Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2008

16:18 Uhr

Nokia will Bochumer Werk schließen

Aus für den Handy-Standort Deutschland

VonHelmut Steuer

Mit der Schließung des Handy-Werks von Nokia in Bochum ist die Fertigung von Mobiltelefonen am Standort Deutschland am Ende. 2 300 Stellen sind schon sehr bald betroffen. Der Schritt des finnischen Konzerns weckt Erinnerungen an die ehemalige Siemens-Handy-Sparte BenQ.

Mitarbeiter verlassen am Dienstag das Nokia-Werk in Bochum. Der finnische Mobilfunkhersteller will den Standort im Ruhrgebiet bis Mitte des Jahres schliessen. Foto: ap ap

Mitarbeiter verlassen am Dienstag das Nokia-Werk in Bochum. Der finnische Mobilfunkhersteller will den Standort im Ruhrgebiet bis Mitte des Jahres schliessen. Foto: ap

STOCKHOLM. Nur gut ein Jahr Jahr nach dem Aus der ehemaligen Siemens-Handy -Sparte BenQ, bei dem etwa 3 000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren und dem Rückzug von Motorola, kündigte nun auch der weltgrößte Handy-Hersteller, die finnische Nokia, die Schließung des Werks in Bochum an. Etwa 2 000 der insgesamt 2 300 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Nokia begründete den Schritt mit fehlender Wettbewerbsfähigkeit. "Die geplante Schließung des Werkes Bochum ist notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit von Nokia langfristig zu sichern", erklärte Veli Sundbäck, Aufsichtsratsvorsitzender der deutschen Nokia GmbH.

Politik und Gewerkschaften zeigten sich von der Entscheidung des finnischen Konzerns geschockt. Die IG Metall kündigte an, gegen die Schließungspläne vorzugehen. Das Land Nordrhein-Westfalen will zudem die eventuelle Rückforderung von Subventionen prüfen. Nokia hat in den vergangenen neun Jahren insgesamt rund 88 Mill. Euro an Fördermitteln von Bund und Land erhalten.

Die Schließung des Bochumer Werkes soll bis Mitte dieses Jahres erfolgen. Ein Teil der Handy-Montage wird nach Rumänien ausgelagert, wo Nokia ein neues Werk errichtet hat. Außerdem würden Kapazitäten nach Ungarn und ins Stammwerk in Finnland verlagert, sagte eine Nokia -Sprecherin. Für etwa 2 000 Beschäftigte bedeutet das den Verlust des Arbeitsplatzes. Nur etwa 280 Mitarbeiter könnten möglicherweise in den zwei zum Verkauf stehenden Sparten für Freisprechanlagen und Software-Entwicklung weiterbeschäftigt werden, sagte die Sprecherin.

Die Produktionskosten seien in Deutschland zu hoch, sagte Nokia -Vorstandsmitglied Veli Sundbäck, der auch Aufsichtsratschef von Nokia Deutschland ist, am Dienstag in Düsseldorf. Die Arbeitskosten seien fast zehnmal höher als in Rumänien. Zudem sei es wegen der hohen Fertigungskosten nicht gelungen, Zulieferer in der Nähe des Standorts anzusiedeln.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×