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12.01.2008

14:54 Uhr

Personalumbau

Verdi befürchtet Druck auf Telekom-Beamte

Die Pläne der Deutschen Telekom, bislang noch im Unternehmen beschäftigte Beamte künftig mehr an Ämter abzuschieben, stoßen bei der Gewerkschaft Verdi auf Misstrauen. Die Arbeitnehmer-Vertreter befürchten, dass auf betroffene Mitarbeiter Druck ausgeübt werde.

HB BONN. Die Gewerkschaft Verdi hat den geplanten Personalumbau bei der Deutschen Telekom kritisiert. "Ich fordere den Konzern auf, über Perspektiven für die Beschäftigten mit uns zu reden, anstatt sie zu verunsichern", sagte Verdi -Vorstand Lothar Schröder in Bonn der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Telekom will nach Angaben aus Konzernkreisen über 9 000 Beamte in dem neuen Bereich Kapazitätsmanagement bündeln und verstärkt für Aufgaben bei Bundes- und Landesbehörden einsetzen.

Möglichst viele Staatsdiener sollen auf Stellen im öffentlichen Sektor vermittelt werden. Der Konzern will damit seine Personalkosten senken und einen Arbeitsplatzabbau an anderer Stelle vermeiden. In einem internen Brief hat Personalvorstand Thomas Sattelberger die Führungskräfte bereits aufgefordert, geeignete Mitarbeiter für Bewerbungen zu motivieren. Schröder bemängelte das Vorgehen. "Das gerade bekannt gewordene Konzept hört sich nach steigendem Druck an." Zudem zeigten die vollen Auftragsbücher, dass genügend Arbeit im Konzern da sei.

Der Bonner Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben 37 000 Beamte, die noch aus der Zeit der staatlichen Vorgängergesellschaft Bundespost stammten. Im Vergleich zu den Angestellten sind die Beamten von dem Personalumbau - dem bislang rund 120 000 Arbeitsplätze zum Opfer fielen - verschont geblieben. Grund sind weitreichende Rechte, die einen Jobwechsel oder eine Versetzung in eine andere Stadt erschweren. Telekom -Chef René Obermann hatte allerdings deutlich gemacht, dass weitere Einschnitte nötig seien, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Beamte will er dabei nicht ausnehmen.

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