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26.01.2004

21:11 Uhr

Oracle will Aufsichtsrat umgestalten

Peoplesoft hofft auf Ende des Kampfes

Der Softwarehersteller Peoplesoft rechnet mit einem „baldigen Ende“ des seit sieben Monaten dauernden feindlichen Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten Oracle. Das sagte Peoplesoft-Chef Craig Conway gestern in Düsseldorf im Gespräch mit dem Handelsblatt.

dih/tnt DÜSSELDORF. Gleichzeitig räumte er allerdings ein, dass es nach Rechtslage in den USA „keine gesetzliche Frist gibt, an dem der feindliche Übernahmeversuch als gescheitert gilt“.

Oracle bietet 7,3 Mrd. $ für die Übernahme des nach SAP zweitgrößten Herstellers von Unternehmenssoftware. Die vergangenen Monate waren reich an taktischen Winkelzügen und heftigen Wortgefechten zwischen Oracle und Peoplesoft. Zuletzt hatte Oracle am Wochenende ein Liste mit fünf Kandidaten für das Peoplesoft-Aufsichtsgremium (Board of Directors) vorgelegt. Der Angreifer will die bisher erworbenen Peoplesoft-Anteile nutzen, um Vertreter in das Board wählen zu lassen, die eine Übernahme unterstützen.

„Es steht mir als CEO nicht zu, den Aktionären Ratschläge zu erteilen“, sagte Conway. Doch es dürfe bezweifelt werden, dass diese von Oracle benannten Kandidaten die notwendige Unabhängigkeit besäßen, um die Interessen der Peoplesoft-Aktionäre zu vertreten.

„Der Aktienkurs hat seit dem ersten Angebot von Oracle um rund 45 Prozent zugelegt und die bislang vorgelegten Ergebnisse belegen den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens“, sagte Conway. Einer Übernahme durch Oracle müssten zudem die Kartellbehörden in den USA und der EU zustimmen. Unter Experten gilt dies als zweifelhaft, da Oracle bereits im Markt für Datenbanksoftware eine herausragende Stellung besitzt.

Am Donnerstag nach Börsenschluss in den USA wird Peoplesoft die Ergebnisse für das abgelaufene Jahr vorlegen. Am Abend eröffnete Conway die 10. Handelsblatt-Jahrestagung „Strategisches IT-Management“ in Neuss.

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