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22.02.2015

11:26 Uhr

Oscar-Verleihung

Schweizer Startup checkt die Promis ein

VonAstrid Dörner

Wer nicht auf der Gästeliste steht, bleibt bei den Oscar-Parties draußen. Doch Hollywoods Party-Veranstalter haben genug vom Papierkrieg und nutzten nun eine App aus der Schweiz , um lästige Schlangen zu vermeiden.

Gästeliste über das iPad: Das Schweizer Startup Zkipster soll das möglich machen.

Nur wer drauf steht, kommt rein

Gästeliste über das iPad: Das Schweizer Startup Zkipster soll das möglich machen.

New YorkEs ist die beliebteste Viewing-Party des Abends: Wer nicht live bei der Oscar-Verleihung im Dolby Theater live dabei sein kann, der geht am liebsten zu Elton John. Die Aids-Stiftung des britischen Sängers lädt am Sonntag 1000 Gäste zum gemeinsamen Oscars Schauen. Die Party, zu der in den vergangenen Jahren Stars wie Brittney Spears, Taylor Swift, Victoria Beckham  und Harrison Ford erschienen sind, ist eine Institution in Hollywood. Alles muss perfekt sein. Das fängt beim Einchecken an.

Die Stiftung nutzt dafür die Technologie eines schweizer Start-Ups. Zkipster heißt das Unternehmen, das eine moderne Form der Gästeliste entwickelt hat. Statt langen Papierlisten stehen die Event-Manager mit Tablet-PC am Empfang. Sie tippen die ersten Buchstaben des  Nachnamens in den Tablet-PC. „B-E-C“ für Victoria Beckham und mit einem Klick auf den orangenen Knopf  ist sie eingecheckt. Die Gästeliste aktualisiert sich in Echtzeit, damit die Organisatoren immer auf dem neusten Stand sind. Kommt ein Gast überraschend ohne Begleitung? Muss noch ein zusätzlicher Tisch aufgebaut werden? Die App behält den Überblick. Auch um ungebetene Party-Crusher fern zu halten, die sich immer wieder unerlaubten Zutritt verschaffen.

Kaufen, Klauen, Essen: Fakten über den Oscar (1)

Oscar...

Die 35 Zentimeter große, vier Kilogramm schwere und mit Gold überzogene Figur – sie gleicht einem Ritter, der auf einer Filmspule steht und sich auf ein Schwert stützt – ist eben die begehrteste Filmtrophäe der Welt. Sie soll nicht käuflich sein, man muss sie sich verdienen, meinen die Organisatoren.

...ist käuflich

Normalerweise gewinnt man einen Oscar, doch er ist auch käuflich. Schon ab knapp zehn Dollar und bis weit über eine Million. Hollywoods höchste Auszeichnung ist ein begehrtes Objekt.

Michael Jackson...

Der 2009 verstorbene Popstar war tatsächlich Besitzer einer Oscar-Trophäe, allerdings auf Umwegen und für sehr viel Geld. 1999 hatte der Sänger für über 1,5 Millionen Dollar den begehrten Goldjungen aus dem Jahr 1939 für das prämierte Südstaaten-Drama „Vom Winde verweht“ ersteigert.

...bezahlte Rekordpreis

1,5 Millionen Dollar ist mit Abstand der höchste Preis, der jemals öffentlich für eine Oscar-Statue geboten wurde. Extrem, ja, aber nicht weiter verwunderlich, meint der Auktions-Experte Darren Julien von Julien's Auctions in Beverly Hills. „Für Sammler ist der Oscar die ultimative Hollywood- Trophäe, das ist der „Monet“ unter den Preisen“. Vor allem aus Asien und Russland bekomme er viele Anfragen nach käuflichen Oscars, erzählt Julien.

Es gibt nicht viele...

Seit der ersten Oscar-Verleihung im Jahr 1929 sind nach Angaben der Film-Akademie nur knapp 3000 Statuen ausgehändigt worden.

...und ein Rückkaufsrecht

Seit 1950 sichert sich der Verband von allen Oscar-Gewinnern vertraglich das Recht zu, die Statuen für einen symbolischen Preis von einem Dollar zu erwerben, falls die Gewinner ihre Trophäe in bare Münze umsetzen wollen. Dieser Knebelvertrag gilt auch für die Erben.

Oscar-Auktionen rund um...

Damit wird jede Oscar-Auktion zur Besonderheit. 2012 kamen gleich 15 Goldjungen für insgesamt mehr als drei Millionen Dollar unter den Hammer – alle aus Jahren vor 1950. Der mit Abstand teuerste Oscar war der von Herman J. Mankiewicz für das Drehbuch von „Citizen Kane“, der für umgerechnet 440.000 Euro wegging.

...Bette Davis und

2001 ersteigerte Oscar-Preisträger Steven Spielberg den 1938 für „Jezebel“ gewonnenen Oscar von Hollywood-Ikone Bette Davis. Er zahlte 578 000 Dollar und schenkte die Statue umgehend der Academy. Damit „rettete“ Spielberg bereits zum zweiten Mal einen Oscar vor einer weiteren kommerziellen Ausnutzung.

...Clark Gable

1996 hatte der Regisseur die Oscar-Trophäe von Clark Gable für den Film „Es geschah in einer Nacht“ für über 600.000 Dollar ersteigert und der Filmakademie vermacht.

„Wenn man mehrere Einhänge hat und sich die Gästeliste automatisch aktualisiert, dann erhöht das deutlich die Sicherheit“, sagt Becker. „Mit einer Gästeliste aus Papier kann sich heute kein Veranstalter mehr sehen lassen.“ Der 35-Jährige hat Zkipster mit seinem Geschäftspartner Daniel Dessauges vor drei Jahren gegründet hat. Die beiden Schweizer hatten 2008 ihre eigene Party im Züricher Szene-Club Kaufleuten organisiert, und mit langen Schlangen am Eingang die Gäste vergrault.

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