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03.04.2014

07:40 Uhr

Öffentlich-rechtlicher Sender

Gebührenverschwendung beim Deutschlandradio?

Exklusiv„Grobe Managementfehler“: Ein Mitarbeiter des Deutschlandradios erhebt schwere Anschuldigungen gegen Intendanten Willi Steul. Durch schlechte Planung von Bauprojekten soll dem Sender ein Millionenschaden entstanden sein.

Radio mit Tradition: Das neue Sendezentrum des Deutschlandradios soll bis 2016 fertiggestellt werden. dpa

Radio mit Tradition: Das neue Sendezentrum des Deutschlandradios soll bis 2016 fertiggestellt werden.

DüsseldorfNach Informationen des Handelsblatts (Donnerstagausgabe) herrscht beim Deutschlandradio Aufregung wegen eines offenen Briefs eines leitenden Mitarbeiters an den Intendanten Willi Steul. In dem Schreiben wird der Senderchef für „grobe Managementfehler … bei der Investitionsplanung“ verantwortlich gemacht, die einen Schaden von „mehreren Millionen Euro“ bei dem öffentlich-rechtlichen Sender verursacht hätten.

Bei den Ungereimtheiten soll es sich um zwei Bauprojekte handeln: der Sanierung eines Nachrichtenstudios und der Umwidmung eines Gebäudes, in dem sich bisher der große Sendersaal befand und das künftig ein modernes Sendezentrum beherbergen soll. Inwieweit die gut 1,4 Millionen Euro teure Sanierung des Nachrichtenstudios angesichts des Neubaus des Studiozentrums überhaupt erforderlich war, ist im Sender umstritten. Nach Ansicht einiger Mitarbeiter entspricht das sanierte Studio schon jetzt nicht mehr den Erfordernissen des Senders.

Bei der Umwidmung des Sendessaalgebäudes kam es, wie es heißt, zu Verzögerungen, die zu Mehrkosten von 1,5 Millionen Euro führten.
Weitere Zusatzkosten in Höhe von 930.000 Euro konnten nur durch Einsparungen beim Innenausbau und Rohbau aufgefangen werden. Laut Senderkreisen soll ein Grund für die Verzögerungen die Versetzung des für den Bau verantwortlichen Leiters der Bau- und Betriebsverwaltung gewesen sein, gegen die dieser erfolgreich vor dem Arbeitsgericht klagte. Im sendereigenen Intranet schrieb Intendant Steul, dass auch „interne Mängel in der Koordination, in den Abläufen und damit im Entscheidungsprozess ... Verzögerungen und Kosten verursacht“ hätten.

Das Sendezentrum soll nun bis 2016 fertiggestellt werden. Deutschlandradio rechnet mit Kosten in Höhe von maximal 15 Millionen Euro für den Umbau des Sendesaalgebäudes. In einem internen Memo vom September 2012, das dem Handelsblatt vorliegt, ist aber von einer Kosten von knapp 20 Millionen Euro die Rede.

Von

khr

Kommentare (5)

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03.04.2014, 08:26 Uhr

Ich bin gerne Hörer von Deutschlandradio, weil die dieser Sender unter den ÖR noch noch am ausgewogensten informiert.
Die wirklich skandalöse Gebührenverschwendung geschieht vor allem durch Fernsehsendungen, die mit dem Bildungssauftrag nichts zu tun haben. Überhaupt könnte ich auch das ZDF komplett verzichten.

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03.04.2014, 10:20 Uhr

Der Vorwurf belegt, dass die Kostenrechnung der Sender nicht in Ordnung ist und damit letztlich die Kalkulation der als Sondersteuer erhobenen Gebühren.

Jetzt ist das Gremium auf der Anklagebank, dass die Sondersteuer festgesetzt hat. Es hat es sich keinen verbindlichen Überblick über die Kosten geschaffen, die gegenzufinanzieren sind.

Ein anderer Aspekt ist der, dass diese Gebühren, mit Wirkung wie eine Sondersteuer für die Bürger (ob einer sehen kann oder nicht - ob er hören kann oder nicht) in einem Gremium beschlossen wurde, dass nicht einem Parlament entsprach.

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03.04.2014, 10:32 Uhr

Stimme Ihnen voll zu. DLF ist o.k. ZDF kannst Du vergessen (Kleber, Slomka, etc.)

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