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27.10.2015

06:43 Uhr

Oracle Openworld

Luxus-Spielplatz für Manager

VonAxel Postinett

Was macht ein Milliardenunternehmen wie Oracle mit Minderwertigkeitskomplex? Es lässt es richtig krachen und kreiert einen Riesen-Spielplatz für Manager. Damit steht ganz San Francisco im Bann eines Branchen-Zweikampfs.

Oracles CEO entwarf die Vision der OrcaleOpenWorld. dpa

Mark Hurd

Oracles CEO entwarf die Vision der OrcaleOpenWorld.

San FranciscoNormalerweise ist die Howard Street eine zentrale Achse im chronischen Verkehrschaos von San Francisco. Selbst wenn nur eine Fahrspur gesperrt ist, steigt der Adrenalinspiegel der Berufspendler rasant an. Aber zweimal im Jahr herrscht absoluter Ausnahmezustand. Dann wird die Howard zwischen 4. und 3. Straße einfach einkassiert.

Kunstrasen versteckt dann den schnöden Asphalt, zahllose Sitzsäcke und weiße Lounge-Sofas unter Sonnenschirmen laden zum Entspannen ein. Jazz- und Rockbands treten von morgens bis abends auf. Livrierte Kellner kredenzen mittags Essen und nachmittags Wein, Bier und Säfte – in improvisierten Clubs auf der Amüsiermeile zwischen den Messehallen des Moscone Centers.

Auf gigantischen Fernsehmonitoren sind Vorträge zu sehen und Powerpoint-Folien, bis der Arzt kommt. Am Abend wälzt sich eine endlose Welle von Anzug- und Jeansträgern in die Restaurants und Bars. Ihre Teilnehmer-Badges, an langen Bändern um den Hals getragen, wehen ihnen im harten Wind der San Francisco Bay hinterher wie die Fahnen von Söldnertruppen im Anmarsch.

Die Vision der smarten Technik

Auf dem Vormarsch

Neben Datenbrillen verbreiten sich auch andere intelligente Technologien immer weiter in der Arbeitswelt.

Schlaue Kleidung

Eine Rolle spielen unter anderem virtuelle Fabrikplanungen für die Kreation des perfekten Arbeitsplatzes, auf den Nutzer abgestimmte Beleuchtung für Büroräume, intelligente Schutzbekleidung (etwa für Feuerwehrleute) und intelligente Fabriken mit untereinander kommunizierenden Maschinen.

Risiken

Das bringt auch Risiken mit sich: So kann Bürobeleuchtung, der höhere Blaulichtanteile beigesteuert werden, die Konzentration steigern und Müdigkeit vermeiden. Doch dieser Eingriff kann auch den Schlafrhythmus der Arbeitenden aus dem Takt bringen. Schutzkleidung für Feuerwehrleute, die Daten über deren Körperzustand im Einsatz sammelt, wirft die Frage auf: Wem werden kritische Werte gemeldet – dem Feuerwehrmann selbst oder dem Einsatzleiter?

Augmented Reality

Anwendungen, die dem Nutzer intelligenter Technologien einen mit Zusatzinformationen angereicherten Überblick über seine Umgebung bieten, sind in der industriellen Anwendung noch selten. Der Grund: Bisher kommunizieren Datenbrillen oder andere Plattformen hauptsächlich über RFID-Chips mit ihrer Umgebung. Da die in den meisten Produkten - etwa Autos, die in der Werkstatt mit einer Datenbrille repariert werden sollen - fehlen, haben Datenbrillen keine Ansatzpunkte.

Oracle und Salesforce verwandeln San Francisco in einen riesigen Spielplatz für das Kind im Manager. Oracle ist der 39 Jahre alte Riese, der seine Macht verteidigt, Salesforce der 16 Jahre junge Herausforderer, der den „Opa“ Oracle bei den Kunden und als beste Party-Plattform ablösen will.

Beide eint ein Problem: Ihre Produkte sind wichtig, aber außerhalb der Business-Szene nur langweilig. Ganz anders als bei Apple.

Also wird gezaubert, was das Zeug hält. Die beiden größten Veranstaltungen im Tech-Zirkus sind Oracles Openworld mit 60.000 Teilnehmern und die Dreamforce von Ex-Oracle-Manager Marc Benioff, der mit Salesforce.com eines der mächtigsten Cloud-Unternehmen gegründet hat.

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Er protzt mit mehr als 140.000 registrierten Teilnehmern. Allerdings ein Teil davon mit kostenlosen Tickets. Solche Tickets gibt es bei Oracle nicht, 1000 Dollar und mehr werden fällig.

Trotz der saftigen Preise: Der Veranstaltungszirkus rund um die Cloud brummt auf allen Zylindern. Vor vier Jahren hat Amazon etwa angefangen eine jährliche Hausmesse namens „reinvent“ nur für seine junge Cloud-Computing-Sparte in Las Vegas abzuhalten.

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