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21.01.2015

09:41 Uhr

Online-Videothek

Wie Netflix die Welt erobern will

VonAxel Postinett

Netflix entzückt die Aktionäre: Abonnenten-Zahlen, internationales Wachstum und Profite sind im vergangenen Quartal gestiegen. Doch wie lange geht das noch gut? Dem US-Streaming-Dienst droht harte Konkurrenz.

Netflix macht den angestammten TV-Sendern Konkurrenz. ap

Netflix macht den angestammten TV-Sendern Konkurrenz.

SeattleDrei Punkte entschieden am Dienstag über das Wohl und Wehe von Reed Hastings und Netflix: Abonnenten-Zahlen, internationales Wachstum und Profite. Was die Aktionäre sahen, hat sie entzückt. Die Netflix-Aktie sprang nachbörslich bis zu 15 Prozent auf über 400 Dollar.

57 Millionen zahlende Kunden hatte Netflix-CEO Reed Hastings für Ende des vierten Quartals 2014 versprochen, und 57,4 Millionen hat er geliefert. Selbst eine Preiserhöhung um einen Dollar monatlich konnte die Kunden nicht fernhalten. Von insgesamt 4,3 Millionen Neuzugängen kamen dabei 2,4 Millionen, und damit über 50 Prozent, aus dem Ausland. Nur rund 2,1 Millionen waren erwartet worden.

Aber das Ganze geschah auch noch mit einem Gewinn: Aus 1,3 Milliarden Dollar Umsatz im Streaming-Dienst verblieben unter dem Strich netto 83 Millionen Dollar als Gewinn. Das ist zwar nicht überragend und 39 Millionen Dollar davon stammen aus einem einmaligen Steuergeschenk, aber das Plus ist somit praktisch ähnlich hoch wie im Vorjahr mit 48 Millionen Dollar. Und Hastings verspricht, dass es so bleiben wird. Im ersten Quartal 2015 sollen trotz Investitionen in neue Serien 37 Millionen Dollar hängenbleiben.

„Unsere internationale Strategie in den vergangenen Jahren war, so schnell wie möglich zu wachsen und gleichzeitig auf globaler Basis gesehen profitabel zu bleiben“, erläutert Hastings seinen Aktionären. „Wir waren dabei so erfolgreich, dass wir glauben, die Expansion in zwei Jahren beenden können. Ab 2017 werden wir dann substanzielle Gewinne einfahren.“

Das ist Balsam auf die Seele geschundener Aktionäre, die einen Kurssturz von über 25 Prozent in den vergangenen Monaten hilflos zusehen mussten. Und es ist eine komplette Gegenstrategie zu Erzfeind Amazon, der gerade erst angekündigt hat, in die Filmproduktion einzusteigen. Wann Amazon Gewinne liefern wird? Keine Ahnung, sagt CEO Jeff Bezos. „Wir sind im Investitionsmodus.“ Im dritten Quartal gab es einen Nettoverlust von 437 Millionen Dollar. Für das vergangene Quartal, dessen Zahlen am 29. Januar kommen, sagt Amazon einen operativen Verlust von mindestens 430 Millionen Dollar voraus.

Alles rund um Netflix

Alternative zu den Videotheken

Die Netflix-Gründer Reed Hastings und Marc Randolph wollte eine Alternative zu den Videotheken aufbauen. 1997 fingen sie an, DVDs online zu verleihen – ohne Säumnisgebühren, die viele Nutzer nervten. Später führte das Unternehmen eine Flatrate ein.

Online-Dienst als zweites Standbein

2007 führte das Unternehmen einen Online-Dienst ein, Nutzer konnten die Filme auch übers Internet streamen. Für dieses Nebenprodukt verlangt Netflix seit 2011 auch Geld – erst empörten sich die Nutzer darüber, dann arrangierten sie sich damit.

Den Vorlieben der Nutzer auf der Spur

Netflix hat einen Algorithmus entwickelt, um die Vorlieben der Nutzer genau erfassen und passende Genres vorschlagen zu können. Das Unternehmen wertet zudem aus, welche Serien und Filme besonders häufig illegal heruntergeladen werden.

Einladung zum „Binge Watching“

Der Online-Dienst bietet alle Folgen einer Serie auf einen Schlag an – wer will, kann beispielsweise ein ganzes Wochenende mit der neuen Staffel von „House of Cards“ verbringen. Experten sprechen vom „Binge Watching“, also einer Art „Koma-Gucken“.

