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16.07.2015

17:06 Uhr

Online-Auktionshaus

Enterprise-Verkauf sorgt für Einbruch bei Ebay

Vor der Trennung vom Bezahldienst Paypal ist bei Ebay Aufräumen angesagt. Das Geschäft mit Unternehmenskunden wurde verkauft. Die Wertberichtigung ist so hoch, dass die Gewinne zusammenschmelzen.

Der Bezahldienst Paypal geht als eigenständiges Unternehmen an die Börse. dpa

Ebay spaltet ab

Der Bezahldienst Paypal geht als eigenständiges Unternehmen an die Börse.

San JoseDie Handelsplattform Ebay hat ihr letztes Quartal vor der Abspaltung des Bezahldienstes Paypal mit einem Gewinneinbruch abgeschlossen. Ein Grund war der relativ niedrige Preis beim Verkauf des Ebay-Geschäfts mit Unternehmen, der eine saftige Wertberichtigung von fast 800 Millionen Dollar notwendig machte. Der Gewinn des zweiten Quartals schmolz am Ende auf 83 Millionen Dollar zusammen. Das waren 88 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

Der Konzern verkaufte die Sparte Ebay Enterprise, die Dienstleistungen vor allem für Handelsunternehmen anbietet, für 925 Millionen Dollar an Finanzinvestoren. Allein für ihr Rückgrat, die Firma GSI Commerce hatte Ebay 2011 rund 2,4 Milliarden Dollar hingeblättert.

Worauf man als Ebay-Verkäufer achten muss

Mindestgebot angeben

Wenn man sich einen bestimmten Preis für seinen Artikel wünscht, dann sollte man ein Mindestgebot angeben. Denn sollte der Artikel weit unter Wert „ersteigert“ werden, dann ist man als Verkäufer zur Herausgabe verpflichtet. So kann man sich verpflichten z.B. die ganze Kücheneinrichtung für nur 10 Euro abzugeben. Im wichtigen Urteil ging es um ein Auto, das weit unter Wert ersteigert wurde (Aktenzeichen: 223 C 30401/07, Amtsgericht München, Urteil vom 09.05.2008).

Nicht zu viel verkaufen

Wer private Dinge verkaufen möchte sollte aufpassen, dass es nicht zu viele werden. Denn ab einer nicht eindeutig definierbaren Grenze kann man als gewerblicher Nutzer und damit als Unternehmer eingestuft werden. Sollte dies eintreffen gelten strengere Regeln für den Ebay-Nutzer. Denn ein Unternehmer darf Privatkäufern gegenüber die Gewährleistungsrechte nicht ausschließen und muss eine Widerrufsbelehrung seinen Produkten hinzufügen. Tut er dies nicht, können teure Abmahnungen durch andere Unternehmer die Folge sein. Für die Schwelle des gewerblichen Nutzens hat die Rechtsprechung gewisse Kriterien entwickelt: Man gilt demnach als Unternehmer wenn man viele Bewertungen innerhalb eines kurzen Zeitraums erhalten hat, immer die gleichen Artikel oder regelmäßig neue Artikel verkauft. (Landgericht Berlin, Aktenzeichen: 103075/06)

Vorsicht bei bloßen Vermutungen

Dass man bei der Produktbeschreibung für falsche Angaben haftet, ist offensichtlich. Doch die Haftung reicht noch weiter: Wer übertriebene Angaben zu seinem Produkt macht, haftet für diese Angaben. Er muss dem Käufer dann ein Produkt mit den genannten Eigenschaften liefern. Kann er dies nicht, schuldet er Schadensersatz. Dieser kann ziemlich hoch ausfallen. So hatte z.B. Ein Verkäufer hatte ein „echt silbernes Teeservice“ angeboten und es für gut 30 Euro verkauft. Dabei sah dies nur silbern aus. Der Käufer forderte schließlich ein echtes Silberservice. Da der Verkäufer keins hatte, musste er schließlich Schadensersatz leisten: 450 Euro. Ähnliches kann auch bei Angaben wie „Lederjacke“ der Fall sein, wenn die Jacke nur optisch ledern ist. (Landgericht Frankfurt a.M., Aktz. 2-16 S 3/06, Urteil vom 31.01.2007)

