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21.08.2013

15:02 Uhr

Personalwechsel

Vize-Chefredakteur der „Bild“ geht zum „Spiegel“

Stühlerücken in der Medienwelt. Der Vize-Chefredakteur der „Bild“-Zeitung Nikolaus Blome wechselt zum Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Ab dem 1. September hat das Nachrichtenmagazin dann auch einen neuen Chefredakteur.

Nikolaus Blome, stellvertretender Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, geht in selber Funktion zum „Spiegel“. dpa

Nikolaus Blome, stellvertretender Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, geht in selber Funktion zum „Spiegel“.

HamburgDer Vize-Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, Nikolaus Blome (49), wechselt in selber Funktion zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Er wird neuer Leiter der Hauptstadtredaktion von „Spiegel“ und „Spiegel Online“ in Berlin. Das teilte der Spiegel-Verlag am Mittwoch in Hamburg mit.

Blome werde zum 1. Dezember als stellvertretender Chefredakteur in das Team des designierten „Spiegel“-Chefs Wolfgang Büchner (47) wechseln. Der bisherige Leiter des Berliner Hauptstadtbüros, Konstantin von Hammerstein (52), werde künftig als Autor für den Verlag arbeiten.

Der bisherige dpa-Chefredakteur Büchner übernimmt seine neue Aufgabe als Chefredakteur von „Spiegel“ und „Spiegel Online“ am 1. September. Er folgt auf die „Spiegel“-Doppelspitze aus Print-Chef Georg Mascolo und Digital-Chef Mathias Müller von Blumencron, die im April 2013 abgesetzt worden war. In der Zwischenzeit wurde die „Spiegel“-Printredaktion geführt von Klaus Brinkbäumer und Martin Doerry, die nach Angaben eines Verlagssprechers stellvertretende Chefredakteure bleiben. Rüdiger Ditz, Chefredakteur von „Spiegel Online“, verantwortet das Nachrichtenangebot im Internet.

Das Digitalgeschäft von Springer

Alles aufs Internet

Die Wurzeln der Axel Springer AG liegen im Zeitungsgeschäft, doch Konzernchef Mathias Döpfner setzt voll auf das Internet. Er verkaufte die traditionsreichen Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ wie auch die TV-Zeitschrift „Hörzu“ an die Funke-Gruppe. Die Einnahmen will Döpfner ins Digitalgeschäft investieren. Schon jetzt ist der Konzern hier sehr aktiv – nicht nur mit seinen Medienmarken.

Digitaler Journalismus

„Bild“ und „Welt“ sind im deutschsprachigen Internet wichtige Adressen. Die Axel Springer AG bietet einen Teil der Inhalte kostenlos an, hofft aber, den Umsatz mit Bezahlschranken zu steigern. Bei der „Welt“ können Nutzer nur 20 Artikel im Monat kostenlos lesen – ab dem 21. Text müssen sie ein Abo abschließen. Die Online-„Bild“ setzt auf das Freemium-Modell: Ein großer Teil der Inhalte ist kostenlos, für bestimmte Geschichten müssen die Leser zahlen.

Rubrikenanzeigen

Rubrikenanzeigen wandern mehr und mehr ins Internet ab. Die Axel Springer AG will mit Portalen für Immobilien, Jobs und Autoverkäufe von diesem Trend profitieren. Zu den Tochterfirmen gehören beispielsweise Immonet, das Stellenportal Stepstone und das Städteportal meinestadt.de.

Digitale Werbeprospekte

Der Zeitung liegen oft gedruckte Werbeprospekte bei – mit der Tochterfirma Kaufda übertragt Springer das Konzept ins digitale Zeitalter. Nutzer können die Broschüren der Einzelhändler aus ihrer Stadt gebündelt aufrufen und durchsuchen.

Online-Werbung

Mit der Mehrheitsbeteiligung Zanox ist Springer im Online-Marketing aktiv. Der Dienstleister vermittelt über seine Plattform Werbung – Provisionen bekommt er, wenn ein Geschäft zustande kommt. Deswegen ist auch vom erfolgsbasierten Online-Marketing die Rede. Zanox ist nicht nur in Europa, sondern auch in den USA aktiv.

Preisvergleiche

Das Portal idealo.de vergleicht Preise und bündelt Testberichte und Nutzermeinungen zu Produkten. Aktiv ist es in etlichen europäischen Ländern sowie in den USA. Springer gehören 74,9 Prozent des Unternehmens.

Konkurrenz setzt auf Handel und Spiele

Auch andere Medienhäuser suchen nach neuen Einnahmequellen – und entfernen sich dabei noch weiter vom Stammgeschäft. Burda etwa setzt auf den Online-Handel, unter anderem mit Tierfutter. Die TV-Kette Prosieben Sat.1 investiert in Online-Spiele.

Am Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ ist seit 2004 die Mitarbeiter KG mit 50,5 Prozent beteiligt, der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr mit 25,5 Prozent und Erben des Verlagsgründers Rudolf Augstein mit 24 Prozent. Sie werden von dem Verleger der linken Wochenzeitung „Der Freitag“, Jakob Augstein, vertreten.

Jakob Augstein liefert sich seit 2011 mit „Bild“-Vize Blome einen TV-Schlagabtausch im öffentlich-rechtlichen Info-Sender Phoenix. Die beiden analysieren in der Sendung kontrovers die politischen Ereignisse der Woche.

Der Volkswirtschaftler Blome stieg Anfang der 90er Jahre als Wirtschaftsredakteur beim „Tagesspiegel“ in Berlin ein, bevor er als Korrespondent für Regionalzeitungen aus Brüssel die EU-Politik analysierte. Nach seinem Wechsel zum Medienhaus Axel Springer war er dort zunächst bei der Tageszeitung „Welt“ in führenden Positionen tätig und seit August 2006 Leiter des „Bild“-Hauptstadtbüros. Im Mai 2011 wurde er zudem stellvertretender Chefredakteur des Blattes und Leiter des Wirtschaftsressorts. Blome erhielt für seine journalistischen Arbeiten mehrere Medienpreise, darunter den Theodor-Wolff-Preis.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

21.08.2013, 15:30 Uhr

von der BILD zum Spiegel ! Aber so ist das heute, wenn mit gleicher Zunge gesprochen wird

norbert

21.08.2013, 15:53 Uhr

Na, dann wird die Qualität des Spiegels ja einen Quantensprung erleben...

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