Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.12.2013

15:32 Uhr

Patentrechtsstreit

EU fordert mehr Entgegenkommen von Samsung

Die EU erwartet im Streit um Patentrechtsklagen mehr Zugeständnisse von Smartphone-Hersteller Samsung. Sonst kommt der südkoreanische Riesenkonzern nicht um eine zweistellige Milliardenstrafe herum.

Fußgänger vor einem Samsung Werbeschild in Seoul. Im Patentrechtsstreit muss der südkoreanische Smartphone-Hersteller nach Angaben der EU nachbessern. AFP

Fußgänger vor einem Samsung Werbeschild in Seoul. Im Patentrechtsstreit muss der südkoreanische Smartphone-Hersteller nach Angaben der EU nachbessern.

ParisSamsung muss EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia zufolge im Streit über Patentrechtsklagen voraussichtlich mehr Zugeständnisse machen, um einer drohenden Milliardenstrafe zu entgehen. „Wir werden dem Feedback Rechnung tragen, wenn wir in den nächsten Wochen mit Samsung mögliche Verbesserungen zu ihren Zusagen besprechen“, sagte Almunia am Montag auf einer Konferenz zu Patentrechten.

Dies deutet daraufhin, dass den Kontrahenten des südkoreanischen Elektronikriesen das bisherige Entgegenkommen nicht ausreicht. Der weltgrößte Smartphone-Hersteller hatte sich im September unter anderem dazu bereiterklärt, Rivalen wie Apple nicht mehr mit Patentklagen zu überziehen.

Als Bedingung für einen fünfjährigen Verzicht für den Gang vor Gericht nannte Samsung, dass der jeweilige Kontrahent einem Lizenzabkommen zustimmen müsse. Die betroffenen Unternehmen konnten innerhalb eines Monats Stellung dazu nehmen. Samsung droht eine Strafe von zehn Prozent des Jahresumsatzes und damit von bis zu 18,3 Milliarden Dollar.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Die EU-Aufseher hatten dem Konzern vorgeworfen, Apple die Nutzung eines wichtigen Patents für Mobiltelefone zu verbieten, obwohl der US-Rivale einen angemessenen Preis für die Nutzung habe zahlen wollen. Damit habe sich Samsung nicht an die Regeln eines fairen Wettbewerbs gehalten. Die beiden führenden Hersteller auf dem Smartphone-Markt kämpfen erbittert um Marktanteile und streiten weltweit in mehr als zehn Ländern um die Verwendung von Patenten.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×