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13.01.2011

17:27 Uhr

Online-Netzwerk in Problemen

Murdoch will sich von MySpace trennen

Vor wenigen Tagen erst hatte MySpace einen drastischen Stellenabbau angekündigt. Nun greift Eigentümer Rupert Murdoch zu noch radikaleren Mitteln: Er prüft alle Optionen für das Online-Netzwerk - sogar ein kompletter Verkauf ist nicht ausgeschlossen.

Rupert Murdoch: "Verkauf, Fusion oder Abspaltung." Quelle: Reuters

Rupert Murdoch: "Verkauf, Fusion oder Abspaltung."

HB SAN FRANCISCO. Der mächtige Medienunternehmer Rupert Murdoch gibt sich im Zweikampf mit dem Online-Netzwerk Facebook geschlagen. Gut fünf Jahre nach der millionenschweren Übernahme will der Murdoch-Konzern News Corp den Facebook-Rivalen Myspace wieder loswerden. "Wir schauen uns eine Reihe von strategischen Möglichkeiten an, darunter einen Verkauf, eine Fusion oder die Abspaltung", sagte eine Sprecherin am Mittwoch.

Erst am Dienstag hatte News Corp angekündigt, rund die Hälfte der etwa 1000 Arbeitsplätze bei der kriselnden Tochter abzubauen. Auch die restlichen 30 Mitarbeiter in Deutschland sind von dem Stellenabbau betroffen. Im Zuge des Umbaus wird die für MySpace Deutschland zuständige Fox Interactive Media Germany GmbH zu Ende Februar geschlossen. Auch das Geschäft in Großbritannien und Australien ist von der Sparaktion betroffen.

Mit den Plänen bei News Corp vertrauten Personen zufolge ist eine Abspaltung von Myspace die wahrscheinlichste Option. In diesem Fall müssten Privatinvestoren oder Kapitalgesellschaften bei dem Pionier der sozialen Online-Netzwerke einsteigen. Damit würde sich die Eigentümerstruktur ändern. Als Interessent für eine Übernahme des Verluste schreibenden Unternehmens gilt der Internet-Konzern Yahoo. Myspace ist nicht die einzige Investition, in die Murdoch immer wieder Geld pumpen muss. Als Großaktionär schießt er auch bei dem defizitären Münchener Bezahl Sky-Sender immer wieder Kapital nach.

News Corp hatte das einst weltweit führende Online-Netzwerk 2005 für 580 Millionen Dollar gekauft und dabei im Rennen um das begehrte Unternehmen Rivalen wie die MTV-Mutter Viacom ausgestochen. Dank eines einträglichen Werbevertrags mit Google trug sich die Übernahme zunächst selbst. In den vergangenen Jahren verlor Myspace aber zunehmend an Bedeutung und wurde von dem erst kürzlich mit 50 Milliarden Dollar bewerteten Rivalen Facebook klar abgehängt. In den USA konnte Facebook zuletzt sogar die weltgrößte Suchmaschine Google als meistbesuchte Internet-Seite ablösen. Myspace, 2007 noch an der Spitze, fiel auf den siebten Platz zurück.

Die News-Corp-Aktie gab im frühen Handel 0,8 Prozent nach und damit stärker als der Gesamtmarkt.

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