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16.07.2015

09:42 Uhr

Online-Einkäufe ohne Amazon

Google testet Kauf-Button für Suchmaschine

Der Internetriese Google testet einen Kauf-Button, über den Online-Einkäufe schneller erledigt werden können. Mit ähnlichen Plänen wie Facebook und Pinterest will Google damit vor allem den Online-Händler Amazon umgehen.

Der Internetkonzern testet einen Kauf-Button, mit dem Smartphone-Nutzer direkt aus der Suchmaschine auf Händlerseiten geleitet werden. Reuters

Google startet Kauf-Button

Der Internetkonzern testet einen Kauf-Button, mit dem Smartphone-Nutzer direkt aus der Suchmaschine auf Händlerseiten geleitet werden.

San FranciscoMit wenigen Klicks von der Suche zum Einkauf: Der US-Suchmaschinenriese Google testet einen Kauf-Button, damit Smartphone-Nutzer Online-Einkäufe schneller erledigen können. Die Funktion „Purchases on Google“ (zu Deutsch: Einkäufe über Google) befinde sich noch in einer „frühen Probephase“ mit einer begrenzten Zahl von Händlern, dennoch sei das Produkt von großer Bedeutung für den Online-Handel, erklärte Google-Manager Jonathan Alferness in einem Blog-Eintrag.

Beim Shoppen ziehen Smartphone-Besitzer häufig ihr Mobiltelefon für Preisvergleiche zu Rate. Bei solchen Suchen über Google könnten die Ergebnislisten künftig auch Anzeigen mit dem Kauf-Button auflisten. Klickt ein Nutzer sie an, kommt er auf die Seite des Anbieters und kann dort mit den in seinem Google-Account hinterlegten Kontodaten bezahlen.

Bezahlen mit dem Smartphone

In der Warteschleife

Das mobile Bezahlen mit dem Smartphone gilt als der nächste große Trend. Doch noch immer steckt das Verfahren zumindest in Europa weitgehend in der Warteschleife fest. Vielen Verbrauchern sind die Möglichkeiten noch gar nicht bekannt. Um das zu ändern, seien die Anbieter gefragt, meint der IT-Verband Bitkom. Und es müsse das Vertrauen in die Technologie gefördert werden.

Quelle: dpa

Wo kann ich mobil mit dem Smartphone bezahlen?

Dem Branchenverband Bitkom zufolge gibt es deutschlandweit 60.000 Akzeptanzstellen für das mobile Bezahlen mit dem Smartphone. Unter anderem Tankstellen setzen darauf, aber auch große Ladenketten rüsteten zuletzt deutlich auf. Auch Aldi Nord bietet nun in allen seinen 2400 Filialen bundesweit das mobile Bezahlen mit dem Handy an. Beim Discounter Netto können Kunden sogar über die Apple Watch bezahlen.

Welche Hürden gibt es noch?

Als einer der Flaschenhälse galt bislang, dass der Handel nur spärlich mit entsprechenden Terminals ausgerüstet war. Das soll sich jedoch bald ändern, da die Lesegeräte in großem Stil auswechselt werden. Laut Branchenverband Bitkom liegt auch eine Hürde darin, dass die Nutzer über die Möglichkeiten gar nicht ausreichend informiert seien.

Wie funktioniert mobiles Bezahlen?

Das Geld fließt vom Kunden-Smartphone bis zum Händler über viele verschiedene Wege. Anbieter der Transaktion sind Handelsketten, Telekom- und Internet-Unternehmen oder Hardwarehersteller wie Apple. In der Regel muss sich der Nutzer eine entsprechende App herunterladen. Manche Anbieter setzen auf den QR-Code, ein grafisches Quadrat, das ähnlich wie der Barcode funktioniert. Wer etwa an der Kinokasse mit Yapital bezahlen will, scannt mit dem Smartphone den QR-Code. Das Geld wird von einem vorher hinterlegten Guthaben abgebucht. Die meisten Angebote nutzen aber inzwischen den Nahfeldfunk NFC (Near Field Communication).

Wie läuft es mit NFC?

Dabei wird das Smartphone dicht an das Terminal gehalten. Die Transaktion kann auch über die Eingabe einer PIN-Nummer abgesichert werden. Unter anderem der Kreditkartenanbieter Mastercard etwa setzt auf NFC. Die Technologie wird von den meisten aktuellen Smartphones unterstützt, inzwischen auch von den iPhones von Apple. Deren Bezahlfunktion Apple Pay gibt es zwar vorerst nur in den USA, doch Branchenexperten erwarten, dass der Dienst auch in Europa das mobile Bezahlen deutlich in Schwung bringen wird.

Welche Risiken gibt es?

Werden Zahlungen mit persönlichen Daten mobil verschickt, könnten Kriminelle theoretisch an mehreren Stellen den Datenstrom abgreifen. Der Standard NFC gilt aber als besonders sicher, da er zum Beispiel nur über eine sehr geringe Entfernung vom Smartphone zum Terminal funkt. Dabei werden die Daten verschlüsselt. Bei Apple Pay etwa wird zudem der Fingerabdruck des iPhone-Nutzers für die Absicherung genutzt. Sollte das Smartphone geklaut werden, kann auch der Dieb nicht auf das Konto zugreifen. Kreditkartenanbieter sichern die Transaktionen zusätzlich mit einem Verfahren namens Tokenisierung. Die Daten werden damit so verschlüsselt, dass nur die Bank ihren Kunden identifizieren kann.

Google will es für seine Nutzer einfacher machen, über seine Suchmaschine einzukaufen - ohne über den Online-Händler Amazon gehen zu müssen. Der Internetriese folgt damit anderen Unternehmen wie Facebook und Pinterest, die ebenfalls Kauf-Buttons etablieren wollen. Über diesen können sie an Transaktionen mitverdienen und Werbeeinnahmen erzielen.

Von

afp

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