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04.01.2016

14:25 Uhr

Nokia kauft Alcatel-Lucent

Aktionäre stimmen Milliarden-Übernahme zu

Der Übernahme von Alcatel-Lucent durch den finnischen Konkurrenten Nokia steht nichts mehr im Weg. Knapp 80 Prozent der Alcatel-Aktionäre nehmen das Angebot der Finnen an. Schon bald treten beide Konzerne gemeinsam auf.

Der finnische Konzern Nokia verspricht sich vom Zusammenschluss mit Alcatel-Lucent Kosteneinsparungen von jährlich 900 Millionen Euro vom Jahr 2018 an. Reuters

Nokia-Zentrale im finnischen Espoo

Der finnische Konzern Nokia verspricht sich vom Zusammenschluss mit Alcatel-Lucent Kosteneinsparungen von jährlich 900 Millionen Euro vom Jahr 2018 an.

Espoo/ParisDer finnische Netzwerkausrüster Nokia hat die letzte Hürde beim milliardenschweren Kauf des französisch-amerikanischen Konkurrenten Alcatel-Lucent genommen. Nach vorläufigen Angaben der französischen Finanzmarktaufsicht AMF vom Montag nahmen knapp 80 Prozent der Alcatel-Aktionäre das Übernahmeangebot der Finnen an.

Damit kann Nokia nun die Integration vorantreiben. Vom 14. Januar an sollen die beiden Konzerne dann gemeinsam auftreten, wie Nokia erklärte.

Die Zustimmung der Aktionäre war erwartet worden. Nokia hatte als Bedingung nur verlangt, dass mehr als die Hälfte der Stimmrechte dem Konzern angedient werden sollten. Die Wettbewerbsbehörden hatten den 15,6 Milliarden Euro schweren Deal bereits im vergangenen Jahr genehmigt.

So sieht das neue Nokia aus

Konzern im Wandel

Es ist eine Zeitenwende für Nokia: Der finnische Konzern hat sein Kerngeschäft mit Handys an Microsoft verkauft. In den letzten Jahren hatte er an Marktanteilen verloren und rote Zahlen geschrieben. Das neue Nokia ruht auf drei Säulen.

Netzwerktechnik

Die wichtigste Säule des Konzerns ist jetzt die Netzwerktechnik. Im Juli 2013 kaufte Nokia den Partner Siemens für 1,7 Milliarden Dollar aus dem Joint Venture heraus, um das Geschäft wieder allein zu betreiben. Angesichts des Smartphone-Booms wirkt der Aufbau von Netzen der Mobilfunk-Anbieter auf den ersten Blick als sicheres Geschäft, doch in der Branche herrscht ein harter Wettbewerb. NSN konkurriert mit Ericsson, Alcatel-Lucent und den chinesischen Rivalen Huawei und ZTE. Der Preiskampf wird weiter anhalten, zumindest muss sich Nokia nicht mehr mit einem Partner über die Strategie streiten.

Landkarten

Das zweite große Nokia-Standbein sind die Kartendienste unter dem Markennamen Here. Hier kauften die Finnen bereits 2007 für gut acht Milliarden Dollar den Karten-Spezialisten Navteq und investierten seitdem massiv in den Aufbau eines vollwertigen Online-Angebots sowie Navigationsdiensten. Allerdings ist das Geschäft teuer und die Konkurrenz groß – gerade Google gibt viel Geld aus. Nokia will seine Kartendienste auf andere Betriebssysteme bringen, die Daten werden bereits in vielen Auto-Navigationssystemen genutzt. Zu einem großen Teil werden die Nokia-Kartendienste in Berlin entwickelt.

Patente

Nokia hält ein umfangreiches Patentportfolio – das Geschäft mit Lizenzen soll künftig die dritte Säule des neu ausgerichteten Konzerns werden.

Rückkehr möglich

Nokia hat sich gegenüber Microsoft verpflichtet, vorerst keine Mobiltelefone zu verkaufen. Nach Ablauf einer Frist wäre das allerdings durchaus erlaubt, andere Geräte wie Smartwatches dürfte das Unternehmen bereits jetzt auf den Markt bringen. Konkrete Pläne sind nicht bekannt, aber eine Rückkehr in das Geschäft mit Elektronik ist nicht ausgeschlossen.

Nokia verspricht sich vom Zusammenschluss Kosteneinsparungen von jährlich 900 Millionen Euro vom Jahr 2018 an. Das Unternehmen konzentriert sich seit dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft auf das Geschäft als Ausrüster von Telekom-Netzwerken. Mit der Übernahme überholen die Finnen den schwedischen Rivalen Ericsson.

Von

dpa

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