Haftungsausschluss

Als privater Verkäufer kann man einen Haftungsausschluss vereinbaren. Dabei verwechseln jedoch häufig Nutzer den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung. Eine Garantie ist ein freiwillig abgegebenes Versprechen, dass man verschuldensunabhängig für das Vorhandensein bestimmter Eigenschaften einstehen will. Die Gewährleistung ist dagegen die gesetzlich festgelegte Haftung für Fehler an der Kaufsache, die grundsätzlich jeden Verkäufer trifft. Als Verbraucher kann man diese Gewährleistung ausschließen, was die Regel bei Ebay ist. Die Gerichte machen es hier den Verbrauchern relativ leicht. Schreibt der Verkäufer nämlich: „Privatverkauf, keine Garantie“, dann wertet das Gericht dies laiengünstig als Ausschluss der Gewährleistung. (Landgericht Osnabrück, Aktz.: 12 S 555/05)

Vorzeitiges Beenden des Angebots

Normalerweise kann man eine Auktion bei Ebay nicht ohne Weiteres beenden. Sollte ersichtlich sein, dass man den gewünschten Preis nicht erzielen wird und daraufhin die Auktion beendet, kann der Käufer auf Schadensersatz klagen. Nämlich auf die Differenz des letzten Gebotes und des wahren Wertes des Artikels. (Aktenzeichen: 8 U 93/05)

Wird die angebotene Sache gestohlen, muss man grundsätzlich dem Käufer Schadensersatz statt der Leistung zahlen. Dem kann man sich allerdings entziehen, indem man in seinen Angebotsregeln bei Diebstahl ein Ende der Auktion vereinbart. Wird der angebotene Artikel dann wirklich mal gestohlen, endet die Ebay-Auktion nach Ansicht des BGH. Eine solche Klausel macht deshalb durchaus Sinn. (BGH, Aktenzeichen VIII ZR 305/10)

Eigene Bilder erstellen

Wer ein Produkt bei Ebay anbieten möchte, sollte immer ein eigenes Bild erstellen. Selbst wenn es sich um neue Originalware oder ein Markenprodukt handelt, darf man als Verkäufer nicht Bilder des Herstellers oder anderer Fotografen benutzen. Ein selbsterstelltes Bild liefert in der Regel auch einen besseren Eindruck über den Zustand des Artikels. Die Verwendung fremder Bilder stellt eine Urheberrechtsverletzung dar und kann Schadensersatzforderungen nach sich ziehen. Da man auch meist die Anwaltskosten tragen muss, kann dies mehrere hundert Euro kosten. (OLG Brandenburg, Aktenzeichen: 6 U 58/08)

Der Konzernumsatz wuchs im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 4,38 Milliarden Dollar. Aus dieser Zahl wurden die 300 Millionen Dollar Umsatz von Ebay Enterprise bereits herausgerechnet.

Ebay spaltet demnächst den Bezahldienst Paypal von seiner Handelsplattform mit der bekannten Auktions- und Handels-Website ab. Am kommenden Montag sollen Ebay und Paypal als eigenständige Unternehmen an der Börse starten.

Paypal war schon länger der Wachstumstreiber im Ebay-Konzern, das blieb auch im vergangenen Quartal so. Die Nettoerlöse des Bezahldienstes wuchsen um 16 Prozent auf 2,26 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit den Handelsplattformen schrumpfte dagegen um drei Prozent auf gut 2,1 Milliarden Dollar.

Permira interessiert: Ebay vor Verkauf seiner Firmenkunden-Sparte

Permira interessiert

Ebay vor Verkauf seiner Firmenkunden-Sparte

Laut einem Medienbericht steht das Online-Auktionshaus Ebay vor dem Verkauf seiner Firmenkunden-Sparte. Der Preis soll bei etwa 900 Millionen Dollar liegen. Auch einen Interessenten gibt es bereits.

Das Kalkül hinter der Aufspaltung ist, dass die beiden Unternehmensteile als getrennte börsennotierte Unternehmen den bisherigen Aktionären mehr Wert bringen und auch schneller wachsen können. So könnte Paypal stärker auch mit Rivalen von Ebay ins Geschäft kommen. Zugleich gilt der Bezahlservice angesichts seines starken Wachstums auch als mögliches Übernahmeziel für große Konkurrenten wie etwa die chinesische Handelsplattform Alibaba.

Paypal steigerte im vergangenen Quartal die Kundenzahl um elf Prozent auf 169 Millionen. Gut ein Fünftel des Geschäftsvolumens wurde mit Zahlungen auf der Ebay-Plattform abgewickelt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Werner Hartmann

16.07.2015, 17:58 Uhr

Der Gewinn schmolz auf 83 Millionen Dollar zusammen. Geht sammeln, Leute. Armes Ebay.
Ja, der Gewinn meiner Nachbarin, die im Kindergarten arbeitet, schmolz gerade auf Null. Interessiert sich jemand dafür. Dann Infos bei mir.

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