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16.01.2008

13:06 Uhr

Nokia

Aus in Bochum gefährdet weitere Jobs

Die Schließung der Handyproduktion von Nokia in Bochum könnte weit mehr Beschäftigte betreffen als bislang bekannt. Der IG Metall zufolge sind weitere 2 000 Stellen in Gefahr. Mittlerweile ruft das Aus des Werkes die Politik auf den Plan: Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium prüft, ob der finnische Konzern Fördergelder in Millionenhöhe zurückzahlen muss.

Mitarbeiter verlassen am Dienstag das Nokia-Werk in Bochum. Der finnische Mobilfunkhersteller will den Standort im Ruhrgebiet bis Mitte des Jahres schliessen. Foto: ap Quelle: ap

Mitarbeiter verlassen am Dienstag das Nokia-Werk in Bochum. Der finnische Mobilfunkhersteller will den Standort im Ruhrgebiet bis Mitte des Jahres schliessen. Foto: ap

HB FRANKFURT/MAIN. Neben 2300 fest angestellten Nokia-Mitarbeitern und bis zu 1 000 Leiharbeitnehmern könnten bis zu 1 000 Jobs bei Zulieferern wegfallen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft am Mittwoch.

Bei der Deutsche-Post-Tochter DHL wird infolge der Werksschließung über Stellenstreichungen nachgedacht, wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) berichtete. "Wenn das Nokia -Werk dicht macht, kann es passieren, dass auch Arbeitsplätze bei DHL wegfallen", sagte ein Unternehmenssprecher. Für DHL arbeiten nach Angaben des Post-Sprechers 200 Menschen in Bochum direkt mit Nokia zusammen. Sie sind unter anderem für den Versand von Mobiltelefonen zuständig.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers will am Mittwochnachmittag mit den Beschäftigten reden. Er warnte Nokia indirekt vor Absatzverlusten in Deutschland, wenn der Konzern das Werk in Bochum schließen sollte. „Nokia muss sich überlegen, dass es weiter auf dem deutschen Markt präsent sein will“, sagte der CDU-Politiker dem ZDF. Deutschland sei einer der größten Handymärkte der Welt. Sollte hier aber der Eindruck entstehen, dass der finnische Konzern eine Art „Subventionsheuschrecke“ sei, die zuerst in Deutschland und dann nach dem Umzug möglicherweise noch einmal in Rumänien Fördermittel kassiere, könne dies einen erheblichen Imageschaden auslösen

Zugleich bekräftigte Rüttgers, dass die Landesregierung eine Rückforderung von 60 Mill. Euro Fördermitteln prüfen werde. Wirtschaftsministerin Christa Thoben schaltete dazu die landeseigene Förderbank NRW-Bank ein. Eine Werksschließung könnten die Ruhrgebietsstadt Bochum hart treffen. Die Belegschaft des Bochumer Opel-Werks kämpft dort bereits seit Jahren um ihre Arbeitsplätze.

Der weltgrößte Mobiltelefon-Hersteller Nokia hatte am Dienstag überraschend angekündigt, zur Jahresmitte sein Werk in Bochum mit 2 300 Mitarbeitern schließen zu wollen. Die Produktion wird in andere europäische Nokia-Werke verlagert. „Hauptsächlich nach Rumänien, aber auch nach Ungarn und Finnland“, sagte Nokia-Vorstand Veli Sundbäck. Die Arbeitskosten seien in Deutschland fast zehnmal höher als in Rumänien.

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