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11.12.2012

09:41 Uhr

Online-Abo

Springers „Welt“ startet Bezahlmodell im Netz

Mit der „Welt“ wagt die erste überregionale Tageszeitung die Einführung eines kostenpflichtigen Online-Angebots. Vorbild ist das Modell der „New York Times“. Leser sollen mit günstigen Abos gelockt werden.

Der Verlagskonzern Axel Springer will online mehr Geld aus seinen Medieninhalten holen. Reuters

Der Verlagskonzern Axel Springer will online mehr Geld aus seinen Medieninhalten holen.

BerlinTreue Leser der Online-Ausgabe der Tageszeitung "Welt" werden künftig für ihre Lektüre bezahlen müssen. Für die bislang kostenfreie Website führt der Springer-Verlag am Mittwoch ein nutzungsbedingtes Bezahlmodell ein, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Zugleich bietet der Verlag unterschiedliche Abo-Pakete an, die sich nach den Lesegewohnheiten der Nutzer richten.

In Deutschland ist die "Welt" die erste der großen überregionalen Nachrichtenseiten mit einem Bezahlmodell. Vorbild sei die "New York Times", sagte Romanus Otte, Digital-Chef der "Welt"-Gruppe, der das Projekt ein Jahr lang vorantrieb. Das Modell sei aber weiter "lernfähig".

Die Online-Lektüre der ersten 20 Artikel im Monat bleibt nach Angaben des Verlags kostenlos. Wird der 21. Artikel angeklickt, wird der Nutzer zum Abschluss eines Abonnements eingeladen. Gewählt werden kann zwischen drei Abo-Paketen. Das kostengünstigste Angebot enthält neben dem unbeschränkten Zugriff auf die Website eine Smartphone-App, das zweite Angebot zusätzlich eine App für Tablet-Computer, das dritte Angebot außerdem ein Abonnement der "Welt am Sonntag".

Für Abonnenten der gedruckten "Welt" und "Welt am Sonntag" ist der Zugang zu den digitalen Produkten frei, also zur Website sowie zu den Apps für Smartphones und Tablet. Die Startseite der "Welt" wird frei zugänglich bleiben - genauso wie Artikel, auf die über Suchmaschinen, soziale Netzwerke oder andere Seiten verlinkt wird.

"Wir wollen, dass Qualitätsjournalismus ein Geschäftsmodell bleibt", sagte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner. Die Finanzierung digitaler Nachrichten allein durch Werbung habe nicht ausgereicht, weshalb der Verlag jetzt die Vertriebserlöse als zweite Säule ausbauen wolle. "Wir brauchen diese zweite Säule für die journalistische Unabhängigkeit", sagte Döpfner. Nur so könne die notwendige Distanz zu Anzeigenkunden gewahrt werden. "Es ist im Interesse unseres Berufsstandes, dass diese Sache funktioniert."

Dass die "Welt" mit dem Bezahlsystem nicht alle ihrer derzeit monatlich neun Millionen Nutzer halten werde, sei klar, räumte Otte ein. "Welt"-Vorstandsmitglied Jan Bayer verwies aber auf andere Anbieter mit Bezahlsystemen, die "die Reichweite mit der Zeit wieder stabilisiert" hätten. Der Erfolg der "Welt"-Apps sei jedenfalls ermutigend, "weil dort bereits für digitale journalistische Inhalte bezahlt wird."

Von

afp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

11.12.2012, 10:00 Uhr

""Wir wollen, dass Qualitätsjournalismus ein Geschäftsmodell bleibt", sagte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner."

Lol, damit ich Qualitätsjournalismus von Friede Springer, eng abgestimmt mit der Meinung unserer bunten Kanzlertrulla lesen darf? Nein, danke!!!

Account gelöscht!

11.12.2012, 10:36 Uhr

Ich bin sehr skeptisch, ob sich dieses, durchaus legitime Geschäftsmodell durchhalten läßt - ohne Gesetzgeber und Zwangsabo für alle.
Das dürfte dann der nächste Schritt sein oder so eine Art Gema bzw. GEZ-Gebühr für Zeitungen - wie man das eben so in der Lobby-Republik Deutschland liebt. Vermutlich spricht Frieda das bereits beim nächsten Kaffeekränzchen im Kanzleramt an.

Account gelöscht!

11.12.2012, 11:11 Uhr

Warum sollte ich zahlen für umgeschriebene DPA-Meldungen, die ich auf 100 anderen Webseiten genauso lesen kann?

Das gilt auch fürs HB.

Das das HB aber zuweilen auch wirklich gute Beiträge hat, klicke ich hier schon mal absichtlich auf die Werbung, denn das HB muss ja auch von irgendwas leben. Aber zahlen würde ich nicht.

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