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06.02.2014

12:26 Uhr

Pay-TV-Sender

Sky Deutschland verdient endlich Geld

Sky Deutschland hat ein Etappenziel erreicht: Der Pay-TV-Sender verdient endlich Geld – zumindest vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Bis die Firma unter dem Strich schwarze Zahlen schreibt, dauert es aber noch.

Sky-Kamera am Spielfeldrand in Hamburg: Der Pay-TV-Sender hat operativ 2013 Gewinn gemacht, unter dem Strich bleiben aber Verluste. dpa

Sky-Kamera am Spielfeldrand in Hamburg: Der Pay-TV-Sender hat operativ 2013 Gewinn gemacht, unter dem Strich bleiben aber Verluste.

UnterföhringBezahlfernsehen funktioniert in Deutschland doch: Der Pay-TV-Sender Sky hat 2013 erstmals mit dem operativen Geschäft Geld verdient. Zwar steht unter dem Strich noch immer ein Verlust von 133 Millionen Euro, vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbuchte der Konzern allerdings einen Gewinn von 35 Millionen Euro, wie das zum Medienimperium des US-Milliardärs Rupert Murdoch gehörende Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz des einst unter dem Namen Premiere firmierenden Senders legte um 16 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu.

Für Investoren ebenso erfreulich: Die Zahl der Kunden wächst weiter. 2013 gewann Sky gut 300.000 neue Abonnenten, im laufenden Jahr sollen bis zu 450.000 hinzukommen. Damit peilt Konzernchef Brian Sullivan die Marke von vier Millionen Kunden an. Viele Abonnenten greifen zudem zu teureren Paketen – das lässt auf weiter wachsende Einnahmen hoffen.

Obwohl Sky im wichtigen Weihnachtsgeschäft unter den Prognosen blieb, reagierten die Anleger begeistert: Die Aktie legte zwischenzeitlich um 7 Prozent zu und gehörte am Vormittag zu den stärksten Werten im MDax. Sie erholte sich damit weiter von ihren im Januar erlittenen Kursverlusten. Das Papier hatte 2013 mit einem Plus von fast 200 Prozent zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt gezählt, zum Auftakt des laufenden Jahres musste sie allerdings kräftig Federn lassen.

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„2013 war ein gutes Jahr – 2014 wird noch besser“, sagte Sullivan. Der operative Gewinn soll im laufenden Jahr weiter deutlich zulegen und am Ende zwischen 70 und 90 Millionen Euro liegen. Wann der Konzern profitabel arbeitet, ließ der Manager weiter offen.

Der Analyst Stefan Wimmer vom Bankhaus Metzler geht indes davon aus, dass der Pay-TV-Sender 2014 einen Verlust von knapp 100 Millionen Euro schreiben wird. „Allein die Abschreibungen liegen bei 80 bis 90 Millionen Euro“, sagte er im Gespräch mit Handelsblatt Online. So sei die Verschuldung wegen einer Übernahme weiter gewachsen – das lasse auch die Zinskosten steigen. Daher werde Sky frühestens 2015 profitabel sein.

Trotz des positiven Trends sollten Anleger Vorsicht walten lassen. „Das Geschäftsmodell funktioniert, aber die hohen Erwartungen der Anleger sind in den Aktienkurs schon eingepreist“, warnt Wimmer.

Die aktuellen Zahlen demonstrieren einmal mehr die große Bedeutung der Sportrechte für den Pay-TV-Sender. Sky will die bisherigen Abonnenten des Telekom-Angebotes Liga Total gewinnen – der Bonner Konzern hatte die TV-Rechte für die Online-Verwertung an Sky verloren. Wimmer geht davon aus, dass allein 80.000 bis 90.000 Neukunden von der Telekom kommen. „Die Bundesliga ist ganz klar das wichtigste Produkt“, betont der Analyst.

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