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12.07.2013

04:30 Uhr

„One Microsoft“

Microsoft plant weitreichenden Konzernumbau

Es ist das größte Umbauvorhaben bei Microsoft seit Jahren. Konzernchef Steve Ballmer ordnet die Bereiche des Software-Giganten neu. Er reagiert damit auf den Wandel hin zu mehr mobilen Geräten.

Microsoft-Chef Steve Ballmer will unterschiedliche Produkte unter ein Dach holen. Reuters, Sascha Rheker

Microsoft-Chef Steve Ballmer will unterschiedliche Produkte unter ein Dach holen.

New YorkDer US-Technologieriese Microsoft plant einen weitreichenden Konzernumbau. Die Software- und die Gerätesparte sollen besser verzahnt werden, wie der Konzern am Donnerstag erklärte. "Wir versammeln uns hinter einer einzigen Strategie als ein Unternehmen", schrieb Microsoft-Chef Steve Ballmer in einer Mitteilung an die Angestellten. Davon erhoffe sich der Konzern mehr Innovation sowie Kostenersparnisse.

Ballmer erklärte, dass mit der Strategie "One Microsoft" unterschiedliche Produkte wie das PC-Betriebssystem Windows, die Spielekonsole Xbox und der Tablet-Computer Surface unter einem Dach gesehen würden. Vier neue, um breiter angelegte Funktionsthemen angelegte Abteilungen sollen dabei acht Produktabteilungen ersetzen.

Der US-Konzern ist marktführend bei der Software für herkömmliche PCs. Im Bereich der mobilen Computertechnologie rund um Smartphones und Tablets hinkt Microsoft den Konkurrenten Google und Apple aber hinterher.

Die größten Tablet-Hersteller

Apple

Mit dem iPad hat Apple den totgeglaubten Tablet-Markt wiederbelebt, und immer noch ist der iKonzern der größte Anbieter, angesichts wachsender Konkurrenz verliert er allerdings Marktanteile. Im ersten Quartal stammte ein Drittel der Geräte von Apple (32,5 Prozent Marktanteil nach 40,2 Prozent im Vorjahr). Dabei entwickelte sich der Konzern schlechter als der Markt, der Absatz fiel von 19,5 Millionen auf 16,4 Millionen Stück – insgesamt stieg der Absatz dagegen leicht auf 50,4 Millionen Stück, wie aus Zahlen des Marktforschers IDC hervorgeht.

Samsung

Samsung ist bereits der größte Smartphone-Hersteller, auch bei den Tablets holt der südkoreanische Hersteller mächtig auf. Im ersten Quartal verkaufte er 11,2 Millionen Geräte und steigerte damit den Marktanteil auf 22,3 Prozent (Vorjahresquartal: 17,5 Prozent).

Asus

Einen leichten Rückgang verbuchte Asus. Der taiwanische Computerhersteller, der unter anderem für Google das Nexus 7 baut, verkaufte 2,5 Millionen Tablets – 5,0 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 5,4 Prozent).

Amazon

Der Online-Händler Amazon drückt sein Kindle Fire zu Kampfpreisen in den Markt, allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Das Unternehmen verkaufte im ersten Quartal eine Million Geräte und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil sank auf 1 Prozent.

Sonstige

Diverse Hersteller tummeln sich in der Kategorie Sonstiges – zusammen kommen sie auf 17,2 Millionen Geräte und einen Marktanteil von 34,2 Prozent. Darunter ist beispielsweise Microsoft: Der Konzern vermarktet seinen Tablet-Computer Surface als Notebook-Ersatz.

Lenovo

Aufsteiger des Jahres in Lenovo: Der größte PC-Hersteller der Welt verkaufte im ersten Quartal auch 2,1 Millionen Tablets, ein plus von 1,5 Millionen. Marktanteil: 2,1 Prozent.

In seinem größten Umbauvorhaben seit mehr als einem Jahrzehnt konzentriert Microsoft-Chef Ballmer die Sparten des Unternehmens auf die Bereiche Hardware und Internet-Services, um den Kunden gerecht zu werden, die immer häufiger mobile Geräte für das nutzen, was sie früher am Desktop-PC gemacht haben.

Weil die Nachfrage nach Microsofts größtem Aushängeschild, das Betriebssystem Windows, infolge des schrumpfenden PC-Marktes sinkt, muss sich das Unternehmen neu erfinden. Ballmer baut nun die Management-Strukturen ab, die ihn daran hindern.

Der Umbau des Konzerns hat auch zahlreiche personelle Umstellungen zur Folge, wie Ballmer in der Mitteilung erklärte. So verlässt der langjährige Mitarbeiter und derzeitige Chef der Office-Sparte Kurt DelBene das Unternehmen.

Kommentare (3)

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12.07.2013, 09:14 Uhr

Was Ballmer nicht aufgeführt hat, was mich aber persönlich interessieren würde, ist, ob die integrierte NSA-Abteilung von Microsoft stärker als bisher in den Konzern eingebunden wird bzw. ob der NSA-Code Kernbestandteil der "One"-Software wird.

Durch Zusammenlegung von staatlicher und privater (durch Microsoft selber) Spionage könnten Resourcen gebündelt werden und damit enorm gespart werden. Die nächste Windowssoftware (entsprechend gewöhnlich schlecht unterrichteter Kreise) mit dem Codenamen "Backdoor" könnte dementsprechend billiger angeboten werden.

Account gelöscht!

12.07.2013, 09:17 Uhr

Wenn Ballmer schon beim Umbau ist, sollte er die Tore, die er der NSA in seinen Diensten weit geöffnet hat, ganz schnell wieder schließen.
Welcher professionelle Anwender kann es akzeptieren, seine sensiblen Daten von der NSA-Datenkrake ausspionieren zu lassen?

Account gelöscht!

12.07.2013, 09:44 Uhr

@imho

Noch schlimmer: wie können es die staatlichen Stellen des "Feindstaates" BRD verantworten, Microsoft-Programme zu verwenden, bei denen von allen Arbeiten möglicherweise direkt eine Kopie an die NSA geht (die Datenverarbeitung hierzu wird gerade in Utah aufgebaut)?

Auch wenn wir angeblich nur noch theoretisch "Feindstaat" sind, sollte man doch nicht alle staatlichen Geheimnisse direkt an die "drittklassigen" Freunde der Anglo-Welt weiterleiten und der Große Bruder USA braucht auch nicht alles direkt zu wissen. Zudem bin ich mir sicher, daß es nicht nur das passive Absaugen der Info ist, sondern daß sie auch AKTIV Zugriff auf die System nehmen können, z.B. diese abschalten.

Wann wird endlich begonnen, die EDV der staatlichen Stellen aus den Klauen der US-Unternehmen zu befreien und auf Open-Source-Systeme umgestellt (zumindest die Software - die Hardware ist noch ein anderes Problem). Einzelne Städte und Behörden haben es bereits getan: ES GEHT.

Warum bleiben unsere staatlichen Stellen (und die anderswo) in der Abhängigkeit von US-Konzernen (und der US-Regierung) obwohl es anders geht?

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