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18.09.2015

17:12 Uhr

Partnerbörse

Dating-Plattform Lovoo dementiert Fake-Accounts

Hat die Dating-Plattform Lovoo Profile weiblicher Nutzer kurzerhand selbst generiert? Das legen Dokumente nahe, die der Redaktion der Fachzeitschrift „c't“ zugespielt wurden. Das Dresdner Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Die Homepage der Online-Partnerbörse Lovoo. Die Plattform dementiert, weibliche Profile selbst angelegt zu haben.

Vorwurf gegen Dating-Plattform

Die Homepage der Online-Partnerbörse Lovoo. Die Plattform dementiert, weibliche Profile selbst angelegt zu haben.

Hannover/DresdenDie Online-Dating-Plattform Lovoo hat nach Recherchen der Fachzeitschrift „c't“ möglicherweise in großem Stil gefälschte weibliche Profile eingesetzt, das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Von angelockten Nutzern sollen zeitweise rund 5000 Euro täglich für bezahlpflichtige, aber vergebliche Kontaktversuche geflossen sein, berichtete die Zeitschrift am Freitag. Eine Lovoo-Sprecherin erklärte, die Anschuldigungen „beruhen auf zweifelhaften Dokumenten und Daten, die dem Magazin anonym zugespielt“ worden seien.

Nach Angaben der „c't“ bekam die Redaktion unaufgefordert Dateien von einem anonymen Tippgeber, darunter angebliche E-Mails der Führungsriege der Plattform. Man habe „bislang keinerlei Hinweise auf eine Manipulation“ der mehr als 50 Gigabyte Daten entdeckt, berichtet das Magazin.

Stattdessen gebe es Hinweise auch im Programmcode, dass Benutzerprofile mit Fotos von Lovoo-Nutzern aus anderen Ländern sowie aus anderen Dating-Portalen erstellt worden seien und mittels Skripten wie echte Profile agiert hätten, schrieb „c't“. Einfache Profiltexte sollen aus gefundenen Textvorlagen automatisiert zusammengestellt worden sein. Eine E-Mail von Juni 2013 erwecke zudem den Eindruck, dass die Aktion unter dem Namen „Tu Gutes“ möglicherweise auch mit Beteiligung der Geschäftsführung erfolgt sei.

Die Redaktion habe nach Abschluss der Recherche die Unternehmensführung mit konkreten Fragen konfrontiert und auch auszugsweise belastendes Material vorgelegt, schreibt die „c't“. Lovoo habe nicht konkret zu den Fragen Stellung genommen. Lovoo erklärte dagegen, dass das Unternehmen „mehrfach angeboten“ habe, „die entstandenen Fragen des Magazins in einem Pressegespräch zu beantworten“ und warf den Autoren mangelnde journalistische Sorgfalt vor.

Partnersuche: Welcher Typ sind Sie?

1. Die Pechvögel

49 Prozent der in einer Studie von Elitepartner.de befragten Singles hatten bis jetzt schlichtweg noch kein Glück mit der Suche nach dem richtigen Partner. 50 Prozent der Frauen und 48 Prozent der Männer hätten gern eine Beziehung, lernen auch regelmäßig neue Menschen kennen, sagen aber von sich, dass der oder die Richtige einfach noch nicht dabei war.

Quelle: Lisa Fischbach, Diplom-Psychologin, Single- und Paarberaterin von ElitePartner.de aus „Die ganze Welt von 1 bis 10“ von Fischer-Verlag

2. Die Anspruchsvollen

Blond, blaue Augen, romantisch, treu, ehrlich, gutsituiert, beruflich erfolgreich – so in etwa könnte die Kriterienliste der „Anspruchsvollen“ aussehen, die der ideale Partner erfüllen muss. 41 Prozent der Befragten gehören zu dieser Gruppe. Ihnen stehen die hohen Ansprüche im Weg: Sie möchte zwar gerne einen Partner, aber keiner genügt ihren Wünschen.

