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23.05.2013

07:01 Uhr

PC-Hersteller

HP erhöht Prognose trotz Gewinneinbruchs

Die Vorliebe der Verbraucher für Tablet-Computer und Smartphones machen dem PC-Hersteller Hewlett Packard zu schaffen. Trotz eines Gewinneinbruchs erhöht das HP aber seine Gewinnprognose – und erfreut die Anleger.

HP-Logo am Hauptsitz in Frankreich. Der Gewinn ist erneut eingebrochen. Reuters

HP-Logo am Hauptsitz in Frankreich. Der Gewinn ist erneut eingebrochen.

Palo AltoDer US-Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) macht bei der Sanierung weitere Fortschritte. Zwar brach der Gewinn im zweiten Quartal wegen der Flaute im Geschäft mit klassischen Computern erneut ein. Wegen des von HP-Chefin Meg Whitman verpassten Sparkurses stiegen jedoch die Gewinnmargen. Hewlett-Packard ist für das Gesamtjahr nun zuversichtlicher und hob die Gewinnprognose an.

Die Zahlen seien weitere gute Eckpunkte auf dem Weg zur Trendwende, sagte Finanzchefin Cathie Lesjak in einem Interview. „Wir sind ungefähr da, wo wir sein wollen.“ Investoren reagierten erfreut - sie hatten schlimmeres befürchtet. Die HP-Aktie legte im nachbörslichen Handel 14 Prozent zu.

Der Weltmarktführer erwartet den Angaben vom Mittwoch zufolge 2013 nun ein Ergebnis von 3,50 bis 3,60 Dollar. Damit erhöhte der Dell-Konkurrent den unteren Erwartungswert um zehn Cent. Im zweiten Quartal brach der Gewinn um 32 Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar ein. Der Umsatz belief sich auf 27,6 Milliarden Dollar.

Das Geschäft mit klassischen PCs verzeichnete den stärksten Einbruch. Hier gingen die Erlöse um 20 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar zurück. HP leidet darunter, dass viele Kunden mittlerweile lieber zu einem Tablet-Computer greifen oder sich fürs Surfen im Web und Schreiben von E-Mails mit ihrem Smartphone begnügen. Hier ist HP schwach aufgestellt.

Die größten Tablet-Hersteller

Apple

Mit dem iPad hat Apple den totgeglaubten Tablet-Markt wiederbelebt, und immer noch ist der iKonzern der größte Anbieter, angesichts wachsender Konkurrenz verliert er allerdings Marktanteile. Im ersten Quartal stammte ein Drittel der Geräte von Apple (32,5 Prozent Marktanteil nach 40,2 Prozent im Vorjahr). Dabei entwickelte sich der Konzern schlechter als der Markt, der Absatz fiel von 19,5 Millionen auf 16,4 Millionen Stück – insgesamt stieg der Absatz dagegen leicht auf 50,4 Millionen Stück, wie aus Zahlen des Marktforschers IDC hervorgeht.

Samsung

Samsung ist bereits der größte Smartphone-Hersteller, auch bei den Tablets holt der südkoreanische Hersteller mächtig auf. Im ersten Quartal verkaufte er 11,2 Millionen Geräte und steigerte damit den Marktanteil auf 22,3 Prozent (Vorjahresquartal: 17,5 Prozent).

Asus

Einen leichten Rückgang verbuchte Asus. Der taiwanische Computerhersteller, der unter anderem für Google das Nexus 7 baut, verkaufte 2,5 Millionen Tablets – 5,0 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 5,4 Prozent).

Amazon

Der Online-Händler Amazon drückt sein Kindle Fire zu Kampfpreisen in den Markt, allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Das Unternehmen verkaufte im ersten Quartal eine Million Geräte und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil sank auf 1 Prozent.

Sonstige

Diverse Hersteller tummeln sich in der Kategorie Sonstiges – zusammen kommen sie auf 17,2 Millionen Geräte und einen Marktanteil von 34,2 Prozent. Darunter ist beispielsweise Microsoft: Der Konzern vermarktet seinen Tablet-Computer Surface als Notebook-Ersatz.

Lenovo

Aufsteiger des Jahres in Lenovo: Der größte PC-Hersteller der Welt verkaufte im ersten Quartal auch 2,1 Millionen Tablets, ein plus von 1,5 Millionen. Marktanteil: 2,1 Prozent.

Gleichzeitig stieg die operative Gewinnmarge jedoch auf 3,2 Prozent von 2,7 Prozent im ersten Quartal. Die Geschäfte mit Druckern und Dienstleistungen lägen etwas über Plan, sagte Lesjak. Vor allem diese beiden Sparten hätten zur Verbesserung der Margen beigetragen.

HP hat wie der kleinere Rivale Dell schwer mit der schwachen Nachfrage nach herkömmlichen Computern zu kämpfen. Die Krise im PC-Geschäft brachte Dell zuletzt weiter in Bedrängnis und neuen Zündstoff in die Übernahmeschlacht um Dell.

Die Verbraucher greifen verstärkt zu Tablet-PCs und Smartphones, die überwiegend von Apple und Samsung stammen. HP-Chefin Whitman verpasste dem Konzern deshalb einen Sparkurs. „Wie ich schon so oft gesagt habe, ist dies eine mehrere Jahre andauernde Reise“, erklärte Whitman.

Weltweit baut HP in den kommenden zwei Jahren 29.000 Stellen ab, auch der Standort in Rüsselsheim wird geschlossen. Das gesparte Geld will der Konzern in Forschung und Entwicklung stecken, um den Rückstand bei den Kernprodukten Drucker und PCs aufzuholen. Bislang hat Hewlett-Packard 18.800 Stellen abgebaut, wie Lesjak sagte. Bis zum Jahresende sollen es 26.000 sein.

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