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02.05.2014

12:52 Uhr

Online-Lexikon

Stiftung von Wikipedia bekommt eine neue Chefin

Eine der weltweit bekanntesten Webseiten bekommt eine neue Aufsicht: Die Stiftung hinter der Wikipedia tauscht ihre Führung aus. Die neue Chefin, die Software-Expertin Lila Tretikov, hat einige Aufgaben zu lösen.

Die Wikipedia: Die Wikimedia-Stiftung wurde seit 2007 von der kanadischen Journalistin Sue Gardner geführt. dpa

Die Wikipedia: Die Wikimedia-Stiftung wurde seit 2007 von der kanadischen Journalistin Sue Gardner geführt.

San FranciscoDas Online-Lexikon Wikipedia bekommt eine neue Führung. Die Software-Expertin Lila Tretikov wurde zur Chefin der Wikimedia-Stiftung berufen, von der die Enzyklopädie betrieben wird. Tretikov werde die Geschäftsführung am 1. Juni übernehmen, wie die in San Francisco angesiedelte Stiftung am späten Donnerstag mitteilte. Tretikov wurde in der Sowjetunion geboren und kam im Teenager-Alter in die USA. Zuletzt arbeitete sie acht Jahre lang bei der Softwarefirma SugarCRM, die auf Programme für Kundenverwaltung spezialisiert ist.

Die Wikimedia-Stiftung wurde seit 2007 von der kanadischen Journalistin Sue Gardner geführt. Sie solle Tretikov als Beraterin zur Seite stehen, hieß es. Die Wikipedia ist das bekannteste Projekt der gemeinnützigen Stiftung. Im März lasen 474 Millionen Menschen Wikipedia-Artikel. Daneben gibt es enger gefasste Angebote wie das Wörterbuch Wiktionary oder die Zitatesammlung Wikiquote. Die Wikimedia-Stiftung verfügt über ein Budget von knapp 40 Millionen Dollar.

Tretikov hat einige Aufgaben vor sich. Unter anderem gilt es, mehr Menschen für das Mitschreiben an der Wikipedia zu begeistern. Die Wikipedia-Einträge kann prinzipiell jeder Internetnutzer verändern und ergänzen. Doch das tun immer weniger Menschen. Im Februar fiel die Zahl der aktiven Mitschreiber auf knapp 76.000, wie Zahlen der Stiftung zeigen. Vor drei Jahren waren es noch 89.000. Die Wikipedia versucht bereits, gegenzusteuern. Unter anderem will sie die Software zum Verfassen der Artikel vereinfachen.

Außerdem gibt es Konflikte um Auftragsschreiber, die gegen Bezahlung Artikel über Unternehmen schönen. Die Wikipedia hatte jüngst strengere Regeln erlassen, um undurchsichtige Änderungen an Artikeln einzuschränken.

Die bisherige Geschäftsführerin der Wikimedia, Gardner, kündigte vor gut einem Jahr an, das Amt abgeben zu wollen. Sie wolle sich stärker für politische Kampagnen einsetzen, sagte sie damals.

Von

dpa

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