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23.05.2012

15:43 Uhr

PC-Hersteller

Lenovo nimmt Hewlett-Packard ins Visier

Der chinesischer PC-Hersteller Lenovo will Hewlett-Packard die Marktführerschaft abjagen. Ins Rennen gehen die Chinesen mit einem satten Gewinnplus - trotz Flaute im Europa-Geschäft.

Lenovo-Verkäufer: Marktführerschaft im Blick. Reuters

Lenovo-Verkäufer: Marktführerschaft im Blick.

Hongkong/San FranciscoDer chinesische PC-Hersteller Lenovo hängt seinen US-Rivalen Dell immer weiter ab. Während das kriselnde Europa-Geschäft Dell zum Jahresauftakt einen Umsatz- und Gewinneinbruch bescherte, kann Lenovo dank des rasanten Umsatzwachstums zu Hause zulegen und zum Überholspurt auf Branchenprimus Hewlett-Packard ansetzen. Rückenwind verschafft Lenovo ein Gewinnsprung von fast 60 Prozent im vierten Quartal bis Ende März. Analysten rechnen nun damit, dass die IBM -Erben aus der Volksrepublik schon im nächsten Jahr auch an Marktführer HP vorbeiziehen wird.

„Obwohl sich Chinas Wirtschaft abkühlt, liegt sie immer noch vor den USA und Europa und wird daher der Motor für Lenovo sein, die weltweite Nummer eins zu werden“, sagte etwa Analyst Arthur Liao von Fubon Securities. Während Dell auf hohe Renditen abziele, setze Lenovo alles daran, Marktanteile zu gewinnen und sei damit erfolgreicher, betonte Analyst Jonathan Ng von CIMB Research. Lenovos PC-Lieferungen innerhalb Chinas legten den am Mittwoch vorgelegten Zahlen zufolge um mehr als ein Fünftel zu. Damit steigerte die Medion-Muttergesellschaft ihren Anteil am weltgrößten PC-Markt auf beinahe ein Drittel.

Marktführer Hewlett-Packard wollte seine Quartalsbilanz einen Tag nach Dell nach Börsenschluss am Mittwoch vorlegen. Kreisen zufolge plant der Konzern weltweit den Abbau von 25.000 Arbeitsplätzen. Der US-Rivale kämpft darum, sein Kerngeschäft mit PCs in den schwarzen Zahlen zu halten. Nach Angaben der Gesellschaft IDC hält HP die Marktführerschaft mit einem weltweiten Anteil von 18 Prozent, vor Lenovo mit einem Anteil von 13,4 Prozent im ersten Quartal und vor Dell mit 11,6 Prozent.

Während Dell noch keine rechte Antwort auf die boomenden Tablet-Computer wie etwa das iPad von Apple gefunden hat, weiten die Chinesen ihr Produktangebot aus und wehren sich mit eigenen Modellen gegen die Konkurrenz. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr trieben die Chinesen so den Gewinn um drei Viertel auf 473 Millionen Dollar nach oben und trafen damit die Erwartungen der Analysten.

Dell enttäuschte dagegen mit einem Ergebniseinbruch im ersten Quartal um rund ein Drittel auf 635 Millionen Dollar. Die schwache Nachfrage von Privatkunden ließ die Erlöse um vier Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar sinken. Im laufenden Quartal rechnet der PC-Produzent mit einem Umsatzplus von zwei bis vier Prozent auf bis zu 15 Milliarden Dollar und bleibt auch hier hinter den Erwartungen von 15,4 Milliarden Dollar zurück. Grund für die enttäuschende Wachstumsrate seien rückläufige IT-Ausgaben von amerikanischen und europäischen Firmen, erklärte der Konzern. Dell-Aktien lagen im vorbörslichen US-Handel mehr als 13 Prozent im Minus.

Von

rtr

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