Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.05.2011

11:03 Uhr

Panne bei Playstation

Sony gibt klein bei

Sony sorgt sich um den guten Ruf - und um die Erträge. Damit die Kunden bei der Stange bleiben bietet Sony Gratisdienste an. Der Schaden für das Unternehmen ist nicht absehbar, die Aktie stürzt ab.

Sony-Chef Kazuo: Der Konzern gibt Fehler zu und bittet um Entschuldigung. Quelle: Reuters

Sony-Chef Kazuo: Der Konzern gibt Fehler zu und bittet um Entschuldigung.

Der japanische Elektronikkonzern Sony hat sich für Sicherheitslücken in dem Datennetzwerk der Spielekonsole Playstation entschuldigt und Entschädigungsleistungen angeboten. „Wir entschuldigen uns zutiefst für die großen Sorgen und den Ärger, den wir unseren Kunden bereitet haben“, sagte Sony-Vize Kazuo Hirai am Sonntag auf einer Pressekonferenz, bevor er sich zusammen mit Vorstandskollegen tief und lange verbeugte.

Es war die erste öffentliche Äußerung von Sony nach Bekanntwerden des beispiellosen Datenklaus von 77 Millionen Nutzern. Die Sicherheitslücke hatte nicht nur PlayStation-Spieler weltweit aufgeschreckt, sondern auch Datenschützer auf den Plan gerufen. Sony erklärte, die Sicherheitsmaßnahmen des Computer-Systems seien verbessert worden. Es seien höhere Standards für den Datenschutz und die Verschlüsselung eingeführt worden. Die US-Ermittlungsbehörde FBI sei um Hilfe gebeten worden.

Um eine Kundenflucht zu Konkurrenzprodukten wie dem Wii von Nintendo oder der XBox von Microsoft zu vermeiden, bietet Sony nun Kunden an, einige Dienste kostenlos in Anspruch zu nehmen. Sie können beispielsweise einen Monat die Premium-Angebote ohne zusätzliche Kosten nutzen. Nach dem Datenklau, der zwischen dem 17. und 19. April stattgefunden haben soll und erst kürzlich bekannt wurde, sperrte PlayStation seinen Online-Service. In der neuen Woche sollen laut Sony einige Dienste wieder aufgenommen werden. Auf der Plattform können Interessenten Spiele im Internet kaufen und auch online gegeneinander antreten.    

Sony-Kunden, Datenschützer und Politiker hatten vor allem kritisiert, dass der massive Datenklau erst mit Verzögerung veröffentlicht wurde. „Wir haben die Erklärung so früh wie möglich bekanntgegeben, was sich als Tag nach der Lancierung (des Tablets) herausstellte“, sagte Hirai, der Nachfolger von Sony-Chef Howard Stringer werden soll. Wenige Stunden vor der Veröffentlichung hatte Sony als großer Nachzügler der von Apples iPad dominierten Branche seinen neuen Tablet-Computer vorgestellt.     

Sony kämpft im Geschäft mit Spielekonsolen um wichtige Marktanteile. Der Datendiebstahl, bei dem persönliche Daten wie Namen, Anschriften, Email-Adressen, Geburtsdaten, User-Namen, Passwörter abgegriffen wurden, könnte die Bilanz des Konzerns belasten, der zudem unter den Folgen des Erdbebens und Tsunamis leidet. Hirai betonte, Sony könne noch nicht einschätzen, wie sich der Hacker-Angriff auswirken werde.

Die Playstation-Plattform trägt schätzungsweise 500 Millionen Dollar zu den jährlichen Umsätzen bei. Die Sony-Aktie befand sich in der vergangenen Woche auf Talfahrt. Am Donnerstag - vor dem Feiertag am Freitag - verlor sie in Tokio 4,5 Prozent.     

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×