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11.09.2013

16:49 Uhr

NSA-Spähaffäre

SAP setzt auf eigene Datendienste

Das Geschäft mit der Datensicherheit ist auch ein Geschäft mit der Angst – und das kann profitabel sein. Der Softwarehersteller SAP arbeitet mit Hochdruck am Aufbau eigener Rechenzentren, die vor Spionage geschützt sind.

Beispielhaftes Rechenzentrum: SAP will mit dem Aufbau eigener Datennetze Sicherheit garantieren. dpa

Beispielhaftes Rechenzentrum: SAP will mit dem Aufbau eigener Datennetze Sicherheit garantieren.

Der Softwarekonzern SAP beschleunigt vor dem Hintergrund der Debatte um die Spähattacken von Geheimdiensten weltweit den Aufbau eigener Rechenzentren. „Das Thema NSA wird immer wieder aufgegriffen, auch von Kunden“, sagte Bernd Leukert, der im erweiterten Vorstand von SAP für Innovationen in Software-Anwendungen zuständig ist, am Mittwoch der dpa. „Wir beschleunigen unsere Investitionen in den globalen Ausbau unserer Rechenzentren.“

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der US-Abhördienst NSA und sein britischer Partner GCHQ seit Jahren systematisch Verschlüsselung im Internet aufgebrochen und geschwächt haben. „Wir haben in dieser wichtigen Diskussion den Vorteil, dass wir unsere Cloud Services nach deutschem Recht anbieten“, sagte Leukert. Viele Wettbewerber könnten das nicht. „Und uns hilft auch die Tatsache, dass wir unseren Firmensitz mit einer entsprechende Infrastruktur von Rechenzentren in Deutschland haben“, sagte Leukert.

Nach der Übernahme der US-Firmen Successfactors und Ariba verfügt SAP über acht Rechenzentren in den USA, Europa und Australien. Vier weitere Datenzentren in China, Russland, Brasilien und Kanada sind derzeit geplant. „Wir bauen derzeit Rechenzentren in allen Regionen“, sagte Leukert. „Die Nachfrage ist hoch. Deshalb erweitern wir unsere Kapazitäten.“ Die Frage nach der Sicherheit ihrer Daten treibe längst nicht nur deutsche Kunden um. „Kunden weltweit ist wichtig: wo liegen die Daten und welche Mitarbeiter aus welcher Region verwalten sie“, sagte Leukert.

Selbst in China will SAP in Zukunft ein eigenes Rechenzentrum betreiben. Bislang war es für nicht-chinesische Firmen schwierig, Software in eigenen Rechenzentren an Chinesen zu verkaufen. Um das Problem zu umgehen, hat SAP deshalb schon 2011 ein Joint Venture mit dem chinesischen IT-Anbieter CCS geschlossen. „Langfristig ist es unser Ziel, in China auch ein eigenes Rechenzentrum haben und wir führen dazu Gespräche mit den Verantwortlichen in China“, sagte Leukert. Asien war zuletzt der wunde Punkt in SAPs Bilanz. Die Wachstumsschwäche in China hatte sich auch auf andere asiatische Länder übertragen.

Von

dpa

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