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31.01.2014

08:01 Uhr

Onlinespiele-Anbieter

Zynga kauft Spieleentwickler

„Farmville“-Erfinder Zynga will sich erneut mit viel Geld einen Weg auf Smartphones und Tablets erkaufen. Ein vorheriger Versuch ging schief. Doch der neue Zukauf hat mehr als nur ein paar bekannte Spiele zu bieten.

Das Zynga-Hauptquartier: Im eigenen Haus streicht „Farmville“-Entwickler Zynga 314 Jobs. Reuters

Das Zynga-Hauptquartier: Im eigenen Haus streicht „Farmville“-Entwickler Zynga 314 Jobs.

San FranciscoDer kriselnde Onlinespiele-Anbieter Zynga sucht den Ausweg in einer teuren Übernahme. Der „Farmville“-Erfinder kauft für 527 Millionen Dollar den Spieleentwickler NaturalMotion. Die britische Firma steht hinter Spielen für Smartphones und Tablets wie „Clumsy Ninja“ und ist zudem auf Grafik-Technologie spezialisiert.

Im eigenen Haus streicht Zynga zugleich 314 Jobs - das sind 15 Prozent der Belegschaft. In diesem Jahr sollen bis zu 35 Millionen Dollar vor Steuern eingespart werden, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Fakten zur Smartphone-Sucht

1

1 mal pro Stunde checken Erwachsene ihr Handy. Erst checken, dann strecken: Jeder dritte Handy-Besitzer blickt nach dem Aufwachen als Erstes aufs Display, jeder zweite sagt als letzte Amtshandlung vor dem Einschlafen seinem Handy „Gute Nacht.“

(Quelle: Anitra Eggler, „Facebook macht blöd, blind und erfolglos.“)

3417

3417 Textnachrichten erhält ein amerikanischer Teenager zwischen 13 und 17 Jahren im Monat. Das sind bei einem 16-Stunden-Tag sieben bis acht Nachrichten pro Stunde.

68 Prozent

68 Prozent aller Handy-Besitzer leiden unter eingebildetem Vibrationsalarm. Sie erleben dieses Phänomen einmal pro Woche.

4,8 Milliarden

4,8 Milliarden Menschen besitzen ein Handy, hingegen nur 4,2 Milliarden eine Zahnbürste. Tendenz steigend: Täglich werden mehr Smartphones verkauft als Babys geboren.

20 Prozent

20 Prozent greifen nach dem Sex sofort zum Handy, hingegen nur noch 10 Prozent zur Zigarette danach.

60 Prozent

60 Prozent der britischen Jugendlichen können sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen und bezeichnen sich selbst als „hochgradig abhängig“. Bei den Erwachsenen sind es nur 37 Prozent – lügen die?

1 von 10

1 von 10 Handynutzern weiß nicht, wo der Ausknopf ist.

1 von 10 greift beim Gottesdienst zum Handy.

1 von 10 nutzt sein Handy während des Sex.

2 von 10

2 von 10 schalten ihr Handy nie aus.

2 von 10 tippen beim Autofahren - das wirkt wie bei 0,8 Promille.

3 von 10

3 von 10 Teens machen per SMS Schluss.

4 von 10

4 von 10 gehen nicht ohne Handy aufs Klo.

5 von 10

5 von 10 nutzen ihr Handy im Bett.

6 von 10

6 von 10 schlafen mit dem Handy - auf dem Nachttisch.

7 von 10

7 von 10 verzichten lieber auf Alkohol als auf ihr Smartphone.

Zynga verliert weiter Kunden: Im vierten Quartal gab es monatlich 112 Millionen aktive Nutzer. Das waren 16 Prozent weniger als im Vierteljahr davor. Im Vorjahresquartal hatten die Zynga-Spiele noch 298 Millionen Nutzer im Monat angezogen.

Die Serie der Verluste ging weiter: Das vierte Quartal brachte ein Minus von 25 Millionen Dollar. Im gesamten Jahr sammelten sich rote Zahlen von knapp 37 Millionen Dollar an. Der Quartalsumsatz brach im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 176 Millionen Dollar ein.

Zynga war einst mit Facebook-Spielen wie „Farmville“ oder „Cityville“ sehr erfolgreich, schaffte es jedoch nicht, mit neuen Hits daran anzuknüpfen. Inzwischen haben die Zynga-Titel auch im weltgrößten Online-Netzwerk an Popularität verloren. Und viele Spieler wanderten zu Smartphone- und Tablet-Games ab.

Das Unternehmen war sich des Problems im mobilen Bereich zwar schon lange bewusst. Doch die teure Übernahme des Spiele-Studios OMGPOP, die es lösen sollte, machte die Lage nur schlimmer. Zynga kaufte die kleine Firma im März 2012 auf dem Höhepunkt des Erfolgs des Bilder-Ratespiels „Draw Something“. Entsprechend hoch fiel der Kaufpreis mit 180 Millionen Dollar aus. Doch schon kurz nach der Übernahme verging den Spielern die Lust am Bilderraten, die Nutzerzahlen brachen ein. Im vergangenen Juni wurde das New Yorker Studio dichtgemacht.

Der neue Zukauf NaturalMotion hat allerdings mehr als nur einige Spieletitel zu bieten. Die britische Firma entwickelte auch die 3D-Animations-Programme Euphoria und Morpheme, die in zahlreichen Videospielen stecken.

Von

dpa

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