Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2011

07:21 Uhr

Online-Lernplattform

Super RTL holt Scoyo aus der Verlustzone

VonHans-Peter Siebenhaar

Der Online-Lernplattform Scoyo ist 2010 nach der Übernahme durch Super RTL die Wende gelungen. Für 2011 wird eine hohe einstellige Umsatzrendite angepeilt, die bisher 20 000 Abonnements sollen in den nächsten Jahren verdoppelt werden.

KÖLN. Der kurz vor dem Aus stehenden Online-Lernplattform Scoyo ist im vergangenen Jahr die Wende gelungen. "Wir haben es mit dem kompletten Umbau von Scoyo geschafft, 2010 die Verlustzone zu verlassen", sagte Claude Schmit, Chef von Super RTL, dem Handelsblatt. Mittlerweile habe Scoyo knapp 20 000 Abonnements. In den nächsten Jahren will Schmit die Zahl der Abonnements mehr als verdoppeln. Super RTL zählt über seine Onlineclubs "Toggo" und "Toggolino" bereits 130000 zahlende Kunden.

In diesem Jahr soll die Online-Lernplattform Scoyo, die sich an schulpflichtige Kinder bis zur siebten Klasse richtet, eine Umsatzrendite im hohen einstelligen Prozentbereich erzielen. "Das reicht uns aber nicht. Mittelfristig wollen wir eine zweistellige Umsatzrendite", erklärte Super-RTL-Chef Schmit.

Der Kölner Kindersender hatte Scoyo vor einem Jahr übernommen. Super RTL gehört jeweils zur Hälfte dem US-Medienkonzern Disney und der TV-Gruppe RTL.

Scoyo hat mit über 4 000 Lerngeschichten, Tests und Übungen das größte Online-Angebot mit schulrelevanten Inhalten in Deutschland.

Die in Hamburg beheimatete Internetfirma hatte zuletzt eine neue Unternehmensstruktur bekommen. Gleichzeitig konzentriert sich die Lernplattform seit der Übernahme auf den deutschsprachigen Markt. Der in New York ansässige Ableger wurde geschlossen. "Wir haben uns zu einem richtigen Start-up umgebaut - mit neuer schlanker Struktur und optimierten Prozessen", so Scoyo-Chef Daniel Bialecki.

Langer Leidensweg

Um den Verkauf nach oben zu treiben, wird ab Anfang Februar dieses Jahres Johann Laeschke, der bislang beim Kindersender Nick arbeitete, die Position des Marketing- und Vertriebschefs übernehmen.

Scoyo hat einen langen Leidensweg hinter sich. Ursprünglich war die im Jahr 2007 gegründete Lernplattform eines der von Bertelsmann in Gütersloh gemanagten Zukunftsunternehmen. Europas größter Medienkonzern wollte mit Scoyo den Bildungsmarkt in Deutschland angreifen. Doch wegen hoher Verluste ließ Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski das Hamburger Start-up fallen. Anfangs galt Scoyo noch als unverkäuflich. Doch dann übernahm der Kindersender Super RTL die Firma.

Mit Scoyo will sich das Kölner TV-Unternehmen neue Erlösquellen außerhalb des klassischen Fernsehwerbemarktes erschließen. Super RTL hat nach Unternehmensangaben im vergangenen Jahr einen Bruttoumsatz von 260 Millionen Euro erzielt. Nettozahlen wollte der führende deutsche Kindersender auf Nachfrage nicht nennen.

Der frühere Scoyo-Chef Ralf Schremper hat das Unternehmen bereits verlassen. Anfang November wechselte der Manager zum Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1. In der Unterföhringer Konzernzentrale ist der gebürtige Sauerländer als Chef für Unternehmensentwicklung und Strategie verantwortlich.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

David

05.01.2011, 12:37 Uhr

"Für 2011 wird eine hohe einstellige Umsatzrendite angepeilt"

Dürfte dann zwischen 5 und 9€ liegen? :)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×