Schlagzeilen mit Eigenproduktionen

Netflix bietet größtenteils bereits ausgestrahlte Filme und Serien an, bemüht sich aber verstärkt um Eigenproduktionen. Die bekannteste ist wohl die hochgelobte Politserie „House of Cards“ mit Schauspieler Kevin Spacey. Auch Anbieter wie Amazon gehen inzwischen diesen Weg.

Expansion jenseits der USA

Der Heimatmarkt ist nicht genug: Netflix expandiert seit einigen Jahren, der Dienst ist bereits in Kanada, Südamerika, Großbritannien und den Niederlanden verfügbar. 2014 kamen diverse Länder hinzu, darunter Deutschland.

Während Netflix feierte, bestimmte deshalb bei Amazon Katerstimmung den Handel. Über Jahre hatte die ganze Branche, namentlich Google und vor allem Amazon, von der Pionierarbeit von Netflix beim Online-Streaming gelernt und profitiert. Mit der Produktion von Kinofilmen, die dann erst nach 30 bis 60 Tagen in Amazon Prime-Video übernommen werden, will Bezos nun die Führung übernehmen. 

Die Lösung eines alten Problems, das auch Hastings hat, steht auf der Agenda: zusätzliche Erlöse aus den teuren Eigenproduktionen. Doch die Amazon-Aktionäre mögen offenbar nicht noch ein weiteres potenzielles Fass ohne Boden, in das Bezos investiert. Zwischen fünf und 25 Millionen Dollar soll jeder Film kosten. Das sind Peanuts in Hollywood-Dimensionen. Ob Kinos diese „Independent“-Filme zeigen werden, ist reine Verhandlungssache. Ob die Prime-Video-Kunden sie sehen wollen, ist unklar. Aber Bezos hat immerhin etwas, was Hastings fehlt: Kunden, die vielleicht zusätzlich andere Dinge kaufen. Mehr Umsatz im Online-Handel als Kompensation ist seine Geheimwaffe.

Hier liegt das Problem von Netflix. So erfolgreich die harte Polit-Satire „House of Cards“ auch immer war: Die bestehenden Kunden zahlen dafür keinen Cent zusätzlich und nur die Hoffnung auf neue Abo-Kunden mindert den finanziellen Schmerz. Bisher scheint die Rechnung allerdings aufzugehen.

Kommentare (1)

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Herr Dr. Michael Klein

21.01.2015, 11:09 Uhr

"Wachstum und Profite sind im vergangenen Quartal gestiegen. Doch wie lange geht das noch gut?"

Kann ein Unternehmen wie Netflix ewig wachsen?

Es ist schlicht falsch, davon auszugehen, unbegrenztes Wachstum wäre auf einem begrenzten Planeten möglich!

Warum stehen alle Unternehmen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang?

Der Grund liegt im verzinsten Schuldgeldsystem der inter. Bankster!

Das 1x1 des Schuldgeldsystem:

Geld entsteht nur über Kredit!

Bsp. Sie gehen zu einem Bankster und bekommen einen Kredit über 1000 Euro/Dollar.
Somit wurden eben 1000 Euro/Dollar ( -1% Mindestreserve ) aus dem NICHTS geschaffen.

Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss +Zinsen an die int. Bankster zurückgezahlt werden!

Geld=Schuld

Problem Zins/Zinseszins:

Bsp.:

Die Gesamtgeldmenge X wird im Durchschnitt im Jahr mit 5% verzinst.
Am Ende des Jahres ist die Geldmenge X um +5% gewachsen.
Wie Sie oben erfahren haben entsteht Geld aber nur über Kredit, was bedeutet das für die jährlich anfallenden Zinsen?

Das die int. Bankster jedes Jahr neue Schuldner finden müssen, die sich verschulden um die Zinsen (Neues Geld) zu schaffen.

Bankster verleien ihr aus der Luft geschaffenes Kreditgeld aber nur gegen "Sicherheiten"!

Wenn wir nicht mehr produzieren, gibt es für die int. Bankster keine neuen Pfandobjekte und damit kein neues Geld!

Verstehen Sie jetzt warum alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang stehen?

Achtung: Kriege schaffen Wachstum! ( Absatz von Rüstungsgütern )
Das wissen auch die int. Bankster und ihre Marionettenregierungen weltweit!

Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Wachstum?

Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen.

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