Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2008

10:13 Uhr

Oracle übernimmt BEA Systems

Zum Wachstum verdammt

VonJens Koenen

Der SAP -Konkurrent Oracle hat wieder zugeschlagen. Im Rahmen seiner aggressiven Einkaufstour erwirbt Chef Larry Ellison den Softwarespezialisten BEA Systems. Die Aktion wirft viele Fragen auf. Einige Analysten sprechen gar von "Größenwahn".

Oracle CEO Larry Ellison liebt den großen Auftritt. Foto: ap ap

Oracle CEO Larry Ellison liebt den großen Auftritt. Foto: ap

FRANKFURT. Oracle übernimmt den Software-Hersteller BEA Systems. Ist das überraschend?

Nein. Oracle wirbt seit Monaten um das amerikanische Software-Unternehmen. Der SAP -Rivale hatte im Oktober vergangenen Jahres ein erstes Angebot vorgelegt. Das wurde aber vom BEA-Management abgelehnt.

Wie hatte die BEA-Spitze die Ablehnung begründet?

Der Verwaltungsrat von BEA war der Ansicht, dass BEA mehr wert ist als die von Oracle zunächst gebotenen 17 Dollar je Aktie. Er hat konkret 21 Dollar gefordert. Das hat wiederum Oracle abgelehnt und die Offerte zunächst zurückgezogen.

Warum hat man sich jetzt doch geeinigt?

BEA ist seit langem ein Übernahmekandidat. Das Unternehmen ist mit einem Umsatz von zuletzt 1,4 Mrd. Dollar relativ klein - in den Augen vieler Analysten zu klein, um in einem sich konsolidierenden Markt alleine zu überleben. Zudem stand das Management von BEA unter Handlungsdruck, weil der US-Milliardär und aggressive Investor Carl Icahn eingestiegen war und auf einen Verkauf des Unternehmens drängte.

Warum hat Oracle angesichts dieses Drucks beim Kaufpreis dann so kräftig draufgelegt?

Es ist richtig, Oracle bezahlt mit 19,375 Dollar je Aktie deutlich mehr als ursprünglich geplant. Davon profitiert aber natürlich auch Icahn. Zudem war Oracle -Chef Larry Ellison klar, dass er draufsatteln musste, wenn er BEA bekommen wollte.

Musste er denn BEA unbedingt haben?

De facto stand nicht nur das BEA-Management unter Handlungsdruck. Auch Oracle -Chef Ellison ist in der Pflicht: Er hat seinen Investoren für die nächsten Jahre deutlich zweistellige Wachstumsraten versprochen. In den Augen vieler Analysten ist ein Erreichen dieses Ziels aber nur möglich, wenn Ellison sein Akquisitionstempo beibehält.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×