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08.06.2013

08:55 Uhr

NSA-Überwachung

Aussage gegen Aussage

VonNils Rüdel

Die US-Regierung hat die Schnüffel-Aktion bei Internetdiensten eingeräumt. Doch Google-Gründer Page, Facebook-Chef Zuckerberg und die anderen Firmen dementieren. Wie passt das zusammen? Experten haben einige Theorien.

Larry Page will nichts von den Abhör-Programmen gewusst haben. dpa

Larry Page will nichts von den Abhör-Programmen gewusst haben.

New York„Was zur... ?“ – Die Überschrift, die Google-Chef Larry Page am Freitag über seinen Kommentar zum Daten-Skandal setzte, soll vor allem eines ausdrücken: Erstaunen. Man wisse nichts von einem Programm namens PRISM, unter dem der US-Geheimdienst NSA angeblich seit Jahren E-Mails, Fotos und Dokumente abgreift.
Ähnliches beteuerten auch die anderen Internet-Konzerne, die laut Enthüllungen der „Washington Post“ und des „Guardian“ den Behörden einen direkten Zugang zu ihren Servern gewähren: Niemand will von PRISM je gehört haben. Man gebe nur auf Gerichtsbeschluss hin Daten weiter und prüfe jeden Einzelfall sehr genau, hieß es es überall. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nannte die Presseberichte von Donnerstagnacht auf seinem Profil „ungeheuerlich“.

US-Präsident Barack Obama bestätigte dagegen am Freitag grundsätzlich, dass in den USA Telefon- und Internetdaten überwacht werden. Es handle sich um „maßvolle“ Eingriffe in die Privatsphäre, die zum Schutz der nationalen Sicherheit notwendig seien. Zuvor hatte bereits Geheimdienstkoordinator James Clapper eingeräumt, dass sich die Berichte über PRISM auf eine tatsächliche Datensammelaktion beziehen. Allerdings enthielten sie „zahlreiche Ungenauigkeiten“.
Nun wundern sich die Amerikaner: Wie passt das zusammen? Hat die NSA tatsächlich einen direkten Zugang zu den Servern der größten Internet-Dienste – mit Zustimmung der Unternehmen, aber ohne dass die Chefs davon gewusst haben? Brüstet sich die NSA intern mit Erfolgen, die es gar nicht gibt – oder sagen die Firmen die Unwahrheit? Oder geht es hier allein um Wortklauberei?
Es steht Aussage gegen Aussage, und vieles in diesem Skandal ist nebulös. Von offizieller Seite gibt es keine Details zu der Überwachungsaktion. Der einzige Beweis ist bislang eine grafisch dürftig gestaltete Powerpoint-Präsentation, die unter anderem die Namen der Internet-Dienste auflistet. Und die Aussage eines offenbar besorgten NSA-Mitarbeiters, der die Folien der Presse zugespielt hatte.

Kommentare (16)

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TiSch

08.06.2013, 09:41 Uhr

Ich kann nicht nachvollziehen wo das Handelsblatt nun genau herleitet dass die Regierung zugegeben hat direkten Zugriff auf die Server dieser Unternehmen zu haben.

Sie haben zugegeben den Internetverkehr abzugreifen(mit Hilfe von Telekommunikationsfirmen), das ist aber kein direkter Zugriff (z.B. durch Hintertüren bei Microsoft, Google oder Facebook).

Domenq

08.06.2013, 09:47 Uhr

Wer nicht dementiert, macht sich strafbar.

Gruselig, aber so wird es sein.

Account gelöscht!

08.06.2013, 10:12 Uhr

Die brauchen doch keine Zustimmung von Google oder wem auch immer. Die brauchen nur die Datenfluesse direkt anzuzapfen, voellig beliebig von wem und fuer wen auch immer die Daten sind.

Und hier liegt genau das Problem, dies einzuschraenken. Es geht nicht. Da braucht man gar nicht Google, Yahoo oder wen auch immer damit belasten. Auch die koennten dies nicht verhindern.

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