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23.06.2014

15:33 Uhr

Osteuropa-Geschäft

Telekom Austria kauft mazedonischen Anbieter

In Absprache mit dem mexikanischen Großaktionärs Carlos Slim hat die Telekom Austria ihr Osteuropa-Geschäft weiter ausgebaut und einen mazedonischen Kabelanbieter gekauft. Slim plant die Übernahme von Telekom Austria.

Telekom Austria hat den mazedonischen Kabelanbieter blizoo gekauft. Mit diesem Schritt erschließt sich das Telekommunikationsunternehmen neue Marktanteile in Osteuropa. Dies steht vor allem in Einklang mit dem mexikanischen Großaktionär Carlos Slim, der die Übernahme der Österreicher plant. Reuters

Telekom Austria hat den mazedonischen Kabelanbieter blizoo gekauft. Mit diesem Schritt erschließt sich das Telekommunikationsunternehmen neue Marktanteile in Osteuropa. Dies steht vor allem in Einklang mit dem mexikanischen Großaktionär Carlos Slim, der die Übernahme der Österreicher plant.

WienDie Telekom Austria verstärkt ihr Osteuropa-Geschäft mit einem Zukauf in Mazedonien. Dort werde für einen zweistelligen Millionenbetrag der Kabelanbieter blizoo vom schwedischen Finanzinvestor EQT übernommen, kündigte Telekom-Chef Hannes Ametsreiter am Montag an.

Telekom Austria könne in dem Land nun neben Festnetz und Mobilfunk auch Breitband und Fernsehdienste anbieten. „Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Vergrößerung. Wir erschließen uns damit neue Marktsegmente“, sagte Ametsreiter. Das profitable Unternehmen erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von zehn Millionen Euro. Ein Abschluss der Transaktion sei in den nächsten Wochen geplant.

Der Schritt steht im Einklang mit der vom mexikanischen Großaktionär Carlos Slim angekündigten Wachstumsstrategie. Er hält über seinen Konzern America Movil bereits knapp 27 Prozent und will im Zuge eines Übernahmeangebots bis 10. Juli bis zu 51 Prozent der Telekom-Aktien kaufen. Slim will die Telekom Austria künftig als Plattform für weitere Zukäufe in Osteuropa nutzen.

Milliardäre: Wer ist Carlos Slim?

Reichster Mann

Forbes taxiert sein Vermögen auf 69 Milliarden Dollar, Bloomberg schätzt es Ende 2012 auf 75 Milliarden Dollar.

Lebensstil

Slim gilt nicht als extravagant. Er trägt Anzüge von der Stange, am liebsten aus seinen Kaufhäusern. Er soll nicht mal einen Computer haben. Lieber schreibt er in schwarze Notizbücher.

Grundsätze

Zwei Grundsätze hat er von seinem Vater übernommen: "Geld, das das Unternehmen verlässt, verdunstet." Und: „Die Familie ist das Wichtigste.“

Holding

Seine Holding nennt er auch "Carso". Das Wort ist gebildet aus den ersten Silben seines Vornamens und des Vornamens seiner verstorbenen Frau Soumaya. An die Spitze seiner Firmen setzt er am liebsten Verwandte oder Libanesen.

Investor

Sein Geld steckt er am liebsten in Firmen, die er günstig erwirbt, aufmöbelt und sie dann in florierende Unternehmen verwandelt. "Er hat einen unvergleichlichen Riecher für Geschäfte und Schnäppchen", sagt Rogelio Ramirez de la O, Chef der Investmentberatungsgesellschaft Ecanal.

Fußballfan

Über seine Holding "Carso" erwarb er 35 Prozent der Anteile am nordspanischen Fußballklub Real Oviedo und rettete den Traditionsverein damit vor dem Konkurs. Zwei Millionen Dollar ließ sich Slim die Kapitalspritze kosten. Er wolle den Klub von seinen "besonderen und schwierigen" Problemen befreien, ließ Slim erklären.

Wurzeln

Der 72 Jahre alte Unternehmer hat libanesische Wurzeln.

Aufstieg

Seit den neunziger Jahren hat er ein Firmenimperium aufgebaut, das auf einem Fernmeldemonopol fußt. Es gibt heute kaum eine Branche der mexikanischen Wirtschaft, in der er nicht Aktien hätte.

Geldmeister

Die Mexikaner schlafen in Betten aus Slim-Kaufhäusern. Für das Internet nutzen sie seinen Provider. Sie gehen in den Restaurants seiner Ketten essen. CDs, Konzertkarten, Billigflieger, Krankenhäuser - immer verdient Slim. Selbst das Geld dafür kommt oft aus seinen Geldautomaten. Carlos Slim baut Häuser und Autobahnen, er schürft nach Silber und Kupfer. Er ist der Geldmeister von Mexiko. Ihm gehören große Teile des Landes.

Zu weiteren Wachstumsschritten unter der Schirmherrschaft von Slim hielt sich Ametsreiter bedeckt. „Wir schließen nie etwas aus, aber wir kündigen auch nie etwas an. Wir werden sehen, was kommt. Wir sehen uns alle Möglichkeiten in der Region an.“ Im Fokus stünde dabei weiterhin das Wachstum in bereits bestehenden Märkten, um Festnetz, Mobilfunk und Breitband aus einer Hand anbieten zu können.

Von

rtr

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