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29.02.2012

19:58 Uhr

Nokias Chef im Interview

„Wir wollen Erster sein“

VonHelmut Steuer

Vor einem Jahr läutete Nokia-Chef Elop einen großen Strategiewechsel beim angeschlagenen finnischen Handyriesen ein. Bisher blieb der durchschlagende Erfolg aus. Doch der Unternehmenslenker gibt sich kämpferisch.

Der Kanadier Stephen Elop leitet seit Herbst 2010 den weltgrößten Handy-Hersteller. Als erster Nicht-Finne an der Unternehmensspitze soll er den bei Smartphones nahezu abgehängten Produzenten wieder auf Erfolgskurs bringen. AFP

Der Kanadier Stephen Elop leitet seit Herbst 2010 den weltgrößten Handy-Hersteller. Als erster Nicht-Finne an der Unternehmensspitze soll er den bei Smartphones nahezu abgehängten Produzenten wieder auf Erfolgskurs bringen.

Handelsblatt: Herr Elop, seit einem Jahr setzt Nokia statt auf sein hauseigenes Betriebssystem Symbian auf Microsofts Windows Phone 7. Wie lautet Ihr erstes Fazit?

Stephen Elop: Es war ein schwieriges Jahr. Wir mussten schmerzhafte Restrukturierungen umsetzen. Aber wir haben den Konzern neu aufgestellt und viele neue Produkte präsentiert. Darauf bin ich stolz.

Ist die Umbauphase schon beendet?

Wir haben etwa die Hälfte des Weges zurückgelegt. Weitere neue Geräte sind in der Vorbereitung, der Verkauf unserer Windows-Handys hat begonnen. Das ist gut, aber es bleiben noch große Herausforderungen.

Eine davon ist die Konkurrenz chinesischer Handy- Hersteller. Wie beurteilen Sie den Vormarsch von Huawei und ZTE?

Diese Unternehmen arbeiten sehr hart daran, wettbewerbsfähige Geräte anbieten zu können. Sie haben auf das Google-Betriebssystem Android gesetzt. Wir haben uns dagegen für Windows Phone 7 entschieden. Auch, weil wir uns unterscheiden wollen von all diesen anderen Herstellern. Wir wollen eine Alternative bieten. Die Telekom-Konzerne wollen mehr als nur zwei Betriebssysteme haben.

Aber hier in Barcelona sind nur zwei neue Windows-Handys vorgestellt worden, nämlich von Ihnen. Reicht das, um eine dritte Alternative zu etablieren?

Vor ein paar Wochen hat HTC in Las Vegas Windows-Geräte vorgestellt. Auch Samsung hat das Windows-Phone-Sortiment erweitert. Wir werden eine ganze Reihe Produkte präsentieren, die Software weiter verbessern und Geräte für alle Preissegmente vorstellen.

Und wie sieht es mit einem Nokia-Tablet-Computer aus?

Wir haben das nicht angekündigt. Als wir erstmals über Öko-Systeme im Mobilfunk sprachen, meinten wir Handys, Betriebssystem, Apps und alle Dienste drumherum. Doch der Begriff Öko-System hat sich erweitert: Heute meinen wir mit Öko-System Handy, Tablet-Computer, Spielekonsole, Fernseher, Auto. Microsoft will mit dem neuen Computer-Betriebssystem Windows 8 einen Standard für all dies schaffen. Wir schauen uns genau an, wo unsere Rolle in diesem System ist. Wir werden sicherlich nicht alles produzieren.

Sie integrieren die Microsoft-Office-Programme und das Mailprogramm in die Handys. Werden professionelle Anwender für Sie wieder wichtiger?

Sie werden mehr Anwendungen für Geschäftskunden sehen, ohne dass wir die andere Kundengruppe vernachlässigen.

Sie sprechen gern von einem Rennen dreier Pferde und meinen den Wettkampf der Handy-Betriebssysteme zwischen Apples iOS, Googles Android und Microsofts Windows Phone 7. Als Wievielter werden Sie über die Ziellinie rennen?

Als Erster natürlich. Unsere Ansprüche sind sehr hoch, und wir haben noch viel Arbeit vor uns.

Herr Elop, wir danken Ihnen für das Interview.

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