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18.10.2012

15:12 Uhr

Öffentlich-rechtliches Fernsehen

ARD und ZDF denken über Jugendkanal nach

Nach dem KiKa nun einen Jugendkanal? ARD und ZDF wollen so ein jüngeres Publikum absprechen. Das verlieren sie sonst meistens an die privaten Kanäle. Nun könnten die beiden Sender gemeinsam in die Offensive gehen.

Thomas Bellut, Intendant des ZDF. dpa

Thomas Bellut, Intendant des ZDF.

MünchenARD und ZDF denken über einen gemeinsamen TV-Jugendkanal nach. Das ZDF sei zu Gesprächen bereit, sagte Intendant Thomas Bellut am Donnerstag in München. Bei einem Podiumsgespräch mit dem BR-Intendanten Ulrich Wilhelm und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) betonte Bellut: „Die Energien des ZDF stehen zur Verfügung.“ Ein gemeinsames Angebot für Jugendliche könne genauso erfolgreich sein wie der Kinderkanal KiKA. Dafür müsse es aber ausreichend Personal und die ungeteilte Zustimmung der ARD-Anstalten geben.

Wilhelm reagierte erfreut: „Dies ist eine wichtige Aussage, dass wir in Gespräche einsteigen können.“ Er hoffe, dass die ARD mit dem ZDF ein junges Angebot machen werde. Die ARD könne mit ihren jungen Hörfunkwellen viel Potenzial einbringen.

Der mögliche Standort eines solchen Jugendkanals ist noch völlig unklar. Ebenso, welche Rolle dabei die Digitalkanäle spielen, die zum Teil bereits gezielt junge Zuschauer ansprechen: Die ARD hat Eins Plus, Eins Festival und tagesschau24 im Angebot, das ZDF betreibt ZDFneo, ZDFinfo und ZDFkultur.

Zuversichtlich zeigten sich beide Intendanten, dass der Streit mit den Zeitungsverlagen um Informationsangebote im Internet beigelegt werden kann. „Es sieht danach aus, dass die Gespräche bald wieder losgehen“, sagte Bellut. Weil auch die Zeitungen online immer mehr mit Bewegtbilder arbeiteten, seien Kooperationen mit den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern möglich.

Das Landgericht Köln hatte der ARD exemplarisch verboten, die „Tagesschau“-App vom 15. Juni 2011 weiter für Smartphones anzubieten, und gab Zeitungsverlagen Recht. Wilhelm betonte die Bedeutung der Qualitätszeitungen in Deutschland und sprach von einem „Gebot der gemeinsamen Verantwortung, dass wir uns gegenseitig stützen“. Angesichts der technischen Entwicklungen und der Veränderungen beim Nutzungsverhalten gelte aber auch: „Wir brauchen mehr Freiheit im Netz.“

Dem stimmte Ministerpräsident Seehofer zu: „Ich möchte von niemandem behindert werden, wenn ich meine Informationen aus dem Internet beziehe.“ Nötig seien weniger Reglementierungen und mehr Freiheiten. Die Verleger sollten selbstbewusst in die Zukunft schauen und auf die eigenen Stärken setzen, statt nach Paragrafen zu rufen. Der CSU-Chef verwies auf den Erfolg der Frankfurter Buchmesse. Das Medium Buch feiere eine Renaissance. Dasselbe sei den Qualitätszeitungen möglich.

Für eine Gebührenerhöhung sieht Seehofer derzeit keinen Spielraum: „Auf absehbare Zeit wird es bei diesen 17,98 Euro bleiben.“ Bei den Sendern gebe es durchaus noch Sparpotenziale. Als Beispiel verwies Seehofer auf den Plan von Wilhelm, die BR-Fachredaktionen aus Hörfunk, Fernsehen und Online schrittweise zusammenzuführen.

Die Podiumsdiskussion im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks war von der Evangelischen Akademie Tutzing organisiert worden.

Von

dpa

Kommentare (3)

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hallowach

18.10.2012, 15:28 Uhr

Super Idee, können die Gebühren der Diebstahlsbehörde erneut erhöht werden, für "einen guten Zweck". Was erhält denn der neue Spatenchef (Cousin vom Spatenchef Nachrichten oder ausgemusteter Politiker) dafür:200tsd+x EUR?

Account gelöscht!

18.10.2012, 15:29 Uhr

Um den Kindern dann zu erklären dass sie GEZ für nichts zahlen müssen un ddass die Erde eine Scheibe ist und die Deutschen zum Euro stehen? Diese Sender gehören längst auf den natürlichen Entsorgungshaufen.

psychokralle

18.10.2012, 18:10 Uhr

Der Oberfrusti der Nation hat wieder einmal getippselt! Und dann gleich zu margritt zur Gruppenthera gegangen, ne?

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