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05.05.2017

16:59 Uhr

Pearson

Verlagskonzern schnürt weiteres Sparpaket

Der britische Verlagskonzern Pearson möchte weitere Einschnitte vornehmen und plant ein drittes Sparpaket. Im Fokus befindet sich insbesondere das US-Geschäft. Im ersten Quartal konnte der Konzern jedoch überzeugen.

Der Verlagskonzern Pearson steckt in der Krise: In der Vergangenheit trennte sich die Briten bereits von der „Financial Times“. AFP

Financial Times

Der Verlagskonzern Pearson steckt in der Krise: In der Vergangenheit trennte sich die Briten bereits von der „Financial Times“.

LondonDer britische Verlagsriese Pearson stemmt sich mit einem weiteren Sparprogramm gegen seine Geschäftsmisere. Das vor allem im Bildungswesen tätige Unternehmen will seine Kosten bis 2020 jährlich um zusätzlich 300 Millionen Pfund (rund 353 Millionen Euro) senken, wie Pearson am Freitag mitteilte. Zudem wird der Verkauf einer weiteren Sparte erwogen: Auf dem Prüfstand steht diesmal das US-Geschäft mit Lernmaterialien für Schüler. Pearson setzt schon länger der Trend zum Online-Lernen zu. Aus Ärger über die Entwicklung im vergangenen Jahr verpassten zahlreiche Aktionäre dem Top-Management bei der Hauptversammlung einen Denkzettel, indem sie symbolisch gegen den Vergütungsbericht stimmten. Pearson-Chef John Fallon strich 2016 trotz der Flaute ein Fünftel mehr Gehalt ein.

In den vergangenen Jahren hatte die Pearson-Leitung bereits zwei Sparpakete im Volumen von zusammen mehr als 650 Millionen Pfund geschnürt. Derzeit befindet sich das Unternehmen zudem in Gesprächen mit dem Bertelsmann-Konzern, mit dem die Briten gemeinsam den weltgrößten Buchverlag Penguin Random House besitzen. Bertelsmann will Pearsons 47-prozentigen Anteil an dem Joint Venture übernehmen.

In der Vergangenheit hatte das britische Traditionsunternehmen mit aktuell noch 35.000 Beschäftigten bereits die Wirtschaftszeitung „Financial Times“ und seinen Anteil am Magazin „Economist“ verkauft. Pearson spürt in seinen wichtigsten Märkten einen deutlichen Abschwung. Statt Bücher zu kaufen greifen Schüler und Studenten lieber auf günstigere Kopien oder Internetangebote zurück. In den USA ist der Weiterbildungsbedarf im Zuge des Aufschwungs gesunken.

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Ein weiteres Problem ist der rasche Wandel der Verlagsindustrie hin zu digitalen Formaten, ähnlich wie in Zeitungs- und Musikbranche. All dies hatte Pearson in den vergangenen Jahren zu mehreren Gewinnwarnungen veranlasst. Mit dem ersten Quartal zeigte sich die Konzernführung nun zufrieden. Unzufrieden mit der Leistung 2016 waren dagegen 66 Prozent der Aktionäre, die bei einer nicht-bindenden Abstimmung über den Vergütungsbericht den Daumen senkten. Bei einem zweiten, verbindlichen Votum stimmten 31,5 Prozent gegen die Gehaltsentwicklung in der Chefetage. Die Pearson-Aktie legte zwölf Prozent zu.

Von

rtr

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