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21.12.2011

09:30 Uhr

Öffentliches Fernsehen

ZDF will an Digitalkanälen festhalten

VonHans-Peter Siebenhaar

Nach Sparforderungen vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck hat ZDF-Intendant Schächter seine digitalen Angebote in Schutz genommen. Sie seien Teil des Länderauftrags - und haben strategischen Wert.

ZDF-Intendant Schächter glaubt an die Spartenkanäle seiner Sendeanstalt. dpa

ZDF-Intendant Schächter glaubt an die Spartenkanäle seiner Sendeanstalt.

DüsseldorfDas ZDF verteidigt seine Digitalkanäle ZDF Neo, ZDF.Kultur und ZDF Info gegen Kritik. „Die Länder haben uns beauftragt, derartige Programme anzubieten. Darüber können wir uns doch nicht einfach hinwegsetzen“, sagte ein Vertrauter von ZDF-Intendant Markus Schächter. Es sei medienrechtlich unzulässig, die Kanäle einzustellen.

Ein ZDF-Sprecher sagte: Das ZDF „erfülle den im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag vorgegebenen Auftrag, drei konkret beschriebene Digitalkanäle“ anzubieten. „Nicht wir definieren unseren Auftrag, sondern die für den Rundfunk zuständigen Länder“, hieß es beim ZDF. Die Magna Charta des öffentlich-rechtlichen Rundfunks war im Sommer 2009 in Kraft getreten.

Die Kritik kommt von Kurt Beck (SPD), dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der Rundfunkkommission der Länder. Er hatte zuvor die Einstellung von vier Digitalkanälen von ARD und ZDF gefordert und eine neue Kultur des Sparens angemahnt. Beck, der auch Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrates ist, sagte der Fachzeitschrift „Promedia“, die Öffentlich-Rechtlichen sollten „zeitgemäße, den finanziellen wie programmlichen Herausforderungen entsprechende Strukturen“ schaffen. „Insofern könnte ich mir vorstellen, dass ARD und ZDF zunächst ihre Infokanäle aufgeben und Phoenix als gemeinsamen Ereignis- und Dokumentationskanal stärken.“

Die digitale Welt von ARD und ZDF

Die digitale Welt von ARD und ZDF

Kurt Beck fordert die Einstellung von vier Digitalkanälen von ARD und ZDF und eine neue Kultur des Sparens. Er könnte sich vorstellen, dass ARD und ZDF zunächst ihre Infokanäle aufgeben und Phoenix als gemeinsamen Ereignis- und Dokumentationskanal stärken. Ein Überblick über die digitale Fernsehwelt der Sender.

Eins Extra

Tagesschau im Viertelstundentakt, Nachrichten rund um die Uhr, zumindest über weite Strecken des Tages. Vieles wird von den Dritten Programmen und der Tagesschau-Redaktion wiederverwertet, aber einen schnellen Überblick bietet Eins Extra allemal.

Eins Plus

Das Familienprogramm versteht sich als qualitativ „hochwertiges Service-Angebot“, das grundsätzliche Kenntnisse über wissenschaftliche, gesellschaftliche und ökonomische Zusammenhänge vermitteln will.

Eins Festival

Wie der Name schon sagt, sind Showevents ein wesentliches Element. Doch das Programm ist insgesamt ein Mischmach als Wiederholungen von Dokumentation, Serien á la „Sturm der Liebe“ und Filmen.

ZDF Neo

ZDF Neo ist aus dem Dokukanal hervorgegangen und soll vor allem jüngere Zuschauer ansprechen. Lebensnah soll das Programm sein. Es besteht aus sogenannten „Factual Entertainment-Formaten“, Servicesendungen, Dokumentationen, Musiksendungen, Spielfilmen, internationalen Kaufserien und Comedy-Formaten.

ZDf Info

ZDF Info steht für Information, Hintergrund und Service. Schwerpunkte bilden die Ressorts Zeitgeschichte, Europa, Politik, Wissen, Expedition und Gesellschaft. Der Kanal will durch crossmediale Verwertung "eine Brücke in die Welt der politischen Diskussion und Meinungsbildung im Internet" schlagen, und "Fernsehen zum Mitreden“ bieten.

ZDF Kultur

ZDF Kultur versteht sich als "Spiegelbild eines veränderten Lebensgefühls und Kulturverständnisses, das Hochkultur und Popkultur miteinander verbindet". Tragende Programmsäulen sind Popkultur und alle Formen des Spiels - vom Theaterspiel bis zur Netz- und Computerspielkultur. Vor allem Musikrichtungen, wie Indie-Rock und -Pop, Heavy Metal, Hip-Hop, Jazz oder Electronic Music finden in ZDF Kultur ihre Heimat.

ZDF Kultur und sowie Eins Plus, einen von drei Digitalsendern der ARD, hält Beck für überflüssig. „Auch sehe ich keine Notwendigkeit, neben den hervorragenden Kultursendern Arte und 3Sat zwei weitere öffentlich-rechtliche Kulturkanäle anzubieten“, sagte Beck, der bislang stets seine schützende Hand über das ZDF hielt. Deshalb sind das Erstaunen und die Enttäuschung beim ZDF groß.

Kommentare (8)

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Fernseh-Verweigerer

21.12.2011, 09:57 Uhr

Warum sollte dort mit dem Verprassen der Rundfunk- und Fernsehgebühren aufgehört werden? Das Geld sprudelt doch fleißig für die Subventionierung dieses Schwachsinns....

Pro-EU

21.12.2011, 11:10 Uhr

Der Länderauftrag ist, dass diese Sender im Muster der Nazis udnd er STASI ihre Gelder so geschickt für die Volksbeeinflussung (Manipulation) zu benutzen, dass das Volk denkt, es wird objektiv udn umfassend informiert.

Bei den Privaten weiß jeder, dass sie nur "unterhaltenden Charakter" haben.

Bei den öffentlich rechtlichen meinen viele, sie können den Nachrrichten udn den dokimentationen trauen.

Aber man muss sich nur fragen, warum die Politik unbedingt diese Sender behalten will. Nur Träumer meinen, dass Politiker ein Interesse an einer ehrlichen Information des Volkes haben. Wäre dem so, würden die ARD, ZDF Reporter über die Bilderberger-Treffen oder uns auch darüber informieren, dass bei uns auch weiterhin das "Alliierte Besatzungsrecht" herrscht.

Oder hat man je im ZDF davon gehört, dass Deutschland nach der UN-Charta als weltweites Freiwild erklärt wurde?

Warum also beharren die Politiker so auf den öffentlich rechtlichen?

Um objektive Information geht es nicht.

Also kannes ja nur um eine umfassende Manipulation der Massen gehen.

Ossi

21.12.2011, 12:34 Uhr

Die Vorgänger-Kommentare sind einfach unerträglich dämlich. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen Bildungsauftrag, nur daher rechtfertigen sich die Gebühren. Wer Trash will, wird bei den Privatsendern fündig. Dort bekommt er auch ständig "Kaufempfehlungen". Hat auch was.

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