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21.08.2013

10:17 Uhr

O2 und E-Plus

Fragezeichen rund um die Mobilfunk-Übernahme

E-Plus-Großaktionär KPN treibt den Verkauf der deutschen Tochter voran. Doch ob Teléfonica Deutschland („O2“) wirklich den Zuschlag erhält, hängt vom Kartellamt ab – und einem mexikanischen Milliardär.

O2 will E-Plus: Die Mobilfunk-Fusion ist noch nicht in trockenen Tüchern. dpa

O2 will E-Plus: Die Mobilfunk-Fusion ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Frankfurt/DüsseldorfIm Juli kündigte Teléfonica Deutschland („O2“) an, den Rivalen E-Plus übernehmen zu wollen. Doch seitdem macht sich Unsicherheit breit. Denn beim E-Plus-Großaktionär KPN baut der mexikanische Milliardär Carlos Slim seine Position aus, dabei hat der sich bislang nicht positiv zu der Übernahmeidee auf dem deutschen Mobilfunkmarkt geäußert.

Offiziell ist auch noch keine Anmeldung der Fusion bei den Kartellbehörden eingegangen. „Sollte Telefónica Deutschland den Zusammenschluss mit E-Plus anmelden, gehört der Fall aus unserer Sicht eindeutig nach Bonn“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwoch). Die Bonner Behörde will die Fusion nicht den Brüsseler Kollegen überlassen, da sich die Fusion praktisch nur auf den deutschen Markt auswirken würde.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Die KPN-Aktionäre sollen am 2. Oktober über den Zukauf im Wert von 8,1 Milliarden Euro entscheiden, teilte KPN am Mittwoch mit. Derweil feilt Slim weiter an der Komplett-Übernahme von KPN. Sein mexikanischer Telekomanbieter America Movil habe die Finanzierung für den geplanten Kauf von KPN unter Dach und Fach. Die Übernahme werde im September weiter voranschreiten, so America Movil. Slims Firma hält derzeit einen Anteil von fast 30 Prozent an KPN und hatte vor knapp zwei Wochen angekündigt, die E-Plus-Mutter für gut sieben Milliarden Euro ganz kaufen zu wollen.

Slim könnte durch Vorstoß das zuvor von KPN beschlossene Zusammengehen von E-Plus mit der Tochter O2 also noch durchkreuzen. Denn KPN hatte dafür keine Rückendeckung Slims. America Movil steht in vielen Märkten Lateinamerikas in einem hartem Wettbewerb mit der spanischen Teléfonica, einem Großaktionär von Teléfonica Deutschland. Slim hält die gebotenen gut acht Milliarden Euro für E-Plus für zu niedrig.

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