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17.01.2014

13:18 Uhr

Nutzerrekord

WhatsApp rückt Facebook auf die Pelle

Trotz aller Sicherheitsbedenken: WhatsApp wächst und wächst und wächst. In Deutschland kommunizieren inzwischen 30 Millionen Smartphone-Nutzer über den Dienst. Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen.

Whatsapp auf dem Smartphone: Die Anwendung findet in Deutschland immer mehr Fans. Whatsapp

Whatsapp auf dem Smartphone: Die Anwendung findet in Deutschland immer mehr Fans.

WhatsApp rückt Facebook auf die Pelle: Der Kommunikationsdienst für Smartphones habe in Deutschland inzwischen 30 Millionen aktive Nutzer, teilte Firmenchef Jan Koum am Freitag per Twitter mit. Damit steigerte das US-Unternehmen seine Reichweite innerhalb von fünf Monaten um 50 Prozent. Weltweit verwenden 400 Millionen Menschen die App. Auch wiederholte Berichte über Sicherheitspannen scheinen dem Erfolg nichts anhaben zu können.

WhatsApp bewegt sich inzwischen in ähnlichen Dimensionen wie Facebook: Das Soziale Netzwerk hat in Deutschland nach den jüngsten Angaben vom September monatlich mehr als 25 Millionen Nutzer. Weltweit hat der Marktführer 1,19 Milliarden Nutzer.

Messaging-Apps wie WhatsApp boomen, auch Snapchat, Wechat und Line legen derzeit massiv zu. Nach Einschätzung des Marktforschers Ovum vom November nutzen bereits mehr als eine Milliarde Menschen derartige Dienste, im Laufe des Jahres werde sich diese Zahl verdoppeln. Das dürfte auch WhatsApp neue Nutzer bescheren.

Was an WhatsApp Kopfschmerzen bereitet

Laxer Umgang mit Datenschutz

WhatsApp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

Zweifel an der Verschlüsselung

Lange wurden die WhatsApp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch an der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

Sicherheitsbedenken

Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

Soziale Kontrolle

Für jeden App-Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit WhatsApp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

Undurchsichtige Firma

Über die Firma WhatsApp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen. Auch der Anfang 2014 angekündigte Verkauf an Facebook stößt auf Skepsis – das Soziale Netzwerk gilt nicht wenigen als Datenkrake.

Zum Wachstum trügen erschwingliche Smartphones und Datentarife bei, erklärt Ovum. Zudem machten einige Firmen massiv Werbung, etwa der japanische Anbieter Line. Der Marktforscher erwartet, dass eine ganze Reihe neuer Anbieter auf den Markt kommen wird.

Die neuen Apps machen den Mobilfunkanbietern das Leben schwer – der Umsatz mit den einst so einträglichen SMS bröckelt. Auch Facebook bekommt neue Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Smartphone-Nutzer.

Von

chk

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.01.2014, 13:40 Uhr

"Was an WhatsApp Kopfschmerzen bereitet". Nach dem Bericht muss man durchaus fragen, ob überhaupt jemand wegen What's App Kopfschmerzen hat. Die 30 Millionen Nutzer in Deutschland wohl nicht. Es wird ja niemend gezwungen den Dienst zu nutzen. Im Gegensatz zum "Bezahl-Service" weiß ich, was ich bekomme.

WhatsApp_Sucks

17.01.2014, 13:51 Uhr

WhatsApp ist die logische Fortsetzung der kommerziellen Auswertung des Individuums mit noch effizienteren Mitteln.

Man muß den Nutzern Naivität bescheinigen.

Account gelöscht!

17.01.2014, 16:09 Uhr

lol
30 Millionen Nutzer heisst 30 Millionen Handy-Nummern.
Da macht mir eher Kopfschmerzen wie lasch die Leute mit ihren Daten umgehen, aber nunja.

"Im Gegensatz zum "Bezahl-Service" weiß ich, was ich bekomme."
Müll - aber der kostet.

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