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06.11.2015

15:02 Uhr

Online-Dienst Hotchalk

Bertelsmann investiert weiter in Bildung

Neben dem Medien- und Dienstleistungsgeschäft will Bertelsmann künftig verstärkt auf Bildung setzen. Nun stemmt der Konzern die nächste Investition in dieser Sparte – und greift dafür tief in die Tasche.

Der Konzern kauft den US-Online-Hochschuldienstleister Hotchalk. dpa

Bertelsmann-Zentrale

Der Konzern kauft den US-Online-Hochschuldienstleister Hotchalk.

BerlinBertelsmann setzt seine Einkaufstour im Bildungsbereich fort und stemmt seine bisher zweitgrößte Investition in dieser Sparte. Der Konzern steckt rund 230 Millionen Dollar in den US-Online-Hochschuldienstleister Hotchalk, wie der Medienriese aus Gütersloh am Freitag mitteilte. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, würden die Westfalen auf einen Schlag zum größten Eigner des Unternehmens aufsteigen.

Hotchalk mit Sitz im kalifornischen Campbell wurde 2004 gegründet und bietet Universitäten Dienstleistungen für den Betrieb von Online-Studiengängen. So erstellt Hotchalk etwa gemeinsam mit den Hochschulen Lehrinhalte und hilft bei Marketing-Aktivitäten sowie beim Anwerben von Studenten.

Die Geschäftsfelder von Bertelsmann

Bücher

Das Buchgeschäft ist die Keimzelle von Bertelsmann: Gründer Carl Bertelsmann erhielt 1835 die Konzession der preußischen Regierung zur Einrichtung einer Buchdruckerei. Unter dem Dach des Konzerns ist inzwischen die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt entstanden: Zunächst unter dem Namen der US-Tochterfirma Random House, seit 2012 in einem Joint Venture mit Pearson, an dem die Gütersloher 53 Prozent halten. Penguin Random House heißt der Gigant mit seinen 11.800 Mitarbeitern.

Fernsehen

Die RTL Group betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas sowie Indien. Gerade in Deutschland ist das Unternehmen stark – mit den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Bertelsmann hält 92,3 Prozent an der Sendergruppe.

Zeitschriften

Ob „Stern“, „Geo“ oder „Brigitte“: An europäischen Kiosken sind die Zeitschriften von Gruner + Jahr nicht zu übersehen. Bertelsmann hält seit den 70er Jahren die Mehrheit an den Verlag, Ende 2014 will der Medienkonzern die verbliebenen Anteile von der Jahr-Familie kaufen.

Dienstleistungen

Arvato ist die wohl vielseitigste Tochter von Bertelsmann: Die Dienstleistungssparte erstellt digitale Medien, ist im E-Commerce tätig, bietet aber auch zahlreiche Unternehmenslösungen für Kundenpflege, Produktionsplanung und Datenmanagement, außerdem IT-Services. Die Sparte hat mehr als 66.000 Mitarbeiter.

Druck

Bertelsmann gliederte die Druckaktivitäten 2012 in die Sparte Be Printers aus. Diese fertigt Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Bücher und Kalender. Zudem bietet sie Dienstleistungen an. Die Bertelsmann-Tochter betreibt Druckereien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den USA und Kolumbien und hat 6200 Mitarbeiter.

Musik

Musik gehörte lange zum Kerngeschäft von Bertelsmann. Allerdings verkaufte der Konzern 2006 seinen Musikverlag BMG, 2008 gab er auch seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ab und verabschiedete sich so aus dem Tonträgergeschäft. 2013 holten die Gütersloher die Musik vom Finanzinvestor KKR zurück in den Konzern. Das Geschäft gehört zum Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst.

Bertelsmann hält zunächst einen Minderheitsanteil. Dieser sei aber so groß, dass man künftig auch die Kontrolle übernehmen könnte, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einer mit dem Deal vertrauten Person. Perspektivisch werde Bertelsmann dies wohl auch anstreben, sagte der Insider.

Neben dem Medien- und Dienstleistungsgeschäft will Bertelsmann künftig verstärkt auf Bildung setzen. Mittelfristig soll diese Sparte als dritte große Geschäftssäule einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro beisteuern. „Online-Dienstleistungen für Hochschulen sind eines unserer strategischen Segmente im Bildungsgeschäft“, sagte Konzern-Chef Thomas Rabe. HotChalk komme jährlich auf zweistellige Wachstumsraten.

Größtes Bertelsmann-Investment im Bildungssektor war bisher der Kauf des auf Gesundheitsberufe spezialisierten US-Kursanbieters Relias Learning vor einem Jahr. Insidern zufolge lag der Preis bei etwa 550 Millionen Dollar.

Von

rtr

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