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25.02.2014

12:39 Uhr

Nokia-Vorstand

„Nokia X wird sogar noch billiger“

VonChristof Kerkmann

Billig, billiger, Nokia. Auf dem globalen Handymarkt ist Nokia die Nummer Zwei, bei Smartphones hat das Unternehmen jedoch noch Nachholbedarf. Nokia-Vorstand Timo Toikkanen erklärt, wie sich das ändern soll.

Das neue Nokia X: „Die Verbraucher haben eine Auswahl verdient.“ Reuters

Das neue Nokia X: „Die Verbraucher haben eine Auswahl verdient.“

Nokia greift mit Billig-Smartphones an: Das finnische Unternehmen baut künftig Geräte mit dem Betriebssystem Android. Warum es auf die Software des Konkurrenten Google setzt und warum er dadurch keine Konkurrenz für die eigenen Modelle befürchtet, erklärte Nokia-Vorstand Timo Toikkanen in einem engen Konferenzraum gegenüber einigen Journalisten – aus Deutschland war Handelsblatt Online dabei.

Herr Toikkanen, warum nutzt Nokia Android?
Nokia X zielt auf den am schnellsten wachsenden Teil des Marktes: die nächste Milliarde Menschen, die ins Internet geht, wohnt in den Schwellenländern. Die meisten sind jung und nutzen dafür mobile Geräte. Klar ist aber auch: Die Marke Lumia bleibt das wichtigste Element unserer Smartphone-Strategie.

Nokia-Vorstand Timo Toikkanen.

Nokia-Vorstand Timo Toikkanen.


Warum aber sollten Nutzer Nokia statt eines anderen Android-Herstellers wählen?
Die Verbraucher haben eine Auswahl verdient. Wir wollen sicherstellen, dass wir eindeutig Nokia-Geräte herstellen – mit dem Design, der Qualität und der Zuverlässigkeit, die man von uns kennt. Die Nutzer profitieren von unseren Diensten, Here Maps zum Beispiel. Gleichzeitig ist es strategisch sinnvoll: Die Nutzer verwenden unsere Apps und die Cloud von Microsoft.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

Huawei

Drittgrößter Smartphone-Hersteller ist Huawei mit knapp 47 Millionen verkauften Geräten und einem Marktanteil von 4,8 Prozent.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.



Microsoft will Windows Phone auf billige Geräte bringen. Verschwindet Nokia X dann wieder?
Die Lumia-Smartphones werden billiger, aber Nokia X wird sogar noch billiger.

Mit den Asha-Geräten zielen Sie ebenfalls auf Schwellenländer. Warum?
Es gibt einen deutlichen Preisunterschied, die Asha-Geräte kosten halb so viel – und ein paar Dollar machen in diesen Ländern eine riesigen Unterschied.

Kunden können nicht auf die Apps aus dem Play Store von Google zugreifen. Wie wollen Sie für ein breites Angebot sorgen?
Die meisten Apps lassen sich in wenigen Stunden für den Nokia Store anpassen. Wir bieten aber auch die Möglichkeit, die Plattformen anderer Firmen zu nutzen. Viele Apps stehen woanders zur Verfügung.

Sie bringen das Gerät überall heraus, auch in Deutschland. Haben Sie keine Angst, dass Sie gerade hier den teuren Lumia-Smartphones Kundschaft wegnehmen?
Nein. Wir haben auf der ganzen Welt gründliche Tests gemacht. Daher wissen wir: Wir nehmen nicht Lumia die Kunden weg, sondern Android.

Herr Toikkanen, vielen Dank für das Gespräch.

Kommentare (1)

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Brasil

25.02.2014, 13:27 Uhr

In Brasilien hat die Mehrheit bis zu drei und manchmal auch mehr Handys in der Tasche!
Seit die Hersteller dazu uebergegangen sind Geraete fuer zwei Chips herzustellen, ist das ein wenig zurueckgegangen.
Die Rechnung von Nokia wird aufgehen, wenn die Geraete billiger werden, denn sie werden die zunehmende Zahl von Nonames vom Markt verdraengen!
Viel Erfolg NOKIA!

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