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10.05.2012

09:11 Uhr

Osteuropa

Telekom Austria trotzt Hyperinflation

Die Telekom Austria trotzt Hyperinflation, während sich der Sparkurs bemerkbar macht. Das Ergebnis ist positiv, doch der Wettbewerb bleibt hart.

Der Vorstandsvorsitzende der Telekom Austria, Hannes Ametsreiter. dapd

Der Vorstandsvorsitzende der Telekom Austria, Hannes Ametsreiter.

WienDie Telekom Austria ist zu Jahresbeginn trotz des scharfen Wettbewerbs in ihren Kernmärkten und der mauen Wirtschaftsentwicklung in Osteuropa in die Gewinnzone zurückgekehrt. Dank des eingeleiteten Sparkurses stand unter dem Strich ein Plus von 46,9 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal hohe Kosten für einen Stellenabbau zu einem Verlust von knapp 80 Millionen Euro geführt hatten. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Das Ergebnis ist besser als von Analysten erwartet und gibt der derzeitigen Führungsriege Rückenwind im Streit mit dem Großaktionär Ronny Pecik, der vor der am 23. Mai geplanten Hauptversammlung bereits mehrmals die Absetzung des Managements gefordert hatte.

Für das laufende Jahr geht der Konzern weiterhin von einem Umsatzrückgang auf 4,4 Milliarden Euro aus, nach 4,5 Milliarden im Vorjahr und einem bereinigten Betriebsergebnis (Ebitda) von rund 1,5 Milliarden Euro.
Die Telekom Austria ist in Slowenien, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Bulgarien und Weißrussland vertreten. Wie bereits im vergangenen Jahr musste das Unternehmen auch im ersten Quartal massive Belastungen durch die Hyperinflation im von der Wirtschaftskrise gebeutelten Weißrussland verkraften, die das operative Ergebnis mit gut 38 Millionen Euro belasteten.

Im Heimatmarkt Österreich, macht der Telekom seit Jahren ein harter Preiskampf zu schaffen, der die Erträge trotz steigender Kundenzahlen sinken lässt. „Intensiver Wettbewerb und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen bestimmen die Geschäftsentwicklung in all unseren Märkten“, sagte Finanzchef Hans Tschuden.

In Österreich dürfte sich das nach Ansicht von Experten auch durch die geplante Übernahme des Mobilfunkers Orange Austria durch Hutchison 3G nicht ändern, bei der sich die zwei kleinsten Anbieter gegen die größere Konkurrenz verbünden. Gleichzeitig soll die Orange-Billigtochter Yesss gemeinsam mit Frequenzen und Sendestationen für 390 Millionen Euro an die Telekom Austria gehen.

Ob die Wettbewerbshüter in Brüssel und Wien den Deal genehmigen, ist allerdings noch offen. Orange und Hutchison hätten ihre Unterlagen am 7. Mai in Brüssel zur Prüfung eingereicht, geht aus der Investorenpräsentation der Telekom Austria hervor. Die Übernahme von Yesss wolle die Telekom voraussichtlich Ende Mai bei der österreichischen Wettbewerbsbehörde zur Prüfung anmelden. Die Wiener Kartellwächter haben aber bereits ihre Bedenken kundgetan, weil die Telekom durch die Übernahme von Yesss ihre Marktführerschaft weiter ausbaue.

Die Telekom gibt sich dennoch zuversichtlich: „Die Transaktion wird voraussichtlich Mitte 2012 abgeschlossen werden“, hieß es im Zwischenbericht.

Von

rtr

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