3. Die Gehetzten

Job, Familie, Hobbys, Freunde – es ist nicht einfach, alles unter einen Hut zu bekommen und sich aktiv um die Suche nach einer neuen Liebe zu kümmern. 36 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einfach zu viel zu tun haben, um sich der Partnersuche zu widmen.

4. Die Schüchternen

Ihnen ist vermeintlich der ideale Partner schon oft über den Weg gelaufen, doch 17 Prozent der Befragten trauen sich einfach nicht, ihn oder sie anzusprechen. Interessant ist, dass die Schüchternheitsfalle eher die Männer zu belasten scheint: 29 Prozent der Männer, aber nur zehn Prozent der Frauen sehnen sich nach einer Beziehung, trauen sich aber nicht, auf jemanden zuzugehen.

5. Die Einsamen

Für 16 Prozent ist es schwierig, den richtigen Partner zu treffen, weil sie nur selten ausgehen. Zu den „Einsamen“ zählen eher Männer: 21 Prozent der männlichen Befragten, aber nur 14 Prozent der weiblichen sagen, dass sie nur wenige Freunde haben, selten ausgehen und aus diesem Grund niemanden kennenlernen, der ihnen gefällt.

6. Die Selbstbewussten

Ein gesundes Selbstbewusstsein wirkt sich meistens positiv auf die Partnersuche aus. Doch 13 Prozent sehen genau das als Krux und denken, dass sie andere mit ihrem Selbstbewusstsein abschrecken könnten und deshalb keinen Partner finden. 19 Prozent der weiblichen Befragten, aber nur vier Prozent der männlichen führen ihr Singledasein auf ihr großes Selbstbewusstsein zurück.

7. Die Trauernden

Um etwas Neues anfangen zu können, sollte man erst mit dem Alten abschließen. Das finden auch zwölf Prozent der befragten Singles und geben an, dass sie noch an ihrer alten Beziehung hängen und aus diesem Grund noch nicht bereit für einen neuen Partner sind.

8. Die Armen

Neun Prozent der befragten Singles meinen, dass sich keiner in sie verliebt, weil sie zu wenig Geld haben. Diesen Singletyp findet man vor allem beim männlichen Geschlecht: 13 Prozent der Männer, aber nur sieben Prozent der Frauen fühlen sich durch ihre schlechte finanzielle Situation gehemmt und denken, dass diese einer Partnerschaft im Wege steht.

9. Die Hässlichen

Neun Prozent der Befragen sagen, dass sie Single sind und den richtigen Partner bis jetzt noch nicht gefunden haben, weil sie nicht attraktiv genug sind. Dieser Singletyp kommt eher bei Männern vor: 14 Prozent der Männer, aber nur sechs Prozent der Frauen finden sich nicht attraktiv genug, um jemanden kennenzulernen.

10. Die Überzeugten

Die Freiheit und Unabhängigkeit voll ausnutzen, keine Diskussionen um Abwasch und herumliegende Klamotten in der Wohnung – immerhin acht Prozent der Befragten schätzen die Vorteile des Singledaseins. Sie sind überzeugte Solisten und möchten im Moment keine neue Partnerschaft eingehen.

Kurz nach Ende der Recherche wurde der „c't“ zufolge damit begonnen, „Profile in erheblichem Umfang von der Plattform zu entfernen“. Seit dem 12. September hätten die Testpersonen von „c't“ plötzlich jeweils „mehr als die Hälfte ihres Lovoo-Bekanntenkreises verloren“. Nach Angaben des Dresdner Unternehmens gibt es mehr als 30 Millionen Nutzer der App. Sie wird für die Plattformen Android und iOS angeboten.

Erst vor wenigen Wochen war das Seitensprungportal Ashley Madison nach einem Hackerangriff auch noch wegen eines sehr ähnlichen Vorwurfs in die Kritik geraten. Dem Technologie-Blog „Gizmodo“ zufolge sollen dort mehr als 70 000 weibliche Fake-Profile männlichen Nutzern gefälschte Nachrichten geschickt haben, um die Seite attraktiv zu machen und sie zu kostenpflichtigen Antworten zu animieren. Ashley-Madison-Chef Noel Biderman trat wenig später zurück.

Von

dpa

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