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14.05.2013

16:22 Uhr

Nokia

„Wer uns ausgezählt hat, wird sich noch wundern“

VonHelmut Steuer

Ein Smartphone mit Aluminium-Hülle ist das neue Spitzenmodell aus dem Hause Nokia. Die Probleme des einstigen Spitzenkonzerns sind damit noch nicht behoben. Die Finnen kämpfen gegen den Sturz in die Bedeutungslosigkeit.

Präsentation des Nokia Lumia 925 in London. AFP

Präsentation des Nokia Lumia 925 in London.

StockholmDer angeschlagene finnische Handy-Hersteller Nokia kämpft sich zurück: Nach der Vorstellung des neuen Smartphones Asha 501 vergangene Woche in Neu Delhi präsentierte Nokia heute in London sein neues Flaggschiff, das Lumia 925. Mit edlem Aluminium-Rahmen und einer ausgefeilten Kamera-Technologie will das Unternehmen zurück an die Weltspitze.

„Das hier ist das innovativste Smartphone der Welt“, gab sich Nokia-Managerin Jo Harlow selbstsicher. Die Smartphone-Chefin stellte das High End-Gerät zusammen mit Nokia-Designer Stefan Pannenbecker vor. Beide hoben besonders die Kamera des Gerätes hervor, die auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen gestochen scharfe Bilder liefern soll. Das Lumia 925 wird ab Juni nahezu weltweit lieferbar sein. In Deutschland wird Vodafone exklusiv ein Sondermodell mit einem 32 GB-Speicher für 599 Euro anbieten.

Die größten Handyhersteller

Markt im Wandel

Der Handy-Markt ist im Umbruch: Smartphones verdrängen einfache Mobiltelefone, Samsung gelingt es am besten, sich auf diesen Trend einzustellen. Dagegen kommt kein anderer an – weder Nokia, die einstige Nummer 1, noch Apple mit seinem iPhone.

Samsung

Samsung ist inzwischen mit deutlichem Abstand die Nummer 1: Der südkoreanische Hersteller verkaufte im dritten Quartal 2012 knapp 98 Millionen Geräte, wie der Marktforscher Gartner berichtet. Das entspricht einem Marktanteil von 22,9 Prozent. Auch im lukrativen Smartphone-Markt ist der Konzern gut aufgestellt, er setzte 55 Millionen Geräte ab.

Nokia

Der einstige Weltmarktführer Nokia lässt Federn. Im dritten Quartal 2012 verkaufte er nur noch 82 Millionen Handys (19,2 Prozent Marktanteil). Im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 105 Millionen Geräte. Darunter waren laut Gartner aber nur 7,2 Millionen Smartphones, die deutlich mehr abwerfen als die Günstig-Handys.

Apple

Apple verkaufte im dritten Quartal 23,6 Millionen Smartphones, ein deutlicher Zuwachs von mehr als 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Handymarkt hält Apple 5,5 Prozent Marktanteil, im lukrativen Smartphone-Markt sogar 13,9 Prozent.

Research in Motion

Der Blackberry-Hersteller Research in Motion steckt ebenso wie Nokia tief in der Krise. Die Kanadier setzten im dritten Quartal 2012 rund 9 Millionen ihrer E-Mail-Maschinen ab, rund ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil bei den Handys ist auf 2,1 Prozent geschrumpft, bei den Smartphones sind es immerhin noch 5,3 Prozent.

Sonstige

Der Handymarkt ist schwer umkämpft, Traditionsunternehmen wie Aufsteiger buhlen um die Gunst der Käufer. Der chinesische Hersteller ZTE verkaufte im dritten Quartal 16,7 Millionen Geräte (3,9 Prozent Marktanteil), Huawei 12 Millionen Handys (2,8 Prozent). LG wurde 14 Millionen Geräte los (3,3 Prozent), die Google-Tochter Motorola 8,6 Millionen (2 Prozent), dicht gefolgt von HTC mit 8,4 Millionen.

Die Vorstellung des neuen Top-Geräts ist ein weiterer Schritt des finnischen Handy-Herstellers, den Abstand auf Weltmarktführer Samsung und Apple wieder zu verringern. Dass das kein leichter Weg wird, zeigen allerdings neueste Zahlen der Marktforscher von Gartner, die nahezu zeitgleich mit der Präsentation des neuen Nokia-Geräts veröffentlicht wurden: Danach hat Samsung seinen Handy-Weltmarktanteil um zweieinhalb Prozentpunkte auf 23,6 Prozent ausbauen können. Nokia dagegen verlor fast fünf Prozentpunkte, belegt aber mit einem Weltmarktanteil von 14,8 Prozent weiterhin den zweiten Platz vor Apple, der auf neun Prozent kommt.

Besonders dramatisch war der Nokia-Einbruch bei den sogenannten Feature-Phones. Das sind einfache Geräte mit Tasten-Bedienung, auf denen keine Apps laufen. Diese Handys waren jahrelang eine der Domänen von Nokia. Vor allen Dingen in den Schwellenländern Asiens und Afrikas wurden diese einfachen Geräte verkauft. Mittlerweile wollen die Menschen in diesen Regionen aber auch Smartphones besitzen, die ihnen einen Internet-Zugang ermöglichen. Deshalb hat Nokia vergangene Woche im indischen Neu Delhi mit seinem neuen Asha 501 ein Smartphone präsentiert, das unter 100 Dollar kosten wird und viele von deutlich teureren Geräten bekannte Eigenschaften wie Wlan, Bluetooth, Kamera und Radio bietet.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

14.05.2013, 22:24 Uhr

NOKİA war mal das Beste..

Hans

14.05.2013, 22:35 Uhr

Was ist das hier: _ ?
Das ist der Unterschied zwischen Flop und Elop

Hans

14.05.2013, 22:47 Uhr

Der Namen Pannenbecker entspricht übrigens dem Design völlig Weiter so Junge...
2017 gibt es keinen Telefon mit dem Namen Nokia drauf.
Schrecklich !!!

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