Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.12.2013

12:21 Uhr

Öffentlich-Rechtliche

Hessischer Runfunk muss haushalten

Öffentlich-rechtliche Sendeanstalten haben Summen zur Verfügung, von denen private Medien nur träumen können – so das Klischee. Die aktuelle Lage des Hessischen Rundfunks neutralisiert diese Schwarz-Weiß-Sicht etwas.

Sie gelten als privilegiert gegenüber Privatsendern: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Doch geht es dem hr so viel besser als etwa dem Konkurrenten Hitradio FFH? Auch hier droht die Spar-Keule. dpa

Sie gelten als privilegiert gegenüber Privatsendern: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Doch geht es dem hr so viel besser als etwa dem Konkurrenten Hitradio FFH? Auch hier droht die Spar-Keule.

Frankfurt/MainDer Hessische Rundfunk (hr) muss im kommenden Jahr ein Defizit von 41 Millionen Euro verkraften. Dies sehe der Haushaltsplan 2014 vor, den der Rundfunkrat am Freitag genehmigt habe, teilte der Sender in Frankfurt mit. Erträgen von 486 Millionen Euro stehen demnach Aufwendungen von 527 Millionen Euro gegenüber.

Der hr werde zu weiteren Sparmaßnahmen gezwungen sein, sagte Intendant Helmut Reitze nach Mitteilung des Senders in seiner Rede vor dem Rundfunkrat. „Daran ändert auch die Umstellung von der Rundfunkgebühr zum Rundfunkbeitrag nichts. Zurzeit ist von den errechneten Mehreinnahmen in unserer Kasse nichts zu sehen.“ Bis Ende November habe der hr ein Prozent mehr eingenommen als geplant.

In der Öffentlichkeit verfestige sich das falsche Bild, die öffentlich-rechtlichen Sender schwämmen im Geld, sagte Reitze. „Das Gegenteil ist richtig.“ Die Meldungen über mögliche Mehreinnahmen ließen die Mehraufwendungen außer acht.

Wie Kommunen unter der neuen GEZ-Gebühr leiden

Heilbronn

Gebühr früher: 13.000 Euro
Gebühr heute: 40.000 Euro
Mehrkosten: 27.000 Euro (208 Prozent)

Quelle: Recherchen der NRW-FDP

Gelsenkirchen

Gebühr früher: 23.000 Euro
Gebühr heute: 71.000 Euro
Mehrkosten: 48.000 Euro (209 Prozent)

Bonn

Gebühr früher: 15.475 Euro
Gebühr heute: 48.573 Euro
Mehrkosten: 33.098 Euro (214 Prozent)

Baden-Baden

Gebühr früher: 6.200 Euro
Gebühr heute: 20.000 Euro
Mehrkosten: 13.800 Euro (223 Prozent)

Münster

Gebühr früher: 20.000 Euro
Gebühr heute: 66.000 Euro
Mehrkosten: 46.000 Euro (230 Prozent)

Mülheim

Gebühr früher: 10.000 Euro
Gebühr heute: 40.000 Euro
Mehrkosten: 30.000 Euro (300 Prozent)

Düsseldorf

Gebühr früher: 25.000 Euro
Gebühr heute: 150.000 Euro
Mehrkosten: 125.000 Euro (500 Prozent)

Rheinbach

Gebühr früher: 1.000 Euro
Gebühr heute: 7.000 Euro
Mehrkosten: 6.000 Euro (600 Prozent)

Solingen

Gebühr früher: 3.000 Euro
Gebühr heute: 27.000 Euro
Mehrkosten: 24.000 Euro (800 Prozent)

Bergisch-Gladbach

Gebühr früher: 2.000 Euro
Gebühr heute: 20.000 Euro
Mehrkosten: 18.000 Euro (900 Prozent)

In den vergangenen Jahren habe der hr insgesamt 214 Millionen Euro eingespart. „Trotzdem fehlen uns in der mittelfristigen Finanzplanung bis zum Jahr 2018 rund 235 Millionen Euro“, sagte Reitze. Zum Ende dieses Jahres verfüge der Sender über kein Eigenkapital mehr.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

16.12.2013, 13:58 Uhr

Die Frage ist eher, wofür wird das Geld ausgegeben? Nur, weil da ein Minus steht, ist nicht jede Ausgabe sinnvoll.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×