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24.07.2012

14:33 Uhr

Patentstreit

Apple will 2,5 Milliarden Dollar von Samsung

Dass es beim Streit zwischen Apple und Samsung um große Summen geht, ist nicht neu. Jetzt wurde bekannt: Apple verlangt von Samsung 2,5 Milliarden Dollar. Das stellt selbst das Düsseldorfer Tablet-Urteil in den Schatten.

Etappensieg für Samsung

Video: Etappensieg für Samsung

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New York/DüsseldorfApple fordert im Ideenklau-Streit mit Samsung mehr als 2,5 Milliarden Dollar Schadenersatz. Das sei noch eine zurückhaltende Berechnung, erklärten Apple-Anwälte in Unterlagen für einen großen Prozess in Kalifornien, der am kommenden Montag beginnen soll. Samsung weist die Vorwürfe zurück.

Der Prozess in Kalifornien ist der vorläufige Höhepunkt eines seit mehr als einem Jahr andauernden weltweiten Streits der beiden Unternehmen. Der iPhone-Entwickler aus Kalifornien und der aktuell weltgrößte Smartphone-Anbieter aus Südkorea werfen sich gegenseitig Verletzungen von Patenten und Designrechten vor.

Patentstreit: Unentschieden zwischen Apple und Samsung

Patentstreit

Unentschieden zwischen Apple und Samsung

Im Patentstreit zwischen Apple und Samsung hat das Oberlandesgericht Düsseldorf zwei Entscheidungen gefällt: Das Galaxy Tab 10.1 N darf weiterhin verkauft werden, das Galaxy-Tab 7.7 weiterhin nicht.

Ein zentraler Schauplatz der Auseinandersetzung ist Deutschland. Am Dienstag stoppte das Oberlandesgericht Düsseldorf europaweit das kleine Samsung-Tablet Galaxy Tab 7.7. Gleichzeitig winkte das Gericht das größere Galaxy Tab 10.1N durch. Apple hatte ein bundesweites Verkaufsverbot für das Zehn-Zoll-Gerät von Samsung gefordert. Mit einem modifizierten Design, das die Koreaner eigens mit Blick auf die gerichtliche Auseinandersetzung entwickelt hatten, lief der Antrag von Apple ins Leere.

Nach dem Düsseldorfer OLG-Urteil schaut die Branche nun gespannt nach San Jose, wo am kommenden Montag der große Patent-Prozess Apple vs. Samsung beginnt. Teil der Apple-Forderung dort sind 500 Millionen Dollar, die der iPhone- und Apple-Hersteller als entgangene Gewinne durch angebliche Nachahmer-Produkte von Samsung betrachtet. Hinzu rechnet Apple noch zusätzliche 25 Millionen Dollar für einige Lizenzeinnahmen.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Erstmals wurde mit dem Gerichtsdokument auch bekannt, wie viel Apple für die rechtmäßige Nutzung seines intellektuellen Eigentums haben will: 24 Dollar pro Gerät für alle Patent- und Design-Rechte. Sucht man sich einzelne Patente heraus, könnte es noch teurer werden. So will der iPhone-Konzern 2,02 Dollar pro Gerät haben, wenn es eine Funktion beherrscht, bei der ein Bildschirm-Inhalt automatisch zurückspringt, wenn er per Fingerzeig zu weit gezogen wurde (Gummiband-Effekt). Nach Apples Klagen fehlt diese Funktionalität derzeit in Samsung-Geräten.

Kommentare (6)

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PeinlicherApfel

24.07.2012, 16:31 Uhr

Das muss doch langsam mal ein Ende finden! Ist das zurückspringen von Tastaturknöften auch patetentiert? IRRSINN!! Und Apple sollte das doch langsam selbst peinlich sein und dem Image tut es auch nicht gut!

Account gelöscht!

24.07.2012, 17:29 Uhr

Halte es auch für eine Schweinerei, wie es einem US Konzern im hochdynamischen Markt für Smartphones und Tablets gelingen kann, seine dreisten und unverschämten Forderungen immer wieder durchzusetzen.

onlinemaui

24.07.2012, 17:41 Uhr

iPhone heißt doch: idiotenphone. Nicht wahr? Soviele Nichtsnnutzer laufen auf der Straße damit vor der Nase herum, schauen im letzten Moment auf, rempeln andere, gehen weiter. Totale Panik auch an den Kassen von Einkaufshäusern stressen sich die Idies selbst...Wäre schön, wenn das alles ruckartig vorbei ginge wie etwa bei Nokia. Dafür nimmt man Kredite auf, fördert so die Nachfrage...sitzt auf Schulden...oder bei Mc wenn überschuldet bzw. meist schon von Anfang an. Mc stopft das Gehirn mit leblosem Kot in Küchleinform und Papierwollenenen Sandwiches zu. Eine amerikanische Soziologin meinte kürzlich in Der Spiegel, dass sie genau diese Entwicklung äußerst bedenlich findet. Die Menschen sind in ständiger Panik.

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