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19.09.2016

19:20 Uhr

Oracle legt sich mit Amazon an

Neuer Preiskrieg in der Cloud

VonAxel Postinett
Quelle:Handelsblatt Live

Oracle lädt zur größten Technologieparty der Welt nach San Francisco. Doch ein kräftiger Kurssturz an der Börse trübt die Stimmung ein. Mit der Cloud-Strategie stimmt etwas nicht. Selbst Erzrivale SAP hat keine Angst mehr, und Larry Ellison zettelt zur Ablenkung erst mal einen Preiskrieg mit Amazon an.

Larry Ellison zettelt einen Preiskrieg mit Amazon an. Reuters

Oracle

Larry Ellison zettelt einen Preiskrieg mit Amazon an.

San FranciscoLarry Ellison ließ sich Zeit. Erst um 18 Uhr kalifornischer Zeit betrat er am Sonntag die Bühne in San Francisco – und lieferte den Wartenden eine nicht ganz ernst gemeinte Entschuldigung dafür: In seinem Alter sei man eben etwas vorsichtiger, wenn man eine Bühne betrete, scherzte der 71-Jährige Multimilliardär.

Tausende von Kunden im Auditorium des Moscone Centers waren allerdings weniger darüber besorgt, dass Ellison vielleicht auf der Treppe zur Bühne stolpern würde. Sie wollten vielmehr wissen, ob der Oracle-Chef wirklich noch auf der Höhe der Zeit ist, in einer sich dramatisch ändernden IT-Welt.

Statt IBM für Server und SAP begegneten Oracle-Vertriebsprofis heute Amazon und Workday, wenn es um Apps für Unternehmen gehe, sagte Ellison – und das nicht zum ersten Mal. Doch es klang nicht mehr so überzeugend wie im Jahr zuvor. Am Donnerstag musste Oracle einen niederschmetternden Quartalsbericht bekanntgeben.

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Oracle legt diese Woche seine Zahlen vor – und wird einiges erklären müssen. Eine frühere Angestellte erhebt schwere Vorwürfe gegen den Softwarekonzern. Dabei geht es um mehr als eine Kündigung. Anleger sind verunsichert.

Der Umsatz lag mit 8,6 Milliarden Dollar rund 100 Millionen Dollar unter den Erwartungen. Der Gewinn pro Aktie war ebenfalls geringer als erhofft. Die Anteilscheine verloren daraufhin fast fünf Prozent. Das Ergebnis: Während die Aktie des Konkurrenten SAP in den vergangenen zwölf Monaten 31 Prozent zulegen konnte und knapp unter einem Rekordhoch notiert, legten Oracle-Papiere im selben Zeitraum nur um 2,65 Prozent zu.

Kunden und Investoren sind verunsichert. Anlässlich der Ergebnisse zum vierten Quartal hatte Ellison noch versprochen, Oracle werde als erstes Unternehmen mehr als zehn Milliarden Dollar pro Jahr mit „Software as a Service“ (Saas) und „Platform as a Service“ (Paas) in der Cloud umsetzen. Saas ist eine cloudbasierte Software, mit der Unternehmen ihre Lohnbuchhaltung oder das Kundenmanagement organisieren und Datenanalyse betreiben können. Paas ermöglicht es, in einer Cloud-Umgebung, etwa bei Amazon oder Microsoft, Apps für Unternehmen zu entwickeln.

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