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24.02.2014

17:11 Uhr

Paypal-Abspaltung

Icahn wirft Ebay-Führung Selbstbereicherung vor

Ebay soll seine Bezahltochter Paypal zu Geld machen, fordert der Investor Carl Icahn. Nun erhöht der Milliardär den Druck und wirft der Führung Selbstbereicherung vor. Auch Ebay-Chef John Donahoe kriegt sein Fett weg.

Paypal ist das zweitwichtigste Standbein nach dem Ebay-Marktplatz, deswegen will das Unternehmen den Online-Bezahldienst nicht aufgeben. PR

Paypal ist das zweitwichtigste Standbein nach dem Ebay-Marktplatz, deswegen will das Unternehmen den Online-Bezahldienst nicht aufgeben.

New York/San Jose
Der streitbare US-Investor Carl Icahn erhöht seinen Druck auf Ebay, um eine Abspaltung der Bezahltochter PayPal durchzusetzen. Icahn warf am Montag zwei Mitgliedern des Verwaltungsrats Interessenkonflikte und Selbstbereicherung auf Kosten der Firma vor. Er unterstellte gleichzeitig Ebay-Chef John Donahoe, fahrlässig oder sogar absichtlich die Augen zu verschließen. Ebay wies die Vorwürfe umgehend zurück.

Icahns Kritik hängte sich vor allem am bekannten Technologie-Investor Marc Andreessen auf, der seit 2008 im Verwaltungsrat von Ebay sitzt. Während dieser Zeit habe Andreessen zweimal hohe Anteile an Ebay-Töchtern erworben – darunter Skype – und dabei „beträchtliche persönliche Reichtümer angehäuft“, wie es Icahn in einem offenen Brief formulierte. Zudem habe Andreessen in fünf Ebay-Rivalen investiert. Icahn stellte seine „Loyalität zu Ebay“ in Frage.

Icahn kritisierte überdies, dass der Mitgründer und Großaktionär der Software-Firma Intuit im Verwaltungsrat von Ebay sitzt. „Intuit und PayPal sind direkte Konkurrenten bei der Abwicklung von Zahlungen“, erklärte Icahn. „Der Konzernchef scheint entweder zu pennen oder – noch schlimmer – er ist naiv oder absichtlich blind für diese ernsten Aussetzer bei den Verantwortlichkeiten.“

Anruf des US-Investors: Icahn will Paypal von Ebay abspalten

Anruf des US-Investors

Icahn will Paypal von Ebay abspalten

Jetzt hat es Ebay erwischt: Der Webhändler soll seine Finanztochter Paypal zu Geld machen, fordert Investor Carl Icahn. Gleichzeitig verschärft er die Gangart gegenüber Apple. Chef Cook wird den nächsten Brief erhalten.

Ebay sprach von einer „Schlammschlacht“, die Icahn angezettelt habe. Er habe „alte Nachrichtenschnipsel und Anekdoten aus dem Kontext gerissen, um zwei der am meisten respektierten, fähigsten und wertorientiertesten Führungsfiguren im Silicon Valley“ zu attackieren. Ebay sei „vollkommen transparent“, wenn es um die geschäftlichen Hintergründe seiner Verwaltungsrats-Mitglieder gehe.

Milliardär Icahn ist bekannt für seine ruppigen Methoden. Er kauft sich bei Unternehmen ein und stellt öffentlichkeitswirksam Forderungen. Sein Ziel ist es, den Wert seiner Beteiligung zu steigern. Um den nötigen Druck aufzubauen, muss er es allerdings schaffen, andere Aktionäre auf seine Seite ziehen. So hatte sich Icahn auch bei Apple eingekauft und dort eine Aufstockung des laufenden Aktienrückkaufs verlangt. Vor zwei Wochen ließ Icahn allerdings seine Forderungen gegenüber Apple-Chef Tim Cook fallen.

Ebay hatte im Januar mitgeteilt, dass sich Icahn an der Firma beteiligt habe und die Abspaltung von PayPal verlange. Der Verwaltungsrat lehnte dieses Ansinnen jedoch ab mit der Begründung, die verschiedenen Sparten ergänzten sich. Ebay hatte PayPal 2002 gekauft. Es ist das zweitwichtigste Standbein nach dem Ebay-Marktplatz.

Icahns Vorstoß ist zeitlich gut abgestimmt. Ebay hält im April üblicherweise seine Hauptversammlung ab. Dort will Icahn über seinen Vorschlag abstimmen lassen, PayPal abzuspalten. Zudem verlangt er zwei Sitze im Ebay-Verwaltungsrat für seine Gefolgsleute. Wie Ebay erklärte, steht Marc Andreessen nicht zur Wiederwahl.

Von

dpa

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