letzten Mal veröffentlicht worden. Nun eilt Medienmogul Rupert Murdoch persönlich nach London.

Ein Mann liest die letzte Ausgabe der Boulevardzeitung "News of the World". Quelle: dpa

Ein Mann liest die letzte Ausgabe der Boulevardzeitung "News of the World".

LondonMit der schlichten Schlagzeile „Thank You & Goodbye“ (Danke und Auf Wiedersehen) verabschiedet sich die durch einen Abhörskandal zu Fall gebrachte britische Boulevardzeitung „News of the World“ von ihren Lesern. Die britische Boulevardzeitung ist am Sonntag nach einem der größten Medienskandale in der Geschichte des Vereinigten Königreichs zum letzten Mal erschienen.

Die letzte Ausgabe war vor allem ein Rückblick auf die zahlreichen exklusiven Geschichten und Enthüllungen des Traditionsblattes. Im Leitartikel auf der dritten Seite fand sich eine Entschuldigung. „Wir haben uns einfach verlaufen“, hieß es darin mit Blick auf den Skandal um abgehörte Handys. „Es gibt keinerlei Rechtfertigung für dieses erschreckende Fehlverhalten.“ Journalisten der Zeitung sollen die Telefone von bis zu 4000 Menschen angezapft haben.

Die Redakteure schrieben einen Nachruf auf das seit 168 Jahren bestehende Blatt, bevor sie die letzte Ausgabe in der Nacht auf Sonntag in Druck gaben. Der Besitzer des Blattes, Rupert Murdoch, wurde am Sonntag zu einem seit längerem geplanten Besuch in London erwartet, wie aus seinem Umfeld verlautete.

„Beste Zeitung der Welt“

Auf der letzten Titelseite der Sonntagszeitung sind unter anderem die Worte „Die beste Zeitung der Welt 1843-2011“ zu lesen„. “Nach 168 Jahren sagen wir traurig, aber sehr stolz unseren 7,5 Millionen Lesern Lebwohl„, heißt es in einer zweiten Überschrift. Auf der Vorder- und der Rückseite der letzten Ausgabe war eine Collage mit Bildern der vergangenen Erfolgsstorys der Zeitung zu sehen.

“Wir haben hohe Standards gelobt und gefordert, aber - wie wir uns jetzt schmerzlich bewusst sind - sind einige, die für uns gearbeitet haben, bis 2006 einige Jahre lang diesen Standards auf beschämende Weise nicht gerecht geworden„, stand auf der Webseite der Zeitung zu lesen. “Wir sind ganz einfach vom Weg abgekommen. Telefone wurden abgehört und das tut uns wirklich leid."

Kommentare (1)

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10.07.2011, 22:28 Uhr

Selbst mit gescheiterten Wirtschaftszweigen (aufgrund der neuen Medien) wird noch der letzt mögliche politische Beschiss am Bürger verübt.

Manche ziehen einen zum Begräbnis bereit stehenden auch noch die letzten Goldzähne.
.

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