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22.07.2016

09:04 Uhr

Pandora

Internet-Radio verliert Nutzer

Ist die Konkurrenz durch Apple Music und Spotify zu groß? Das Internet-Radio Pandora hat im abgelaufenen Quartal mehr als eine Million Nutzer verloren. Auch die Verluste steigen weiter an.

Die Verluste bei dem Internet-Radio steigen. Reuters

Pandora

Die Verluste bei dem Internet-Radio steigen.

OaklandDas amerikanische Internet-Radio Pandora, das in den nächsten Jahren auch international ins Geschäft mit Musik aus dem Netz vorstoßen will, verliert zunächst weiter Kunden. Für das vergangene Quartal meldete Pandora 78,1 Millionen aktive Nutzer, drei Monate zuvor waren es noch 1,3 Millionen mehr.

Der Quartalsverlust stieg auf 76,3 Millionen Dollar von einem Minus von 16 Millionen Dollar vor einem Jahr, wie Pandora nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Zugleich legte der Umsatz um 20 Prozent auf 343 Millionen Dollar zu. Neben Werbeerlösen trug dazu auch das Ticket-Geschäft bei. Der an die Spitze zurückgekehrte Gründer Tim Westergren will Pandora zu einer Rundum-Plattform für Musik mit Streaming-Abos und Tickethandel ausbauen. Dafür kaufte Pandora den gescheiterten Online-Musikdienst Rdio.

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Das Musik-Streaming im Internet wächst kräftig, beschleunigt aber den Rückgang der CD. Ein analoger Gewinner im digitalen Zeitalter ist die Schallplatte: Zwar bleibt dies ein Nischenmarkt, dafür aber mit enormem Zuwachs.

Westergren will zum Jahr 2020 den Umsatz auf vier Milliarden Dollar vervierfachen. Doch ihm stehen mit dem aktuellen Streaming-Marktführer Spotify und Apple Music mächtige Konkurrenten gegenüber. Allein Spotify hat nach jüngsten Angaben über 100 Millionen Nutzer, von denen mindestens 30 Millionen zahlende Abo-Kunden sind.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge schlug Pandora ein Übernahmeangebot des Kabel-Riesen Liberty Media auf, das die Firma mit 3,4 Milliarden Dollar bewertet hätte. Dazu gab es keinen Kommentar. Zuletzt war Pandora an der Börse noch 2,7 Milliarden Dollar wert - und die Aktie fiel nach dem Quartalsbericht nachbörslich um über sieben Prozent auf 11,11 Dollar. Liberty bot nach Informationen der Zeitung 15 Dollar pro Anteilsschein.

Wer am Musikstreaming verdient

Zur Studie

Wirtschaftsexperten von Ernst & Young haben im Auftrag des Verbandes der französischen Musikindustrie SNEP exemplarisch ausgerechnet, wieviel die einzelnen Parteien von jenen 9,99 Euro erhalten, die ein Premiumabo bei Diensten wie Spotify und Deezer kostet.

Der Dienst selbst ...

... behält demnach 2,08 Euro.

Der Staat ...

... bekommt 1,67 Euro insbesondere durch die Umsatzsteuer.

Die Verwertungsgesellschaften ...

... bekommen einen Anteil von einem Euro.

Die Labels ...

... behalten 4,56 Euro.

Den Künstlern ...

... bleiben am Ende 0,68 Euro. Die werden nach Häufigkeit der Abrufe unter den Musikern aufgeteilt. Unbekanntere Bands erhalten entsprechend wenig.

Von

dpa

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