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03.05.2017

10:41 Uhr

Offensive gegen Apple

Microsoft drückt wieder die Schulbank

VonAxel Postinett

Ein abgespecktes Windows für Schulen soll die Kinder wieder für die Microsoft-Welt interessieren. Außerdem soll ein 1000-Dollar-Laptop junge Erwachsene von ihren MacBooks entwöhnen. Ob die Offensive eine Chance hat?

Mit 3D- und Mixed-Reality-Technik will Microsoft den Unterricht interessant machen. AFP

Microsoft-Chef Satya Nadella

Mit 3D- und Mixed-Reality-Technik will Microsoft den Unterricht interessant machen.

San FranciscoPanos Panay macht gar keine Anstrengungen, die Lage schönzureden. „Es gibt eine Menge Schüler und Studenten da draußen, die MacBooks oder MacBook Pro nutzen, und wir wissen das“, räumt der Chef der Hardwaresparte von Microsoft am Dienstag in New York ein. „Das sind tolle Maschinen“. Trotzdem will sich Microsoft im Wettlauf der Tech-Riesen nicht geschlagen geben.

Im Gegenteil: Ab heute kann ein neues Surface Laptop mit einem Verkaufspreis ab 999 Dollar (Deutschland ab 1149 Euro) vorbestellt werden. Die Auslieferung des Geräts mit einem 13,5 Zoll großen Touchscreen ist für Juni vorgesehen. Für den stolzen Preis werden ein Intel i5-Prozessor, knappe vier GB Ram und eine 128 GB-Flash-Festplatte geboten. Das Gewicht mit 1,25 kg ist einen Deut leichter als beim 13-Zoll-Macbook von Apple. Microsoft-Chef Satya Nadella verspricht zudem satte 14 Stunden Batterielaufzeit.

Die Geschichte von Microsoft Windows

1975

Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen.

1980

Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft bietet ein zugekauftes Programm unter dem Namen MS-DOS an. Microsoft kann MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen, so legt es der Deal fest.

1985

Microsoft veröffentlicht das erste - quasi noch unbrauchbare - Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS.

1987

Microsoft stellt Windows 2 vor. Apple wirft Microsoft Ideenklau vor und klagt vor Gericht. In dem komplizierten Rechtsstreit kann sich Microsoft fünf Jahre später endgültig durchsetzen.

1990

Windows 3.0 erhält eine komplett neue Oberfläche. Die Nachfolgeversion 3.11 (1994) gilt als die erste wirklich brauchbare Windows-Variante.

1993

Mit Windows NT stellt Microsoft ein 32-Bit-System für Workstations und Server vor.

1995

Windows 95 wird mit einem zuvor unüblichen Marketing-Aufwand auf den Markt gebracht.

1998

Windows 98 kommt als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt.

2000

Windows Me ist das letzte Betriebssystem, das auf MS-DOS aufsetzt. Diese Windows-Variante galt als besonders fehleranfällig.

2001

Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. XP setzt auf der Architektur der Windows-NT-Familie auf.

2007

Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt.

2009

Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012

Windows 8 verfügt über zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen: eine Kacheloptik für Tablet Computer und ein herkömmlicher Windows-Desktop für PCs. Anwender vermissen den beliebten Start-Button. Ein Jahr später wird das System auf die Version 8.1 aktualisiert.

2015

Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablet-Computer und Smartphones an. Das Start-Menü kehrt auf den PC zurück.

Nadella geht hier, wie bei den anderen Surface-Geräten, geschickt den Premium-Weg. Er bietet ein Luxus-Gerät für den verwöhnten Studenten an. Den Massenmarkt überlässt er seinen Partnern wie HP, Dell oder Acer. Der günstigste Windows 10S-Laptop wird ab 189 Dollar in den Regalen stehen, so Windows-Chef Terry Myerson.

Der Haken dabei: Windows 10S unterstützt nur Apps, die über Microsofts eigenen App-Store installiert werden. Die Millionen anderweitig verfügbaren Windows-Programme bleiben außen vor. Das erhöht auf der einen Seite die Sicherheit und vereinfacht Lehrern die Verwaltung der Geräte. Auf der anderen Seite ist es eine massive Einschränkung. Mit Windows RT versuchte Microsoft schon einmal, so einen Weg zu gehen, was in einem großen Desaster endete.

Leistungsmäßig sind bei der Schulversion von Windows keine Einschnitte vorgesehen. Die Geräte sollen in der Lage sein, mit Microsofts Mixed-Reality-Brillen umzugehen. Dabei werden im Klassenraum digitale Zusatzinformationen eingeblendet. Mit Medien-Partnern werden Schulprojekte aus den Bereichen Geschichte, Wissenschaften oder Mathematik vorbereitet.

Hier hofft Nadella die Konkurrenz auszubooten, vor allem Apple. Dank bereits existierender 3D- und Mixed-Reality-Technik ist der breite Einstieg im Bildungssystem geplant. Teure Geräte wie Microsofts Augmented-Reality-Brille Hololens bekommen Zuwachs durch günstige Angebote wie von Acer für unter 300 Dollar.

65 Prozent aller Jobs für die Schulabgänger der nächsten Generation werden völlig neu sein, schätzt Microsoft. Mindestens sieben Millionen Jobs werden alleine in den USA in der 3D-Industrie erwartet.

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