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09.01.2014

13:27 Uhr

Personalwechsel

Nienhaus verlässt Funke Medien Gruppe

Jetzt ist es offiziell: Der Funke-Geschäftsführer Christian Nienhaus und der Medienkonzern gehen schon bald getrennte Wege. Nienhaus' Vertrag soll auf seinen eigenen Wunsch hin nicht verlängert werden.

Zentrale der Funke Medien Gruppe in Essen: Nienhaus ist bei Funke unter anderem für die Zeitungen zuständig. dpa

Zentrale der Funke Medien Gruppe in Essen: Nienhaus ist bei Funke unter anderem für die Zeitungen zuständig.

EssenChristian Nienhaus (53), einer der drei Geschäftsführer der Funke Mediengruppe („WAZ“, „Gong“), verlässt den Konzern. Sein Vertrag, der noch anderthalb Jahre läuft, werde auf Wunsch von Nienhaus nicht verlängert, teilte Funke am Donnerstag in Essen mit. Im Moment würden Gespräche geführt, ob und wann eine vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses sinnvoll und möglich sei.

Nienhaus ist bei Funke unter anderem für die Zeitungen zuständig. Die Mediengruppe wird außer ihm von den Geschäftsführern Manfred Braun (61) und Thomas Ziegler (46) geleitet. Nienhaus geht ein halbes Jahr nachdem Funke vom Medienhaus Axel Springer für 920 Millionen Euro mehrere Zeitungen und Zeitschriften gekauft hatte.

Der Deal ist noch nicht komplett vom Bundeskartellamt genehmigt. Die Transaktion bleibe vom Weggang von Nienhaus unberührt, hieß es am Donnerstag in der Funke-Mitteilung.

Die Funke Gruppe – Zeitungen, Illustrierte und Anzeigenblätter

Historie der Gruppe

Die WAZ wurde 1948 von Erich Brost und Jakob Funke gegründet. 2012 hatte Petra Grotkamp, eine Tochter Funkes, den Brost-Anteil übernommen und hält 66,6 Prozent. Für den Anteil soll sie 500 Millionen Euro gezahlt haben, das wurde aber nie bestätigt. Nach der Übernahme benannte sich das Unternehmen von „WAZ Mediengruppe“ in „Funke Mediengruppe“ um.

Die NRW-Titel der Gruppe

Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ WAZ ist der prominenteste Titel der Funke Mediengruppe. In Nordrhein-Westfalen sind es neben der WAZ noch „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ NRZ, „Westfalenpost“ und „Westfälische Rundschau“.

Im Januar überraschte das Medienhaus seine Leser und die Branche damit, dass die Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ geschlossen und 120 Stellen abgebaut wurden. Die Zeitung existiert aber weiter - die Inhalte kommen jetzt von den Schwester-Blättern, aber auch von Konkurrenten wie den „Ruhr Nachrichten“. Das Management begründete den Schritt damit, den Titel trotz Kostendrucks erhalten zu wollen.

Die wichtigsten Zeitungstitel außerhalb von NRW

Außerhalb von NRW kommen noch die Thüringische Zeitungsgruppe mit „Thüringer Allgemeine“, „Ostthüringer Zeitung“ und „Thüringische Landeszeitung“ sowie die „Braunschweiger Zeitung“ hinzu. In Österreich ist die Gruppe an „Kronen Zeitung“ und „Kurier“ beteiligt.

Publikumszeitschriften

Dass die Gruppe auch „Gong“, „Frau im Spiegel“, „Landidee“, „TV direkt“ und viele andere Illustrierte publiziert, ist weniger bekannt. In der Essener Zentrale jedenfalls füllen die Blätter aus dem eigenen Haus ein ganzes Regal.

Gesamtauflage und Umsatz

Insgesamt erscheinen bei Funke 30 Tages- und Wochenzeitungen, 170 Illustrierte und Fachzeitschriften sowie Anzeigenblätter und Kundenzeitschriften. Die deutschen Tageszeitungen haben eine Auflage von knapp 1,1 Millionen. Der Funke-Umsatz lag 2011 bei 1,1 Milliarden Euro. In Deutschland hat die Gruppe 6000 Mitarbeiter.

Zu Spekulationen, Nienhaus habe nicht alle Punkte der Vereinbarung zwischen Funke und Springer mitgetragen, hieß es in der Funke-Mitteilung: „Gemeinsam mit den Geschäftsführern Manfred Braun und Thomas Ziegler hat er die Transaktion erarbeitet, verhandelt und die Zustimmung unserer Gremien eingeholt. Wir danken ihm dafür sehr.“

Erste Hinweise, dass Nienhaus Funke verlassen würde, hatte es am Dienstag gegeben. Das Handelsblatt hatte am Mittwochabend vorab berichtet, Funke trenne sich von Nienhaus. Nienhaus ist auch Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Zeitungsverlegerverbands ZVNRW.

Von

dpa

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