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21.09.2015

16:02 Uhr

O2 kommt zurück

Telefónica-Tochter soll nach Fusion wieder an die Börse

Erst die Fusion, dann zurück aufs Parkett: Der britische Telefonanbieter O2 soll wieder an die Börse. Ein Hongkonger Konkurrent bietet 14 Milliarden Euro für die Telefónica-Tochter. Nun müssen die Aufseher zustimmen.

Der Deal mit dem Hongkonger Anbieter Three des Mischkonzerns Hutchinson soll rund zehn Milliarden Pfund schwer sein, das fusionierte Unternehmen gar 15 Milliarden – doch das Placet der Aufseher steht noch aus. dpa

Regulierer müssen zustimmen

Der Deal mit dem Hongkonger Anbieter Three des Mischkonzerns Hutchinson soll rund zehn Milliarden Pfund schwer sein, das fusionierte Unternehmen gar 15 Milliarden – doch das Placet der Aufseher steht noch aus.

London/HongkongDie britische Telefónica-Tochter O2 soll nach der Fusion mit dem Anbieter Three des Mischkonzerns Hutchison wieder an die Börse kommen. Investoren hätten sich bereiterklärt, für den Deal rund drei Milliarden Pfund bereitszustellen, sagte Hutchison-Co-Chef Canning Fok der „Financial Times“ (Montag). Das Unternehmen aus Hongkong will O2 UK derzeit für rund 10,3 Milliarden Pfund (14,1 Mrd Euro) von der spanischen Telefónica kaufen. Der fusionierte Anbieter soll rund 15 Milliarden Pfund wert sein. Die Genehmigung der Aufseher steht noch aus.

Ob die Regulierer die Fusion durchwinken, ist noch fraglich. Die seit November amtierende EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager fährt Analysten zufolge einen härteren Kurs als ihr Vorgänger Joaquín Almunia. Vor knapp zwei Wochen wurde die Fusion zweier Mobilfunker in Dänemark abgeblasen, weil Vestager höhere Preise und schlechteren Service durch weniger Wettbewerb befürchtete. In den vergangenen Jahren hatten die Aufseher mehrere Zusammenschlüsse in Europa zugelassen. Fok zeigte sich dennoch zuversichtlich, die Behörden zur Zustimmung bewegen zu können: Die Wettbewerbslage sei anders als im dänischen Fall.

Der bisherige Three-Chef David Dyson solle den fusionierten Anbieter leiten, sagte Fok. O2 war 2003 vom britischen Festnetzprimus BT Group abgespalten worden, der seinerseits aktuell mit dem Kauf des Gemeinschaftsunternehmens Everything Everywhere (EE) von Deutscher Telekom und der französischen Orange in den Mobilfunk zurückkehrt.

Wichtige Frequenz-Auktionen international

USA 2015

Erlöst wurden 45 Milliarden Dollar (40 Milliarden Euro).

Großbritannien 2014

2,3 Milliarden Pfund (3 Milliarden Euro). Analysten hatten mit bis zu vier Milliarden Pfund gerechnet.

Tschechien 2013

300 Millionen Euro. Die Auktion gelang erst im zweiten Anlauf - der erste Versuch wurde von der dortigen Regulierungsbehörde abgebrochen, da die eingegangenen Gebote sich bereits auf über 700 Millionen Euro summierten. Angesichts solcher hohen Summen fürchtete die Behörde massive Preissteigerungen für die Handy-Nutzer und einen langwierigen Ausbau der neuen Netze.

Österreich 2013

2 Milliarden Euro. Erwartet hatte der Staat eigentlich nur 600 Millionen Euro.

Niederlande 2012

3,8 Milliarden Euro. Der Betrag fiel wesentlich höher aus als von Experten prognostiziert. Telekom-Marktführer KPN musste wegen der hohen Ausgaben die Ausschüttungen an die Aktionäre streichen.

Frankreich 2011

Hier wurden 3,6 Milliarden Euro erlöst.

Deutschland 2010

Vier Bieter legten insgesamt 4,4 Milliarden Euro auf den Tisch.

Von

dpa

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